Am 8. Oktober beginnt der Einschub und die Fertigstellung der neuen Brücke an der Südkamener Straße. © www.blossey.eu
Bahnfahren

Bahnlinie Dortmund-Hamm: Strecke wird zwei Wochen lang gesperrt

Kein Zugverkehr über zwei Wochen auf der Bahnstrecke Dortmund-Hamm, weil das neue Brückenbauwerk über die Südkamener Spange gespannt wird. Linien wie die RE3 entfallen, wie die Bahn ankündigte.

Der Zugverkehr auf der Bahnlinie Dortmund-Hamm wird zwei Wochen lang vollständig eingestellt. Aufgrund der Bauarbeiten an Kamens größter Baustelle, der Südkamener Spange, ist von Freitag, 8. Oktober, 21 Uhr, bis Freitag, 22. Oktober, 21 Uhr, kein Zugverkehr zwischen Dortmund und Hamm möglich. Das teilte Bahnsprecher Stefan Deffner am Dienstag mit. Weder Nahverkehr noch Fernverkehr können dann über die ansonsten stark frequentierte Strecke rollen.

Der Einschub des neuen Brückenbauwerks an der Südkamener Straße beginnt am 8. Oktober. Die Bahn nutzt die Sperrung zudem für Oberleitungs- und Gleisarbeiten in Dortmund und Kamen.

Fortschritt auf Kamens größter Baustelle. Für den Einschub der neuen Brücke, über die Züge künftig rollen, muss die Bahnlinie zwei Wochen lang gesperrt werden.
Fortschritt auf Kamens größter Baustelle. Für den Einschub der neuen Brücke, über die Züge künftig rollen, muss die Bahnlinie zwei Wochen lang gesperrt werden. © www.blossey.eu © www.blossey.eu

Neue Verkehrsachse im Süden Kamens

Seit dem Frühjahr 2020 haben die Kräfte der Deutschen Bahn rund um den Bahnübergang über die Südkamener Straße „gebaggert, gebohrt und betoniert“, wie Deffner ausführt. Künftig soll dort eine wichtige Verkehrsachse verlaufen, die in Kamen eine Art südliche Umgehungsstraße bildet: Die Südkamener Spange (K40n) wird die Dortmunder Allee mit der Westicker Straße verbinden. Weil dazwischen die Bahnstrecke Dortmund-Hamm liegt, wird für den Straßenverkehr eine Unterführung gebaut. Diese ist nun schon so weit fortgeschritten, dass das eigentliche Brückenbauwerk, das die Züge über die Unterführung trägt, eingeschoben werden kann. Zurzeit läuft der Bahnverkehr über eine Behelfsbrücke.

Die Auswirkungen auf den Nahverkehr

Die Sperrung hat folgende Auswirkungen auf den Nahverkehr:

  • RE 1 (RRX/abellio) und RE 6 (RRX/National Express): Die Züge werden zwischen Hamm und Dortmund über eine Güterzugstrecke ohne Zwischenhalt umgeleitet. Die Halte Nordbögge, Kamen, Kamen-Methler, Dortmund-Kurl und Dortmund-Scharnhorst entfallen.
  • RE 3 (eurobahn): Die Züge fallen zwischen Hamm und Dortmund aus.
  • Die Züge der Regionalexpress-Linie RE 11 (RRX/abellio) werden zwischen Soest und Bochum mit Halt in Unna und Dortmund-Hörde umgeleitet. Die Halte Hamm Hbf, Kamen, Kamen-Methler und Dortmund Hbf entfallen.
  • Busse fahren als Ersatz: Für die ausfallenden Zwischenhalte wird zwischen Hamm und Dortmund ein umfangreicher Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Weitere Schnellbusse verkehren außerdem zwischen Dortmund und Hamm mit Halt in Kamen. An den Bahnhöfen Dortmund, Hamm und Kamen sind außerdem Reisendenlenker im Einsatz.

Die Auswirkungen auf den Fernverkehr

Die Auswirkungen auf den Fernverkehr beschreibt Steffen Deffner wie folgt:

  • Die Züge der stündlichen ICE-Linie 10 (Bonn/Köln/Düsseldorf – Hamm – Hannover – Berlin) werden zwischen Dortmund und Hamm umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich dabei um rund 15 Minuten. In Köln bzw. Düsseldorf fahren die Züge rund 15 Minuten früher ab. Die über Dortmund und Essen fahrenden ICE-Züge enden bzw. beginnen in Düsseldorf.
  • Die Züge der ICE-Linie 14 (Köln – Düsseldorf – Dortmund – Hannover – Berlin – Stralsund) entfallen auf dem gesamten Weg.
  • Die Züge der zweistündlichen IC-Linie 55 (Köln – Dortmund – Hannover – Magdeburg – Leipzig – Dresden) werden zwischen Hagen und Hamm umgeleitet, der Halt in Dortmund entfällt.
  • Die Züge der zweistündlichen IC-Linie 77 (Amsterdam – Osnabrück – Hannover – Berlin) halten in Fahrtrichtung Amsterdam nicht in Bad Oeynhausen.
Aktuelles Bild von der Baustelle an der Südkamener Straße. Im Vordergrund steht das Trogbauwerk und dahinter das Traggerüst zur späteren Betonage der Decke. ( © Deutsche Bahn © Deutsche Bahn

Neue Brücke wird unterhalb der Gleise eingeschoben

Von Freitag, 8. Oktober, bis Freitag, 22. Oktober, wird die neue Brücke unterhalb der Gleise eingeschoben und fertiggestellt. Mit Beginn der Gleissperrung am 8. Oktober (21 Uhr) wird zunächst die Oberleitung auf einer Länge von rund 200 Metern verschwenkt. Anschließend wird die bestehende Hilfsbrücke ausgebaut und der Oberbau, der aus Schiene, Schwellen und Schotter besteht, entfernt. Voraussichtlich am 10. Oktober beginnt dann der Einschub der Brücke: Die ca. 23 Meter lange Brücke ist schon fertig gebaut und steht neben der Strecke. Diese wird mittels hydraulischer Pressen angehoben. Auf einer sogenannten „Verschubbahn“, die selbst große Bauwerke leicht bewegen kann, wird die Brücke in ihre Endlage eingeschoben. „Hier zählt jeder Zentimeter, um die Brücke in die richtige Position zu bringen“, so Deffner. Der Einschub ist voraussichtlich am 10. Oktober beendet.

Ab Freitag, 22. Oktober, sind Gleise abends wieder frei

Anschließend finden laut Deffner weitere wichtige Arbeiten statt, um die Voraussetzungen für den Zugverkehr und den zukünftigen Straßenverkehr zu schaffen: Die Baugrube muss verfüllt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DB bringen Schienen, Schwellen, Schotter und Oberleitung wieder in die ursprüngliche Lage. Neue Kabel für die Leit- und Sicherungstechnik müssen verlegt werden, um Weichen und Signale zu steuern. Ab Freitag, 22. Oktober, 21 Uhr, können die Gleise für den Eisenbahnverkehr freigegeben werden. Seitens der DB finden anschließend Restarbeiten statt, die keine Auswirkungen auf den Bahnbetrieb haben. Im November bzw. Dezember starten die Arbeiten des Kreises Unna für den Straßenbau.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke

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