Bahnhof wird für Reisende zugänglicher

Weniger Stress am Gleis

Fast zwei Dekaden lang blieb der zweite Zugang zum Gleis 1 des Kamener Bahnhofs geschlossen, sehr zum Ärger der Reisenden. Nun steht der Zugang kurz vor der Wiedereröffnung, entsprechend positiv fällt das Bürger-Feedback aus, alle hoffen auf weniger Stress am Gleis.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 13.10.2018, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bahnhof wird für Reisende zugänglicher

Diese Rampe führt zum Gleis 1 des Kamener Bahnhofs. Absperrungen verhindern das Durchqueren des vor 17 Jahren geschlossenen Durchgangs, noch in diesem Jahr soll der auch für Bahnreisende wieder nutzbar sein. © Marcel Drawe

Endlich wieder auf kürzerem Weg den Bahnsteig am Kamener Bahnhof erreichen, für viele Reisende ist das ein wichtiges Anliegen. Die Bahn hat ihre Kunden erhört: Ein seit 17 Jahren geschlossener Zugang zum Gleis kann schon bald wieder geöffnet werden. Die dafür gebaute Rampe ist weitgehend fertiggestellt aber noch nicht zugänglich.

Die Schließung des Zugangs sorgte seinerzeit für reichlich Protest. Die FDP sammelte 2001 insgesamt 600 Unterschriften von Bürgern, die so für die Wiedereröffnung des zweiten Eingangs plädierten. Die Liste wurde damals im Rathaus eingereicht, die Bahn ließ sich von der Aktion allerdings nicht beeindrucken.

Bauarbeiten fast fertig

Nun scheint es soweit zu sein, der große Umweg ist bald Geschichte. Das verschlossene Blechtor, das die Bahn damals vor den Eingang setzte, ist schon gewichen. Direkt vor den in Vergessenheit geratenen Eingang baute die Bahn vor einigen Jahren ein Wartehäuschen für Reisende. Auch daran erinnert bei einem Gang über den Bahnsteig nichts mehr. Für die Reisenden wird der „neue“ alte Zugang zu einer echten Zeitersparnis. Rund 150 Meter länger ist der Weg ans Gleis mit dem geschlossenem Tor und Zaun. Besonders wenn der Bahnhof stark ausgelastet ist, ist das Fehlen von alternativen Zugängen zum Bahnhof besonders deutlich spürbar. Umso ärgerlicher wenn man bedenkt, dass der Eingang nur geschlossen wurde, um mehr potenzielle Kunden durch das Bahnhofsgebäude und vorbei an der Theke der Bäckerei zu lotsen.

Reisende begrüßen Idee

Dass der Zugang bald wieder begehbar sein soll, kommt bei den Reisenden am Bahnhof gut an. Schon lange sei dieser Schritt überfällig gewesen, findet auch Dominik Mechnig, der mit der Bahn zur Arbeit und zurück pendelt. „Ich parke häufig unter der Hochstraße“, berichtet Mechnig, natürlich auf dem Weg zur Arbeitsstelle. „Der weite Weg vorbei am Bahnhofsgebäude nervt schon.“ Der zweite Zugang würde seien Alltag durchaus erleichtern, findet er. „Dann wäre das morgens einfach ein bisschen weniger Stress für mich.“

Mehr Ordnung am Gleis

Auch andere Reisende sind der gleichen Meinung wie Mechnig. Christiane Fuhrmann ist gerade durch den Verbindungstunnel zwischen den Gleisen marschiert, mit Freunden geht es an diesem Tag noch nach Bad Meinberg zu einem Wellness-Wochenende. Die Treppen hat Fuhrmann nicht steigen müssen, sie hat sich mit ihrem schweren Koffer für die Aufzüge entschieden. „Die sind wirklich nützlich“, so Fuhrmann. „Wenn sie denn funktionieren.“ In den vergangenen Wochen, sei das nicht immer der Fall gewesen, erinnert sie sich. „Das ist dann natürlich ein Problem. Denn besonderes für ältere Menschen kann schon der Gang der Treppen zu einem großen Hindernis werden.“ Dass der Durchgang zum Bahnsteig bald wieder geöffnet wird, kann für Fuhrmann gar nicht schnell genug geschehen. Sie erhofft sich davon weniger Gedrängel am Bahnsteig. „Bisher prallen die sehr stark aufeinander, ein zweiter Eingang würde da bestimmt helfen.“

Erinnerungen an 2001

Marina Abraham ist beim Wellnesswochenende mit dabei. Mit Blick auf den gleisseitigen Zaun, der noch den Weg zum zweiten Aufgang versperrt, kommen ihr Erinnerungen an früher. „Ich habe den Durchgang natürlich auch genutzt. Die Schließung hat damals für viel Unmut gesorgt“, so Abraham. „Ich glaube auch, dass es mit dem zweiten Zugang hier deutlich geordneter zugehen wird. Dann müssen die Leute nicht mehr so nah am Gleis entlang marschieren, um aneinander vorbei zu kommen.“ Noch sind die Bauarbeiten nicht vollständig abgeschlossen. So fehlt der Rampe noch ein Geländer und auch der Zaun muss noch verschwinden.

Der neu umgebaute Tunnel sei jedenfalls gut gelungen, meint Christiane Fuhrmann. Die Lampen an den Wänden würden für genug Licht sorgen und auch die Graffiti sind wieder verschwunden. Der Boden ist noch uneben, hier hofft sie, dass nachgebessert wird.

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