Bäder-Gipfel hinter geschlossenen Türen bei der Bürgermeisterin

dzNeubau oder Bestandssanierung

Die Spitzen der Kamener Fraktionen wollen am Montag mit der Bürgermeisterin zu einem Bäder-Gipfel zusammenkommen. Daniel Heidler (SPD) sieht keine Chance auf den Erhalt der Heerener Schwimmhalle.

Kamen

, 29.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Altbestandssanierung oder Ganzjahresbad-Neubau - diese Entscheidung im Stadtrat rückt immer näher. Die Bürgermeisterin hat die Fraktionen deshalb zu einem Informationsaustausch hinter geschlossenen Türen eingeladen. Sie will ihnen die Gelegenheit geben, offene Fragen zu stellen, und sie noch vor einer Einwohnerversammlung am 13. Mai vorab mit Informationen versorgen. Dem Workshop gingen für viele Fraktionen bereits Besichtigungen der Hallenbäder Kamen-Mitte und Heeren-Werve sowie des Freibads Kamen voraus. Dort machten sie sich ein Bild vom Zustand der Bäder.

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Vor dem Bäder-Gipfel äußerten sich einige Fraktionschefs auf Anfrage der Redaktion. Daniel Heidler (SPD) sagte, dass sich für ihn aus der Besichtigung keine Fragen mehr zum technischen Zustand der Bäder stellen, da dieser offensichtlich sei. „Wir haben den Eindruck bekommen, dass unter den Wänden noch mehr schlummert“, sagte er. Er persönlich sieht schwarz für die Option, die Bäder zu sanieren, und tendiert zum Neubau eines Kombibads. Damit spricht sich Heidler auch gegen die Sanierung der Kleinschwimmhalle Heeren-Werve aus, für die eine Bürgerinitiative sich einsetzt. Aus seiner Sicht ist eine Sanierung nicht sinnvoll. „Dazu stehe ich auch“, sagte er. „In einem Kombibad in Kamen-Mitte kommen viele Möglichkeiten unter, zum Beispiel therapeutisches Schwimmen. Da kann ich mir nicht vorstellen, 4,9 Millionen Euro in ein Bad in Heeren zu investieren.“ Diese Zahl stammt aus dem Sanierungsgutachten.

Ralf Eisenhardt (CDU) erwartet Informationen über die Finanzierung sowie über die laufenden Betriebskosten, die durch ein Ganzjahresbad („Kombibad“) entstehen entstehen. Außerdem wollen die Christdemokraten, wie schon bekannt ist, eine Art Muster-Belegungsplan sehen als Nachweis dafür, dass die Kapazität des Kombibads ausreicht. Zudem will die CDU ihre schon öffentlich geäußerte Forderung nach erneuten Gesprächen zwischen Kamen und Bergkamen über eine gemeinsame Neubau-Lösung vorbringen.

Heike Schaumann (FW/FDP) nennt zuerst „Kosten“ und „Umsetzbarkeit“ als Punkte, die sie im interfraktionellen Workshop geklärt wissen will. „Was wie teuer ist, wissen wir schon. Aber was die Belegung angeht und wie die Zeitabläufe wären bei einer Sanierung oder einem Neubau, das wissen wir noch nicht.“ Schaumann favorisiert einen Kombibad-Neubau oder eine gemeinsame Lösung mit Bergkamen, der die SPD aber erneut eine Absage erteilt hat. Sie hält es auch für denkbar, dass aus Kostengründen noch abgespeckt wird, etwa beim 50-Meter-Becken des Freibads.

Auch Bündnisgrüne und Linke/GAL sind eingeladen zu dem Workshop. Die Bündnisgrünen haben sich, wie auch die CDU, vor einigen Tagen erneut für eine gemeinsame Neubau-Lösung mit Bergkamen ausgesprochen, eventuell in Kombination mit dem Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren-Werve. Die Linke/GAL hat sich bislang für den Erhalt der Bäder ausgesprochen.

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Die Ratsentscheidung, ob ein neues Kombibad mit Frei- und Hallenbad für mindestens 25,6 Millionen Euro (brutto) auf dem Gelände des heutigen Freibads Kamen gebaut wird, wird bis Mitte 2019 erwartet. Die Alternative zum Neubau wäre eine Sanierung drei vorhandener Bäder, die auf mindestens 28,9 Millionen Euro (brutto) geschätzt wird. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) und GSW-Chef Jochen Baudrexl haben in einer Pressekonferenz im Februar den Neubau empfohlen. In Heeren-Werve kämpft eine Bürgerinitiative für den Erhalt der dortigen Kleinschwimmhalle. Die Bürgermeisterin hat für 13. Mai eine Einwohnerversammlung zur öffentlichen Vorstellung der alternativen Pläne angesetzt.
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