Bäckerei Heuel mit 150 Mitarbeitern pleite, aber der Verkauf geht weiter

dzSanierung geplant

Die Bäckerei Heuel mit Filialen in Kamen, Bergkamen, Lünen und Dortmund ist insolvent. Dennoch bleiben die Filialen geöffnet. Hoffnung gibt es für die 150 Mitarbeiter.

Kamen, Lünen, Dortmund, Bergkamen

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Drei Filialen der Bäckerei Heuel in Kamen wurden bereits Anfang des Jahres geschlossen. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen, so hieß es damals. Nun wird bekannt, dass es offenbar weitergehende Gründe gibt. Der Inhaber und Bäckermeister Johannes Heuel aus Südkamen ist insolvent.

Bäckerei Heuel: Keine Kündigungen für die 150 Mitarbeiter

Das Amtsgericht Dortmund hat bereits am 2. Juli den Rechtsanwalt Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Betrieb in der Backstube in Lünen und in den rund zwölf Filialen in umliegenden Städten geht trotz Insolvenzantrag weiter. „Gemeinsam mit Herrn Heuel und seinem Team streben wir eine Sanierung und langfristige Fortführung des Unternehmens an“, erklärte Schulte-Kaubrügger am Freitag.

Rund 150 Mitarbeiter sind laut Insolvenzverwalter bei dem von Heuel geführten Einzelunternehmen beschäftigt. „Die Möglichkeiten des Insolvenzverfahrens werden dabei helfen, das Unternehmen wieder gesund aufzustellen.“ Alle Mitarbeiter bekämen wie vereinbart Lohn und Gehalt. „Kündigungen werden nicht ausgesprochen, da alle Mitarbeiter gebraucht werden“, erklärte Schulte-Kaubrügger.

Inhaber Johannes Heuel: Große Investitionen getätigt

Die Bäckerei besteht seit 1894 und wird in der vierten Generation von Vater und Sohn geleitet: Johannes Heuel und Geschäftsführer Christoph Heuel. „Es bleibt alles so, wie es ist“, sagte der Seniorchef am Freitag am ehemaligen Stammhaus der Bäckerei an der Hansastraße in Südkamen. Es werde keine Entlassungen geben. Zu der Frage nach Gründen für die Insolvenz sagte er lediglich: „Wir haben sehr große Investitionen gemacht.“

Die Bäckerei hatte sich zuletzt von einigen Filialen getrennt, die sich nicht in der Nähe von Supermärkten und Discountern befinden. Dies betraf beispielsweise die Kamener Filialen Otto-Prein-Straße, Südfeld und Weststraße. Für das leer stehende Ladenlokal in Methler interessiert sich der Radsportverein Wanderlust als Vereinslokal. In jüngeren Jahren hatte die Bäckerei zudem neue Filialen neben Nahversorgern aufgemacht. „Die jungen Leute kaufen dort ein, wo der Supermarkt ist“, sagte Heuel.

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Widersprüchliche Angaben gibt es über die Zahl der Filialen. Auf der Internetseite sind elf Verkaufsstellen gelistet: vier in Kamen, zwei in Bergkamen und fünf in Dortmund. Es gibt aber mindestens noch die Filiale im „Kaufland“ in Lünen. An anderer Stelle ist von 17 Filialen die Rede.

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