Bad in Kamen soll trotz Corona gebaut werden – aber überlebt die Kleinschwimmhalle in Heeren?

dzBad-Neubau in Kamen

Im Live-Talk mit den Kamener Spitzenkandidaten ging es am Mittwoch auch um die spannende Bäderfrage, in die sich jetzt sogar die Nachbarstadt Bergkamen einschaltet.

Kamen

, 13.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nächstes Jahr soll der Beschluss gefasst werden und dann soll es auch schon zügig losgehen mit dem Bau des Kamener Kombibades. Davon geht zumindest Daniel Heidler von der SPD aus. Auch angesichts der Coronakrise sieht er die Förderung für das Bad weiterhin als sicher an und bewertet das Finanzierungsmodell als seriös.

Beim Live-Talk mit unserem Redakteur Carsten Fischer am Mittwochabend wurde kontrovers über die Bäderfrage in Kamen diskutiert. Denn auch wenn der Stadtrat im vergangenen Jahr einen Neubau beschlossen hat, bietet es noch reichlich Gesprächs- und Diskussionsstoff. Das zeigten die sechs von sieben Spitzenkandidaten, die an dem Talk am Mittwochabend teilnahmen, deutlich.

Wie die SPD ist auch die CDU sicher, dass das Bad kommt. Die Diskussion sei schon fortgeschritten und es gebe schon ernste Gespräche über Fördermöglichkeiten, sagte Ralf Eisenhardt.

Gemeinsames Bad wurde nach Ansicht der Grünen nicht hinreichend diskutiert

Dass man an dem Plan wohl nichts mehr ändern können wird, sieht auch Anke Dörlemann ein, denn Beschluss ist Beschluss – auch nach der Kommunalwahl. Und doch zeigt sie sich damit nicht zufrieden und bringt noch einmal die Idee eines gemeinsamen Zentralbads mit Bergkamen ins Spiel. Dörlemann findet, dass dieser Vorschlag nicht hinreichend diskutiert worden ist.

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Live-Talk Kamen: Bad-Neubau

Ein Zentralbad an der Stadtgrenze würde dem Schwimmen keinen Abbruch tun. „Wäre Kamen und Bergkamen nur eine Kommune, dann würde man bei den Einwohnerzahlen gar nicht überlegen, ob man zwei Bäder bauen würde.“ Gäbe es ein Zentralbad, dann wäre möglicherweise der Erhalt der Heerener Schwimmhalle gesicherter, denn dass der Plan, ein neues Bad zu bauen und die Schwimmhalle gleichzeitig zu erhalten, aufgeht, glauben nicht alle Parteien.

Zweifel am Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren auch in Bergkamen

Während SPD, CDU, Grüne und Linke wollen, dass sie erhalten wird, äußerte Helmut Stalz von den Freien Wählern am Mittwochabend die Sorge, dass die Heerener Kleinschwimmhalle eines Tages möglicherweise nicht mehr repariert werden könnte und dann neu gebaut werden müsste. Man hätte dann zwei Standorte mit ständigen Defiziten.

Die Kamener Spitzenkandidaten der SPD, CDU, Grünen, Linken, Freien Wählern und FDP sprachen am Mittwochabend unter anderem auch über die Schwimm-Möglichkeiten in Kamen

Die Kamener Spitzenkandidaten der SPD, CDU, Grünen, Linken, Freien Wählern und FDP sprachen am Mittwochabend unter anderem auch über die Schwimm-Möglichkeiten in Kamen © Udo Hennes

Über einen möglichen Neubau der Halle macht Heike Schaumann von der FDP sich gar keine Gedanken, denn darüber habe „nie irgendjemand“ geredet. Doch auch ohne Neubau glaubt Schaumann nicht, dass das Stadtteilbad durch die GSW und/oder durch städtische Hand auf Dauer betrieben werden kann. Anders sehe das aus, wenn sich etwa ein Förderverein dafür bilden würde.

Die Zweifel zum Erhalt des Heerener Bades teilen übrigens auch Kamens Nachbarn in Bergkamen. Die Bergkamener CDU fordert, dass die Kleinschwimmhalle aus der Verlustrechnung der GSW herausgenommen werden – denn die GSW-Verluste werden derzeit noch nach Gesellschafteranteilen aufgeteilt (Bergkamen und Kamen je 42 Prozent, Bönen 16 Prozent). Die Partei will nicht riskieren, dass der Erhalt der Kleinschwimmhalle Verluste für Bergkamen nach sich zieht.

Klaus-Dieter Grosch von den Linken will indes nicht nur die kleine Schwimmhalle in Heeren erhalten, sondern auch das Methleraner Hallenbad nicht aufgegeben. Der Besitzer des Bades, der Fußball- und Leichtathletikverband, habe zwar andere Pläne, aber Grosch kann sich vorstellen, dass er auf einen Deal mit der Stadt eingehen könnte. Die Stadt könnte das Hallenbad dann ebenfalls nutzen – etwa für Schwimmunterricht. Grosch erinnert an dieser Stelle auch daran, dass es in Kamen einmal sechs Bäder gegeben hat. „Das muss man sich mal klar machen.“

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