B233-Brücke über die Seseke unter der Lupe

dzInspektionstermin

Marode Brücken im ganzen Land sorgen für reichlich Arbeit. Fachleute haben jetzt routinemäßig die B233-Sesekebrücke in Kamen unter die Lupe genommen.

Kamen

, 09.10.2018, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein ungewöhnliches Baufahrzeug parkte am Dienstag auf der Hochstraße/B233 – genau auf der rund 200 Meter langen Brücke, die über die Seseke, den Sesekepark und die Koppelstraße in der Kamener Innenstadt führt. Ein langer Teleskoparm wurde seitlich über das Geländer geschwenkt, daran befestigt ein ausfahrbarer Steg, der entfernt an die Gangway an einem Schiffsanleger erinnert.

Die Konstruktion lässt sich horizontal unter die Brücke drehen und wird deshalb von Fachleuten „Brückenuntersichtgerät“ genannt. Auf der ungewöhnlichen Arbeitsbühne standen Männer in Warnwesten und leuchteten mit Taschenlampen den Betonkörper ab. Hin und wieder war das Klopfen eines Hammers zu hören.

Der Landesbetrieb Straßen NRW lässt turnusgemäß seine Brücken überprüfen – nun ist unter anderem die Brücke der Hochstraße über die Seseke an der Reihe. Brückenprüfungen sind generell aufgeteilt – alle sechs Jahre die Hauptuntersuchung und nach drei Jahren eine einfache Prüfung. „Es handelt sich hier um die Hauptprüfung“, erklärt Peter Beiske, Sprecher der Niederlassung Ruhr in Bochum.

B233-Brücke über die Seseke unter der Lupe

Die Ingenieurgesellschaft Lindschulte aus Münster ist unter anderem mit der Brücken-Inspektion an der Hochstraße beauftragt. © Carsten Fischer

Die Ingenieurgesellschaft Lindschulte in Münster ist mit dem Brücken-TÜV beauftragt. Die Ergebnisse der Inspektion gehen nun ihren Dienstweg – aus dem Ingenieurbüro in Münster zum Landesbetrieb in Gelsenkirchen bzw. zur zuständigen Niederlassung Ruhr in Bochum. Der Landesbetrieb Straßen NRW ist für über 10000 Brücken in NRW zuständig. Über 1000 Brückenbauwerke sind nach Zahlen des Verkehrsministeriums als „vorrangig nachzuprüfen und zu ertüchtigen“ eingestuft.

Zum engmaschigen Prüfsystem für Brücken zählen turnusmäßige Kontrollen, die systematische Nachberechnung der Lebensdauer der Brücken sowie permanente Reparatur-, Sanierungs- und Verstärkungsarbeiten bis hin zu Neubauten wie etwa im Falle der maroden Rheinbrücken Leverkusen und Neuenkamp.

In Kamen lässt der Landesbetrieb derzeit die beiden A2-Brücken Seseke und Am Langen Kamp sowie die A1-Brücken Heerener Straße und Klöcknerbahnweg durch Neubauten ersetzen. Dass ein solches Schicksal auch der wesentlichen jüngeren B233-Sesekebrücke droht, gilt als unwahrscheinlich. „Die Ergebnisse der Überprüfungen waren bislang befriedigend“, blickt Behördensprecher Beiske auf frühere Untersuchungsergebnisse an dem Bauwerk zurück. Diese machen zwar in Zukunft Sanierungsmaßnahmen erforderlich, aber dringender Handlungsbedarf bestehe nicht. „Die Rheinbrücke in Leverkusen ist ein anderes Kaliber.“

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