Die Awo-Kita „Flohkiste“ in Kamen wird neu gebaut. Während der Bauphase ziehen die Kinder in Container um. © Marcel Drawe
Kinderbetreuung in Kamen

Awo-Kita in Kamen wird neu gebaut: Kinder ziehen vorübergehend in Container

Wegen Rissen an einem Anbau, müssen die Kinder der Awo-Kita „Flohkiste“ aktuell zusammenrücken. Nun steht fest, dass die Kita neugebaut wird. Während der Bauarbeiten müssen die Kinder umziehen.

Aktuell müssen die Kinder in der Awo-Kita Flohkiste etwas zusammenrücken. Die Räumlichkeiten am Schwesterngang sind eigentlich nur für vier Gruppen vorgesehen, aktuell werden dort aber fünf betreut. Eine Gruppe kommt vorübergehend in dem Mehrzweckraum unter – eine Dauerlösung ist das freilich nicht.

Die Gruppe war ursprünglich im Gebäude nebenan am Bollwerk untergebracht. An dem Mehrfamilienhaus hatten sich aber starke Risse an der Wand gebildet, weshalb dort keine Kinder mehr untergebracht werden können. Sie zogen kurzerhand ins Nachbargebäude, wofür die Stadt eine Sondergenehmigung bekommen hat.

Die Kinder werden nicht mehr in ihre alten Räume zurückkehren, wie mittlerweile feststeht. Unter dem Gebäude befindet sich Schluff, also feiner, lehmiger Sand. Der besonders heiße Sommer im Jahr 2018 und ein durstiger, auf dem Grundstück befindlicher Baum haben die Erde soweit ausgetrocknet, dass der im Gegensatz zum Hauptgebäude nicht unterkellerte Anbau abgesunken ist und sich dadurch die Risse gebildet haben.

Sanierung des Anbaus wäre aufwendig und teuer

Was damals schon vermutet wurde, steht mittlerweile fest: Eine Sanierung durch die Anhebung der Fundamente lohne nicht, wie Bürgermeisterin Elke Kappen im Gespräch mit der Redaktion erklärt. Davon hat eine Gutachterfirma aus wirtschaftlichen Gründen abgeraten.

„Stattdessen wird an gleicher Stelle ein Neubau für eine fünfzügige Kita errichtet“, verkündet Kappen. Wann genau es mit dem Bau losgeht, stehe noch nicht fest. Die Awo befinde sich noch in Gesprächen mit einem Investor und von dem hänge der Baubeginn ab. Die Bürgermeisterin hofft aber, dass der Neubau zum nächsten Kitajahr fertiggestellt ist.

Für die Kinder, die aktuell in der Kita untergebracht sind, bedeutet das einen Umzug, denn sie müssen während der Bauphase freilich woanders untergebracht werden. Und das möglichst nicht zu weit weg, um den Familien keine Umstände zu bereiten. Freilich keine einfache Aufgabe, für die die Verwaltung aber eine Lösung gefunden hat: Auf einer städtischen, bereits erschlossenen Fläche im Hemsack soll eine Containeranlage entstehen. Die Fläche befindet sich gleich neben dem Reitverein Kamen an der Wilhelm-Bläser-Straße. Dort, wo der Polizeihundesportverein seinen Sitz hatte.

Über den Sesekeweg zum Übergangs-Standort

Über den Sesekeweg können die Familien die Kita ohne große Umwege erreichen – vom Schwesterngang dorthin sind es etwa 1,3 Kilometer, laut Google Maps ist man zu Fuß etwa 15 Minuten unterwegs. Die Kinder müssen sich aber nicht nur an einen neuen Kita-Weg gewöhnen, sondern auch an neue Räumlichkeiten.

Containerpavillons des evangelischen Kindergartens in Südkamen – direkt neben dem Pertheszentrum.
Containerpavillons des evangelischen Kindergartens in Südkamen – direkt neben dem Pertheszentrum. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Die Bürgermeisterin beruhigt aber, denn heutzutage seien solche Containerpavillions modern und gut ausgestattet. Auch die Aufteilung wird gruppengerecht erfolgen. Die Container werden für fünf Gruppen aufgebaut, weshalb die Kinder mehr Platz zur Verfügung haben als jetzt.

Dass das gut funktionieren kann, zeigt das Beispiel der evangelischen Kita „Unter dem Regenbogen“ in Südkamen. Den Kita-Kindern dort, die übrigens im Mai in einen Neubau ziehen werden, steht auch ein Spielplatz zur Verfügung.

Bis zum Umzug ist aber noch etwas Zeit. Die Flohkiste soll nicht früher umziehen als notwendig.

  • Die Kosten für die Übergangslösung, die nicht durch die Mietkostenpauschale des Landes gedeckt sind, belaufen sich auf etwa 400.000 Euro. Dazu zählt zum Beispiel der Auf- und Abbau der Containerpavillions.
  • Der Jugendhilfeausschuss soll am Dienstag, 9. März, die Übernahme der Kosten durch die Stadt beschließen, weil der Träger sie nicht tragen kann. Das Geld ist bereits für das laufende Haushaltsjahr eingeplant.
Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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