Autor kommt der Geschichte von Monopol und Haus Aden auf die Spur

dzBuchvorstellung

Autor Norbert Meier ist bekannt für seine Monografien zur Bergbauhistorie im Ruhrgebiet. Mit dem Buch „Die Zechen Monopol und Haus Aden“ meldet er sich zurück. Ein Werk, das fast nicht entstanden wäre.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 20.10.2019, 11:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Archive leer, alle Informationen vernichtet. Als Museumsmitarbeiter des Bochumer Bergbaumuseums nach der Stilllegung der Schachtanlage Grillo 1/2 im Jahr 1981 die Betriebs- und Berichtakten zur Einlagerung abholen wollten, fanden sie nur noch einen leeren Archivraum vor. „Das ist besonders deshalb ungewöhnlich, weil der Archivraum stets abgeschlossen war“, berichtet Norbert Meier, Autor des Buches „Die Zechen Monopol und Haus Aden“. Warum die Akten verschwunden sind, darüber kann auch er nur spekulieren.

Spekulationen über das Verschwinden von Akten

Einen möglichen Grund sieht der ehemalige Bergmann in dem Grubenunglück in der Schachtanlage Grimberg 3/4 von 1946, das mit seinen 405 Toten als das schwerste Grubenunglück der deutschen Geschichte gilt. So seien damals Vorwürfe gegen die Grubenleitung laut geworden, ein Umstand der möglicherweise vertuscht werden sollte. Meier hat noch eine zweite Idee: „In den Kriegsjahren arbeiteten in den Schächten viele Kriegsgefangene unter schlimmsten Bedingungen. Die schlechte Behandlung könnte ein weiterer Grund für das Verschwinden der Akten sein.“

Das Fehlen der Archive und die Beschaffung von zuverlässigen Informationen machten die Recherche so schwierig, dass Meier fast aufgegeben hätte.

Autor kommt der Geschichte von Monopol und Haus Aden auf die Spur

Einige ehemalige Kumpel waren in ihrer Arbeitskluft zur Buchvorstellung über die Zechen in Kamen und Bergkamen gekommen. © Borys Sarad

Die mit 656 Seiten bisher längste Monografie

Am Samstag stellt Meier in der Stadthalle Kamen seine 13. und mit 656 Seiten bisher längste Monografie zu Zechen im Ruhrgebiet vor. „Und hoffentlich auch die Letzte“, seufzt er.

Seine Kollegen des Dortmunder Arbeitskreises des Fördervereins „Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier“ sehen die Ankündigung von Meier gelassen. Lars van den Berg weiß: „Das hat er schon zwölf Mal vorher gesagt, aber dann packt ihn doch wieder die Leidenschaft.“

Autor kommt der Geschichte von Monopol und Haus Aden auf die Spur

Der Konferenzraum in der Stadthalle Kamen war voll mit interessierten Zuhörern, als Meier seine Monografie vorstellte. © Borys Sarad

Manfred Wiedemann erinnert sich an den Kampf um die Zechen

Zu der Buchvorstellung ist auch der stellvertretende Kamener Bürgermeister Manfred Wiedemann erschienen. Er wurde als Betriebsratsratsvorsitzender der Zechen Monopol und Haus Aden/Monopol in Bergkamen Zeuge der Schließungspläne. Auch ihm ist es zu verdanken, dass die Stilllegung des Bergwerks in Kamen erst einige Jahre später zu Beginn der Achtzigerjahre vollzogen wurde und somit der soziale Umbruch weniger drastisch geschah.

Der Bergkamener Bürgermeister Roland Schäfer, der gemeinsam mit den Betriebsräten für den Erhalt von Haus Aden kämpfte, erinnert sich: „Als dann 2001 die letzte Tonne Kohle gefördert wurde, bin ich mit dem Förderkorb nach oben gefahren. Das war schon ein bewegender Moment.“

Autor kommt der Geschichte von Monopol und Haus Aden auf die Spur

Die Musik zur Buchvorstellung lieferte passenderweise das Blechbläserensemble der ehemaligen Deutschen Steinkohle AG (DSK). © Borys Sarad

Aktenfunde in Münster und Bochum

Obwohl die Informationslage schwierig war, war das Schreiben des Buches für Meier eine Herzensangelegenheit, die den Autor nicht losließ. Denn er selbst arbeitete von 1978 bis 1990 dort unter Tage. Während die Informationslage ab etwa 1950 deutlich besser war, musste Meier für die Zeit von 1879 bis in die Dreißigerjahre alle Register ziehen.

Nach Recherchen in den Stadtarchiven Kamen und Hamm versuchte er es im Landesarchiv in Münster. Dort fand Meier einige Betriebsakten, die das Bild komplettierten. Ein Besuch der Bochumer Bergbaubücherei in der Bibliothek des Ruhrgebiets förderte schließlich Geschäftsberichte der Dortmunder Bergbau AG aus der Zeit von 1873 bis 1933 zu Tage. Endlich hatte Meier genug Informationen, um die Geschichte der beiden Zechen genügend zu beleuchten.

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