Autofriedhof an der A1 in Kamen schrumpft: Stadt lässt Schrott-Lkw abschleppen

dzUnnaer Straße

Der Autofriedhof an der Unnaer Straße in Kamen schrumpft. Der nächste Schrott-Lkw wurde abgeschleppt. Ein weiteres ausrangiertes Fahrzeug rottet dagegen weiter vor sich hin.

Kamen

, 24.03.2020, 10:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Abschleppunternehmen Thomas Kollmer hat die weiße Zugmaschine, die seit Monaten auf dem Seitenstreifen der Unnaer Straße nahe der A1-Auffahrt in Richtung Köln vor sich hin gammelte, am Montagabend im Auftrag des Kamener Ordnungsamtes abgeschleppt.

Autobahnpolizei hatte Lkw aus dem Verkehr gezogen

Sie war eines von zeitweise drei ausrangierten Fahrzeugen, die das Bild an der viel befahrenen Bundesstraße seit einiger Zeit getrübt hatten. Die weiße Zugmaschine war im Oktober 2019 im Zuge einer Kontrolle an der A1 aus dem Verkehr gezogen worden, weil die Autobahnpolizei sie als verkehrsunsicher eingestuft hatte. Gleiches galt für einen blau-gelben 7,5-Tonner, der sich einige Wochen später zu der Sattelzugmaschine „gesellte“. Im Gegensatz zu dem nun abgeschleppten Fahrzeug wurde dieser Lastwagen im Februar allerdings durch den Eigentümer abgeholt.

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Im Falle des weißen Sattelzuges gestaltete sich die Sache weitaus komplizierter. Die Zugmaschine stammt aus Bulgarien, und die Stadt Kamen schaltete sogar die bulgarische Botschaft ein, um den Eigentümer zu ermitteln.

Eigentümer holte Sattelzug trotz Aufforderung nicht ab

Dies gelang zwar, doch der Aufforderung, das Fahrzeug abzuholen, kam der Eigentümer nicht nach, wie Stadtsprecher Peter Büttner unserer Redaktion sagte. Deshalb veranlasste die Stadt nun das Abschleppen.

Das Abschleppunternehmen Thomas Kollmer schleppte am Montag (23. März) im Auftrag des Kamener Ordnungsamtes an der Unnaer Straße die Lkw-Zugmaschine ab, die seit Wochen in der Nähe der A1-Anschlussstelle Kamen Zentrum Richtung Köln abgestellt war.

Am Montagabend schleppte das Abschleppunternehmen Thomas Kollmer die weiße Zugmaschine aus Bulgarien ab, die seit Oktober 2019 an der Unnaer Straße gestanden hatte. © privat

„Wir werden dem Eigentümer die Kosten in Rechnung stellen“, sagt Büttner zwar, fügt aber sogleich an, dass am Ende wahrscheinlich der Steuerzahler die Zeche zahlen werde. „Die Erfahrung zeigt, dass die Rechnung nicht bezahlt wird, und da der Eigentümer in Bulgarien ansässig ist, haben wir keine Möglichkeit zu vollstrecken“, so Büttner weiter.

Das Abschleppunternehmen Thomas Kollmer schleppte am Montag (23. März) im Auftrag des Kamener Ordnungsamtes an der Unnaer Straße die Lkw-Zugmaschine ab, die seit Wochen in der Nähe der A1-Anschlussstelle Kamen Zentrum Richtung Köln abgestellt war.

Der Aufforderung der Stadt Kamen, den Sattelzug selbst abzuholen, kam der Eigentümer nicht nach. © privat


Wie hoch die Rechnung ausfallen werde, stehe im Übrigen noch nicht fest. Das hänge davon ab, ob mit dem Fahrzeug noch ein Erlös zu erzielen sei oder es nur noch verschrottet werden könne. Abschleppunternehmer Thomas Kollmer erklärt dazu: „Wenn wir ein Auto im Auftrag der Stadt Kamen abschleppen, sagt uns das Ordnungsamt irgendwann, wie es damit weitergeht.“

Zugmaschine ist „total verbastelt“

Dies könne mitunter länger dauern, so lange werde es erstmal untergestellt. Ob mit dem Fahrzeug noch ein Erlös über einen Verkauf oder eine Versteigerung zu erzielen ist, erscheint angesichts des Zustandes aber fraglich. Die Zugmaschine weise zahlreiche technische Mängel auf und sei „total verbastelt“, so Kollmer.

Autofriedhof an der Unnaer Straße ist fast Geschichte

Fest steht indes: Der kleine Autofriedhof an der Unnaer Straße, den die Stadt Kamen selbstredend nicht dulden wollte, ist damit nun fast Geschichte. Fast deshalb, weil eine graue Limousine mit niederländischem Kennzeichen seit Monaten unbewegt noch immer an der Unnaer Straße steht. Auch in diesem Fall scheint ein Abschleppen auf Steuerzahlerkosten wahrscheinlich.

Für die graue Limousine ist Straßen NRW zuständig

Die Zuständigkeit liegt aber nicht bei der Stadt Kamen, sondern beim Landesbetrieb Straßen NRW. Das überrascht, doch Büttner hat eine Erklärung: Die Unnaer Straße sei zwar auf Kamener Stadtgebiet, aber eben auch eine Bundesstraße, für die Straßen NRW zuständig sei.

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Im Falle der Limousine habe der Landesbetrieb schlichtweg schneller reagiert und einen Aufkleber mit der Bitte um Entfernung des Fahrzeuges an die Windschutzscheibe geklebt. Büttner: „Hätten wir es eher gesehen, hätten wir uns gekümmert.“ Eine entsprechende Befugnis hätten beide Behörden.

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