Autofahrer nutzen ein Kennzeichen für zwei Autos

dzUrkundenfälscher der besonderen Art

Zwei Autos, aber nur ein Nummernschild. Da wollten zwei Männer besonders pfiffig sein: Ein Kennzeichen kam nach vorne, das andere ans Heck des zweiten Autos. Dann ging es auf die Autobahn.

von Jana Peuckert

Kamen

, 18.12.2019, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war ein nicht alltägliches Bild, das sich Polizisten am Nachmittag des 23. April auf der A2 am Kamener Kreuz bot. Zwei Fahrzeuge fuhren dicht hintereinander. Aus gutem Grund: Es gab nämlich nur ein Paar Nummernschilder, und das gehörte nur zu einem der beiden Wagen.

Ein Wagen hatte das zu ihm gehörende Kennzeichen vorn angebracht. Das zweite, gleichlautende Nummernschild war jedoch nicht an ihm, sondern an dem zweiten Fahrzeug hinten befestigt. In der Hoffnung, die damit begangenen Urkundenfälschung würde nicht auffallen, waren die Autos dicht hintereinander gefahren.

Strafbefehl über 1200 Euro

Doch der Plan ging nicht auf, und einem der Fahrer war ein Strafbefehl über 1200 Euro Geldstrafe wegen Urkundenfälschung zugegangen. Dagegen legte der 45-Jährige Einspruch ein und es kam zur Verhandlung am Amtsgericht Kamen.

Polizei lag nach Hinweis auf der Lauer

Ins Netz gegangen war der Angeklagte den Beamten durch einen Hinweis. Die Polizisten hatten sich an der Autobahn auf die Lauer gelegt und auf den Angeklagten und seinen Begleiter gewartet. Der Angeklagte erklärte im Gericht, nicht er, sondern der andere Fahrer habe die Nummernschilder angebracht. Erst als die Polizei sie gestoppt habe, sei ihm der Schwindel aufgefallen.

Richter nicht von Unschuld überzeugt

Den Richter konnte der 45-Jährige damit nicht von seiner Unschuld überzeugen. Der Vorsitzende erteilte nach der Beweisaufnahme den Hinweis, dass aufgrund einiger Eintragungen im Verkehrszentralregister zumindest ein Fahrverbot, möglicherweise sogar eine längere Fahrerlaubnissperre in Betracht käme. Davon war im Strafbefehl nicht die Rede. Der Angeklagte reagierte prompt und nahm den Einspruch zurück. Dabei bleibt es bei den 1200 Euro.

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