Aus Liebeskummer: 25-Jähriger greift unter Drogen zwei Polizistinnen an

dzAlkohol und Amphetamin

Nach einem Streit mit seiner Freundin tröstete sich ein Kamener mit Alkohol und Drogen, sorgte für einen Polizeieinsatz und legte sich mit den Beamten an. Vor Gericht überzeugte er nun mit einer Kehrtwende und erhielt eine Chance.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 22.10.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Reichlich Alkohol und Amphetamin konsumierte der 25-Jährige in der Nacht auf den 5. Februar, um die Auseinandersetzung mit seiner Freundin zu verdauen. Danach trieb er sich draußen herum und irgendwann erhielt die Polizei den ersten Einsatz, dass ein Mann mit einer PTB-Waffe um sich schieße.

Ihre Suche lief zunächst ins Leere. Dann kam die Info, dass sich ein Fremder Zugang zu einer Wohnung verschafft habe, als der Bewohner nur eben die Post holen wollte. Der ungebetene Gast verschwand vor ihrem Eintreffen.

Allerdings wurde im Keller des Hauses eine Bauchtasche entdeckt. Darin befanden sich offenbar unter anderem die Waffe und der Ausweis des Kameners. Er wurde kurz darauf im Bereich der Schäferstraße mit einem Hammer in der Hand aufgegriffen und dachte gar nicht daran, den abzulegen.

Bei der Festnahme leistete er erbitterte Gegenwehr, trat eine Beamtin vor das Schienbein, versuchte, deren Kollegin zu beißen und fügte ihr einen tiefen Kratzer am Finger zu. Wüste Beleidigungen inklusive. Die Bilanz des Einsatzes: zwei verletzte Polizistinnen.

Angeklagter überrascht vor Gericht

Tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung wurden dem Kamener nun vor dem Unnaer Amtsgericht zur Last gelegt. Er, der unlängst wegen einer anderen Tat zu noch nicht rechtskräftigen sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurde, sorgte für eine angenehme Überraschung.

Mittlerweile habe er eine Therapie gemacht, befinde sich bald in der Nachsorge und sei clean, eröffnete der 25-Jährige.

Und, obwohl ihm sein Gedächtnis, was die Tat betraf, einen Streich spielte und das Gericht von verminderter Schuldfähigkeit ausging, stellte er nichts in Abrede, entschuldigte sich vielmehr und zeigte sich bereit, den betroffenen Beamtinnen Schmerzensgeld zu zahlen. Das schlug sich im Urteil nieder: neun Monate Haft mit Bewährung.

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