Generationen von Schülern kauften hier: Schnäppchenmarkt schließt im Dezember

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Generationen von Schülern und auch deren Eltern haben sich an der Derner Straße mit Schulheften, Tintenpatronen und Linealen versorgt. Nach 30 Jahren schließt der Schnäppchenmarkt im Dezember.

Kamen

, 13.11.2019, 14:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Generationen von Schülern und auch deren Eltern haben sich hier mit Schulheften, Tintenpatronen und Linealen versorgt. Der „Schnäppchenmarkt“ an der Derner Straße ist seit 30 Jahren eine Institution für Schul- und Haushaltsbedarf im Kamener Osten. Trotz ungewöhnlicher Geschäftslage an der Derner Straße war der Laden immer gut besucht. Nun aber ist Schluss. Der „Schnäppchen“, wie ihn die Kamener liebevoll nennen, macht zu. Am 14. Dezember ist letzter Verkaufstag. Gründe für die Schließung nannte man auf Anfrage unserer Redaktion nicht. Der Schnäppchenmarkt wird betrieben von der „Supermax Handelsgesellschaft mbH“ der Familie Suckrau.

Seit Dezember 1989 vor Ort

Die Familie aus Schwerte betreibt den Markt seit Dezember 1989. Sabine Suckrau und weitere Familienmitglieder führten über viele Jahre jenen Laden, in dem es vom Brotmesser über Kurzwaren bis zur Lichterkette alles gab. Unter vielen Kamenern wird er auch noch als „Lampenladen“ bezeichnet, weil bis 1989 das Leuchtenstudio der Familie Schultebraucks dort beheimatet war. Doch Treffpunkt im Stadtquartier ist der Einzelhandelsstandort stets geblieben. Suckrau damals im Rahmen einer Reportage gegenüber unserer Redaktion: „Die Leute kommen mit ihren Fernbedienungen hierher und lassen die Batterien tauschen.“

Im Jahr 2013 Umsatzeinbruch durch Großbaustelle

Unter dem Motto „Wir sind noch da“ hatten sich die Ost-Kamener Händler und Gastronomen im Jahr 2013 bemerkbar gemacht, als sie große Umsatzeinbußen bei der Sanierung der Derner Straße erlitten hatten. Über 20 Prozent Umsatzeinbruch verbuchten die Einzelhändler nach Einrichtung der Baustelle. Kalkulationsunsicherheit herrschte damals auch im „Schnäppchen“ in der ansonsten umsatzstarken Zeit des Schulbeginns. „Sollen wir 20 000 Schnellhefter einkaufen wie im Vorjahr – oder nur 10 000? Werden wir 1000 Farbkästen los oder nur 200?“, fragte man sich vor Ort und sagte schon damals. „Wir schaffen das.“

Online-Handel boomt: 544.000 Bestellungen pro Sekunde

Dem stationären Handel macht bekanntlich vor allem der boomende Internet-Handel zu schaffen. Aktuelles Beispiel beim Stichwort Schnäppchen: Beim „Online-Schnäppchen-Tag“ unter dem Titel „Singles‘ Day“ erzielte der chinesische Onlinegigant Alibaba am Montag einen neuen Verkaufsrekord von über 30 Milliarden Euro. Die Umsatzschwelle von einer Milliarde Dollar (907 Millionen Euro) wurde bereits nach 68 Sekunden geknackt. Bis zu 544.000 Bestellungen wurden pro Sekunde abgegeben.

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