Aus für Kettler auch am Zollpost: Outlet des Kettcar-Herstellers geschlossen

dzLetzter Kamener Standort dicht

Kettler hat in Kamen seinen letzten Standort geschlossen. Die elektrische Schiebetür zur großen Markthalle des Outlets im Gewerbegebiet Zollpost springt nicht mehr auf. Das war´s in Kamen.

Kamen

, 25.11.2019, 16:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die elektrische Schiebetür des Kettler-Outlets bleibt seit Montagmorgen geschlossen. Auf einem in die Tür gehängten Schild mit dem mehrfarbigen Kettler-Symbol ist zu lesen: „Sie finden uns ab sofort in unserem Kettler-Outlet in Werl (Neuwerk 1, 59457 Werl). Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Ihr Kettler-Team“.

Damit hat Kettler den letzten Standort in Kamen geschlossen. Im Jahr 2011 war der Werksverkauf vom Produktionsstandort an der Henry-Everling-Straße ins benachbarte Gewerbegebiet verlegt worden.

Firmengründer Heinz Kettler hatte im Jahr 1964 Kamen als Standort für sein aufblühendes Unternehmen gewählt. Später wurde die Marke weltweit bekannt, vor allem wegen des markanten Tretfahrzeuges „Kettcar“. In den vergangenen Jahren erfolgte dann in Kamen der Rückzug auf Raten, bevor jetzt das endgültige Aus kam.

Aus für Kettler auch am Zollpost: Outlet des Kettcar-Herstellers geschlossen

Das Kettler-Outlet in Kamen ist geschlossen. Der Werksverkauf ist ab sofort in Werl angesiedelt. © Stefan Milk

Bis zuletzt die typischen Klappstühle nach draußen gerückt

Trotz des Mitte Oktober verkündeten Endes für das Traditionsunternehmen, das 1949 in Ense-Parsit gegründet wurde, wurden noch bis zuletzt die für Kettler typischen Klapp-Gartenstühle vor die leuchtend gelbe Fassade des Factory-Outlets gerückt.

Wer durch die verglasten Türen blickt, der sieht, dass die Halle auch jetzt noch über und über vollgestellt ist mit praktischen Gartenmöbeln, trendigen Sportgeräten und unterschiedlichen Modellen des legendären Kettcars. Diese werden offenbar nun zum Standort in Werl, der an der B63 liegt, überführt.

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Zuletzt waren in Kamen lediglich drei Mitarbeiter von ehemals sieben beschäftigt. Marktleiter David Hempel hatte bereits den Werksverkauf an der Henry-Everling-Straße geleitet, als die Besucher noch über den Hinterhof ins Industriegebäude gelangten und dort auch noch den Charme der Wirtschaftswunderjahre erlebten, weil seit der Werksgründung 1964 wenig Veränderungen erfolgen.

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Mindestens 70 Kettlerianer haben neue Jobs

Nachdem jetzt 500 Mitarbeiter der Traditionsfirma ihre Kündigung erhalten hatten, haben mindestens 70 Kettlerianer einen neuen Job gefunden, wie die Agentur für Arbeit in Werl jüngst auf Anfrage mitteilte.

Nicht nur im Heimatgebiet Kettlers, Werl, Wickede und Ense, hätten die Fachkräfte des Kettcar-Herstellers Arbeit gefunden. Auch in Nachbarstädten.

Auch der Kamener Marktleiter David Hempel hatte unserer Redaktion berichtet, dass er sich vorstellen kann, beruflich umzusatteln. Interessant, so sagte er, sei zum Beispiel eine Umschulung zum Lokführer bei der Deutschen Bahn. Der Zug auf dem Arbeitsmarkt ist für ihn - und für andere Kettlerianer - offenbar noch nicht abgefahren.

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