Auf Zebrastreifen von Bus „geschubst“: Fußgängerin erstattet Strafanzeige

dzKamener Marktplatz

Das Schnellfahren auf dem Kamener Marktplatz, wo Tempo 10 gilt, ist verbreitet. Nun hat es im dem Bereich erneut einen Unfall auf einem Zebrastreifen gegeben. Eine Fußgängerin schildert, wie sie von einem Bus erfasst wurde.

Kamen

, 15.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst kurz vor Weihnachten wurde eine Fußgängerin auf dem Marktplatz, wo Tempo 10 gilt, von einem Auto angefahren. Nun hat es offenbar erneut eine Fußgängerin erwischt.

Saliha V. (Name der Redaktion bekannt) schildert, dass sie am 20. Januar zwischen 17.10 und 17.15 Uhr auf dem Zebrastreifen in Höhe von „City Pizza“ von einem Bus erfasst wurde. „Es war so, dass ich hinten aus dem Bus ausgestiegen bin, dann nach vorne neben dem Bus entlang gegangen bin und wollte dann den Zebrastreifen vor City Pizza überqueren“, erklärt die 22-Jährige. Als sie sich bereits auf dem Zebrastreifen befunden habe, habe sie bemerkt, wie der Bus losgefahren sei. „Es blieb kaum Zeit zum Reagieren, da hatte mich der Bus auch schon von links erwischt. Zum Glück war ich noch nicht allzu weit auf dem Zebrastreifen, sodass ich mich gerade noch aus der Situation rausdrehen konnte. Dennoch wurde ich meines Erachtens ein gutes Stück nach vorne in Fahrtrichtung geschubst. Gestürzt bin ich zum Glück nicht.“

Strafanzeige bei der Polizei erstattet

Augenscheinlich ging der Unfall noch glimpflich aus, doch Saliha V. wurde nach eigenen Angaben schwer verletzt. Der Bus sei weitergefahren. Sie sei direkt zur Polizei gegangen, dort aber zunächst nicht ernst genommen worden. Am Tag darauf sei sie erneut zur Polizei gegangen und habe Strafanzeige erstattet. Polizeisprecher Bernd Pentrop bestätigte, dass eine Strafanzeige vorliegt und bearbeitet werde. Die Polizei habe die Busfahrerin identifiziert. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens soll auch die Anzeigeerstatterin befragt werden. Derweil sucht Saliha V. in einer Kamener Facebook-Gruppe nach Zeugen, die sich am 20. Januar gegen 17.10 Uhr an der Bushaltestelle am Marktplatz aufhielten und ihre Schilderung bestätigen können.

Raserproblem auf dem Marktplatz

Auf den Teilen des Marktplatz, wo sich die jüngsten Unfälle ereigneten, gilt Tempo 10. Vor Weihnachten wurde eine 65-jährige Frau auf einem der drei Zebrastreifen von einem Auto erfasst – und nun der Unfall von Saliha V. mit dem Bus. Da liegt die Vermutung nahe, dass die Unfälle etwas mit der Raserproblematik auf dem Marktplatz zu tun haben.

Polizeikontrollen deckten voriges Jahr auf, dass gegen das Tempolimit auffällig oft verstoßen wurde. Der Negativrekord: Mit 58 km/h war ein Autofahrer im Tempo 10-Bereich- auf der Bahnhofstraße ausgangs des Marktplatzes geblitzt worden. Die Ursache für die beiden jüngsten Unfälle soll laut Polizei aber nicht in der Geschwindigkeit gelegen haben. Sprich: Es lag wohl an Unaufmerksamkeit.

Der Fall vor Weihnachten weist eine Parallele zum aktuellen Fall mit dem Linienbus auf: Der Autofahrer soll die Passantin übersehen haben und deshalb weitergefahren sein.

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