Auf frischer Tat ertappt: Getränke- und Leergutdiebe in der Kamener Stadthalle

dzDuo vor Gericht

Die Kamener Stadthalle ist kein Selbstbedienungsladen. Zwei Getränke-Diebe sahen das anders – und wurden prompt erwischt. Vor Gericht haben sie jetzt die Vorwürfe teilweise eingeräumt.

von Jana Peuckert

Kamen

, 06.11.2019, 15:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Diebe gelangten am 13. Mai auf ungeklärte Weise in die Stadthalle Kamen. Sowohl Leergut in Form von Getränkekästen und Fässern, als auch volle Flaschen Wasser und Sekt sollen ein 32-Jähriger und eine 30-Jährige mitgenommen haben – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Am Mittwoch mussten sich die beiden Angeklagten im Amtsgericht Kamen wegen besonders schweren Diebstahls verantworten.

Angeklagter reagiert trotzig

Der Mann hatte zuvor einen Antrag auf einen Pflichtverteidiger gestellt, da er sich nicht in der Lage sehe, sich selbst zu verteidigen. Der Richter wies den Antrag mit der Begründung zurück, dass der unter Betreuung stehende Angeklagte in einem früheren Verfahren gut alleine zurecht gekommen sei. Seither, Herbst 2018, habe sich seine Situation nicht verändert.

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Mutmaßlich als Trotzreaktion weigerte sich der 30-Jährige zunächst, etwas zu sagen. Sein gutes Recht, wie der Vorsitzende betonte. Auch die Mitangeklagte schwieg erst einmal. Der Richter entnahm der Akte, dass es zur Anzeige gekommen war, weil Mitarbeiter der Stadthalle die Angeklagten dabei beobachteten, wie sie Flaschen und Kästen nach draußen trugen. Die Frau soll mit vier Sektflaschen in den Händen in der Halle angetroffen worden sein. Der Polizei gegenüber hatte sie vor Ort angegeben, der Mann habe bei dem Diebstahl mitgemacht und schon einiges an Leergut eingetauscht.

Stadthallen-Mitarbeiter sollen als Zeugen aussagen

Plötzlich meldete sich der 30-Jährige doch zu Wort: „Vier leere Kisten hab ich geklaut.“ Offenbar durch die Aussage des Kameners motiviert, erklärte die Frau, die Flaschen, die sie gestohlen habe, sofort zurückgebracht zu haben. Dem Richter kam das etwas merkwürdig vor. Laut Anklageschrift hat das Diebesgut einen Gesamtwert von 280 Euro. Das passe mit den Angaben der Angeklagten nicht zusammen. Der Vorsitzende setzte die Verhandlung aus. Zu einem neuen Termin sollen die Mitarbeiter der Stadthalle als Zeugen geladen werden.

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