Auch zwischen dem Ramadan und den Sommerferien hat die Ditib-Gemeinde etwas zu feiern

dzNachbarschaftsfest

Bevor es für die meisten in den Sommerurlaub geht, ruft die Ditib-Moschee ihre Mitglieder und interessierte Gäste zum großen Straßenfest an die Grimmstraße

von Jan Dreher

Kamen

, 22.06.2019, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Frühsommertag wie er im Buche steht. Der Himmel strahlt in Blau und wird nur von wenigen schattenspendenden Wolken überzogen. Während die restliche Stadt träge in das warme Wochenende startet, dringt aus der Grimmstraße bereits geschäftiges Treiben. Schon von weitem steigt der Duft von exotischem Essen den wenigen Fußgängern in die Nase, die in der Sonne ihres Weges gehen.

Auch zwischen dem Ramadan und den Sommerferien hat die Ditib-Gemeinde etwas zu feiern

Die Frauen aus der Gemeinde heißen Gäste willkommen. © Borys Sarad


Ein ungewöhnliches Straßenbuffet

Folgt man dem ungewöhnlichen Duft in die kleine abgesperrte Straßenecke, erstreckt sich vor einem ein Rondell aus kulinarischen Köstlichkeiten. Grund für das ungewöhnliche Straßenbuffet ist das Nachbarschaftsfest der Ditib-Gemeinde. „Mit Mann und Maus, Frau und Kind haben wir das organisiert“, sagt Mehmet Akca, Sprecher der Moschee. Den gemeinnützigen Verein, der die Moschee unterhält, gibt es bereits seit 1987. „Wir machen das hauptsächlich zur Abwechslung für unsere Mitglieder, damit man zwischen Ramadan und den Sommerferien nochmal was hat, worauf man sich freut“, sagt Akca, „besonders die Kinder.“

Auch zwischen dem Ramadan und den Sommerferien hat die Ditib-Gemeinde etwas zu feiern

Auch die Jugend engagiert sich beim Ditib-Fest. © Borys Sarad


Kontaktpflege mit den Nachbarn

Und ganz nebenbei ergibt sich für die Moschee die Gelegenheit, mit Nachbarn und anderen Bürgern in Kontakt zu kommen. „Früher hat es mit der Sprache gehapert“, erzählt Akca aus der Zeit seines Vaters, „aber heute wollen wir uns verbinden und integriert sein.“ Dass der Ditib-Dachverband vor einiger Zeit politisch unter Kritik geraten ist, weißt der Sprecher der Moschee von sich. „Politik hat hier nichts zu suchen“, trennt Akca klar den Wirkungsbereich seiner Gemeinde ein. „Wir wollen einfach die Hemmschwelle abbauen, die z.B. durch Vorurteile aufgebaut wird.“

Auch zwischen dem Ramadan und den Sommerferien hat die Ditib-Gemeinde etwas zu feiern

Die Frauen aus der Gemeinde heißen Gäste willkommen. © Borys Sarad


Die Kollegin hat eingeladen

Die kulinarischen Besonderheiten ziehen auch größere Besucher auf das Straßenfest. Mit zwei vollgepackten Tüten voller Köstlichkeiten sind Eva Müller, Denise Voye und Maria Meier gerade im Begriff das Fest zu verlassen. „Unsere Arbeitskollegin ist Türkin, sie hat uns eingeladen“, sagt Denise, sichtlich erfreut, über ihre Beute. Eingeladen hat Fadime Iscan. „Auf der Arbeit hab ich sie schon angefüttert“, sagt die Koch- und Backexpertin. „Wenn Fadime Essen mit zur Arbeit bringt, nimmt keiner Urlaub“, ergänzt ihre Kollegin Maria. Die drei Kolleginnen sind aus allen Ecken des Kreises Unna eigens für das Fest nach Kamen gekommen - und bereuen das nicht. „Ich kann das jedem empfehlen mal vorbeizugucken“, meint Eva. „Hier sind alle nette hilfsbereite Leute und man merkt, dass alle an einem Strang ziehen.“

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