Das seit Jahren erwartete Nordring-Sanierungsprojekt rückt näher. Der Auftrag an eine Baufirma für die Operation an der Hauptverkehrsader soll bald erteilt werden. Was sagen die Anwohner?

Kamen

, 28.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Ingrid und Eduard Dahmann wohnen direkt an der berüchtigen Schlaglochpiste, auf der wegen Straßenschäden schon länger Tempo 30 gilt. Die Eheleute kommen gerade vom Einkaufen und sind dabei, die Haustür aufzuschließen.

Hinter der Hausecke taucht ein Sattelkipper auf. Der schwere Lkw fährt über den Zebrastreifen an der Ecke Nordring/Bogenstraße, und der Auflieger gibt dabei ein Poltergeräusch von sich. Jede Fahrbahnunebenheit entlädt sich in einem regelrechten Lärmstoß.

Anwohner sagen: Es wird höchste Zeit

„Das wird höchste Zeit, dass der Nordring saniert wird“, sagt Eduard Dahmann. Die Anwohner leiden unter den Nebenwirkungen der kaputten B233-Ortsdurchfahrt. „Am schlimmsten ist es morgens um drei, vier Uhr“, sagt Ingrid Dahmann und zeigt auf das Schlafzimmerfenster. „Da sind Schallschutzscheiben drin.“ Trotzdem wird die Nachtruhe durch das Rumpeln gestört.

Wenn die Anlieger den Verkehr vor ihrer Haustür beobachten, können sie die Autos dieselben Schlenker fahren sehen, die sie selbst auch nehmen, um den Schlaglöchern auszuweichen. „Hier vorne rechts über den Radweg, dann wieder links“, sagt Ingrid Dahmann.

Die Anwohner des Nordabschnitts des Kamener Verkehrsrings haben schon viele Ankündigungen gehört. Einmal waren die Dahmanns auf einer Geburtstagsfeier. „Da war auch ein Stadtmitarbeiter, der hat uns gesagt: Ihr bekommt eine schöne Straße“, erzählt Ingrid Dahmann. Passiert ist aber nichts. Die Begebenheit soll schon eine Weile her sein.

Anwohner: Es ist höchste Zeit, dass der Nordring saniert wird

Nordring in Höhe der Körnerstraße: Der vorhandene Querschnitt wird zur Anlage von beidseitigen Radwegen und von Parkstreifen neu aufgeteilt. © Stefan Milk

Bäume wurden schon vor Jahren gefällt

Stichwort

Nordring

Der Landesbetrieb Straßen NRW, die Stadt Kamen und der Kreis Unna beabsichtigen gemeinsam, die B233-Ortsdurchfahrt auf einer Länge von 730 Metern umzubauen. Voraussichtlicher Baustart soll im Mai sein. Der vorhandene Querschnitt wird zur Anlage von beidseitigen Radwegen und von Parkstreifen neu aufgeteilt. In der Fahrbahn verbleiben Mittelinseln und Fußgängerüberwege. Darüber hinaus plant die Stadtentwässerung Kamen den im Bereich der Fahrbahn liegenden vorhandenen Mischwasserkanal durch einen neuen Kanal zu ersetzen. Der neue Kanal wird von der Kreuzung Stormstraße/Westring bis zur Kreuzung Bogenstraße/Nordring im Nordteil der Fahrbahn verlegt. Auch Grundstücksanschlüsse werden erneuert.

Eduard Dahmann konnte auch schon vermeintliche Anzeichen für einen Baustart beobachten. „Die waren vor ungefähr vier Jahren hier und haben die Bäume weggekloppt“, sagt er und zeigt in Richtung des Zebrastreifens. Durch seine frühere Hobbytätigkeit sah er die Fällaktion allerdings eher kritisch, so sehr er sich endlich eine glatte Fahrbahn und weniger Lärm wünscht. „Ich bin Imker gewesen“, sagt er.

Das lange Warten soll bald ein Ende haben: Im Kamener Rathaus biegen die Vorbereitungen auf die Nordring-Sanierung auf die Zielgerade ein. Die Verwaltungsleute haben die ersten Bauleistungen ausgeschrieben, sodass die Auftragsvergabe bevorsteht. Die Gesamtkosten werden auf etwa 4,4 Millionen Euro beziffert. „Wir gehen von einem Baustart im Mai aus“, sagt Vize-Verwaltungschef Dr. Uwe Liedtke. Bereits zum Jahreswechsel hatte das lange erwartete Projekt eine wichtige Hürde genommen, als die letzten Unterschriften unter eine Verwaltungsvereinbarung der beteiligten Behörden gesetzt wurden. Zuvor war das Projekt immer wieder verschoben worden.

Früher hat es gestaubt, heute lärmt es

Die Dahmanns wohnen schon seit rund 40 Jahren am Nordring und hoffen auf eine Linderung des Straßenlärms nach Abschluss der mehrjährigen Baumaßnahmen. Der Lkw-Verkehr hat in all den Jahren stark zugenommen, und seine Nebenwirkungen sind heutzutage anders als früher. „Als wir hierhin zogen, fuhren noch Lkw mit Kohlenladung vorbei. Da hat es gestaubt“, sagt Ingrid Dahmann.

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