Angriff oder Anwalt

dzMann droht Ex

Ein vorbestrafter Kamener will seine Tochter sehen und drohte deshalb seiner Ex. Ob er mit einem Angriff oder einem Anwalt drohte, war nun Gegenstand eines Prozesses wegen versuchter Nötigung im Amtsgericht Kamen.

von Jana Peuckert

Kamen

, 25.07.2018, 15:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sie habe zwei Wochen Zeit, ihn seine Tochter sehen zu lassen. Andernfalls hätte sie ein großes Problem, denn er müsste dann etwas tun, das er gar nicht wollte. So lautete der Inhalt einer Nachricht, die ein 55-jähriger Kamener am 17. Oktober vergangenen Jahres an seine Ex schickte. Die Frau bekam Angst, befürchtete, der Mann würde ihr etwas Schlimmes antun.

Und so kam es am Mittwoch im Amtsgericht Kamen zu einem Prozess wegen versuchter Nötigung. Der Angeklagte erklärte, er habe ihr nichts Böses angedroht, sondern nur gemeint, er würde sich dann einen Anwalt nehmen und in einem Verfahren gegen sie vorgehen.

Die Ex begründete ihre Befürchtungen mit einem Vorfall, der sich vor etwa acht Jahren ereignet hatte. Damals habe der Angeklagte sie mit einem Messer bedroht. Als der Nachbar dazugekommen sei, habe der Angeklagte aus Eifersucht auf den Mann eingestochen und ihn schwer verletzt. Als Folge war der heute 55-Jährige zu fünf Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt worden.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah die Anklageschrift unter diesen Umständen als bewiesen an. Im Gegensatz zum Verteidiger. Der forderte einen Freispruch für den Kamener. Schließlich könnte nicht nur aufgrund der Vergangenheit darauf geschlossen werden, dass der Angeklagte eine Straftat angedroht habe.

Letzterem schloss sich der Richter an. Es gebe zwei Möglichkeiten: Entweder der 55-Jährige habe mit einem Verfahren oder mit einem Angriff gedroht. „Ich kann ja nicht in Sie reingucken. Hier muss man sagen, ‚in dubio pro reo‘“, so der Richter.

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