Angeklagter bestreitet Angriff auf Radfahrer auf dem Kamener Marktplatz

dzProzess um Schlägerei

Drei Männer sollen einen älteren Herrn auf dem Kamener Marktplatz vom Fahrrad geschubst und ihn geschlagen und getreten haben. Vor Gericht gestaltet sich die Aufklärung des Falls schwierig.

von Jana Peuckert

Kamen

, 29.11.2018, 13:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sicher ist bislang nur, dass es am Abend des 21. Juli vergangenen Jahres auf dem Marktplatz in Kamen zu einer heftigen Schlägerei gekommen war.

Nicht gewiss ist allerdings, welcher Beteiligte daran welchen Anteil hatte. Das zeigt ein Strafprozess vor dem Amtsgericht Kamen.

Einen Mann hat die Staatsanwaltschaft bislang angeklagt. Er und zwei weitere Männer sollen einen älteren Herrn zunächst vom Fahrrad geschubst und ihn anschließend gemeinsam geschlagen und getreten haben. Einer der Täter soll dem Opfer dabei eine Glasflasche auf den Kopf geschlagen haben.

Der 23-Jährige auf der Anklagebank stritt ab, zu den Angreifern gehört zu haben. Vielmehr habe er die Szene erst von Weitem beobachtet. Das spätere Opfer habe zwei Männer angemacht. Diese hätten ihn daraufhin vom Fahrrad geschubst und seien dann beide mit Schlägen und Tritten auf ihn los. Da habe es ihm gereicht, so der Angeklagte. Er sei dazwischen gegangen, habe einen der beiden weggezogen, woraufhin beide abgehauen seien. Unschlüssig, was er tun sollte, sei der Kamener hinter ihnen her gerannt. So hatte es ein Augenzeuge jedoch nicht beobachtet. Im Gericht gab der 35-Jährige an, dass er den Angeklagten vom Sehen her kenne. Deshalb sei er auch sicher, dass er den Mann gesehen habe, wie der auf den Geschädigten eintrat und einschlug.

Für das Gericht schien der Zeuge glaubhaft. Ein Urteil gab es dennoch nicht. Von fünf geladenen Zeugen waren gerade einmal zwei erschienen. Sowohl der Geschädigte als auch ein Entlastungszeuge, der die Version des Angeklagten bestätigen sollte, sowie ein weiterer Mann, der das Ganze von der Terrasse eines Lokals aus beobachtet hatte, blieben dem Gericht fern. Gegen sie alle verhängte der Richter Ordnungsgelder von 150 und 300 Euro.

Über den Geschädigten wusste ein Mann aus den Zuschauerreihen zu berichten, er habe ihm gegenüber geäußert, nicht zum Gerichtstermin zu kommen. Er wolle keinen Ärger haben. Auch Anhörungstermine bei der Polizei hatte der Mann ignoriert. Jetzt gibt es einen neuen Termin. Zu diesem sollen sämtliche Zeugen aussagen.

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