Anarchie – ziviler Ungehorsam nach Noten: Solistin stand schon mit sieben Jahren auf der Bühne

dzSinfonische Reihe

Ein Klangerlebnis ist garantiert, wenn man die Neue Philharmonie Westfalen in der Konzertaula besucht. Gelegenheit gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann will eine Cellistin für Furore sorgen.

Kamen

, 06.02.2020, 13:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Klangerlebnis ist garantiert, wenn man die Neue Philharmonie Westfalen in der Konzertaula besucht. Diesmal mit Raphaela Gromes, die bereits als Vierjährige mit dem Cellospiel begonnen hat. Und im Alter von sieben Jahren sammelte sie mit ihren Eltern, beide Cellisten, erste Bühnenerfahrung. Sie steht nunmehr als Solistin im Mittelpunkt des nächsten Konzerts der Neuen Philharmonie Westfalen, die am Mittwoch, 12. Februar, in Kamen gastiert. Mark Mefsut, Sprecher des Ensembles, kündigte am Donnerstag Einzelheiten des Auftritts an.

Von Publikum und Presse überschwenglich gefeiert

Ihr Debüt als Solistin erfolgte mit dem Cellokonzert von Friedrich Gulda im Herbst 2005, „worauf sie von Publikum und Presse überschwenglich gefeiert wurde“, wie Mefsut berichtet. Mit eben diesem Cellokonzert, das dem verstorbenen österreichischen Cellisten Heinrich Schiff gewidmet ist, kommt Raphaela Gromes als Solistin zur Neuen Philharmonie Westfalen und ist gemeinsam mit Gastdirigent Andreas Hotz zu erleben an dem Mittwoch ab 19.30 Uhr in der Konzertaula Kamen. Weitere Termine sind am Dienstag, 11. Februar, 19.30 Uhr in Recklinghausen (Ruhrfestspielhaus) sowie am 17. Februar, 19.30 Uhr in Gelsenkirchen (Musiktheater im Revier).

Anarchie – ziviler Ungehorsam nach Noten: Solistin stand schon mit sieben Jahren auf der Bühne

Zum Schluss gibt es in der Konzertaula stehend Applaus! Der Neuen Philharmonie Westfalen gelingt beim jüngsten Konzert im Januar ein überzeugender Jahresauftakt mit der Japanerin Akiko Suwanai als Violin-Solistin. © Stefan Milk

Funk-Jazz, Wiener Klassik und Alpenidylle als schräge Fusion

Ziviler Ungehorsam nach Noten! „Anarchie“, wörtlich „Herrschaftslosigkeit“, bezeichnet den Zustand gesellschaftlicher Unordnung. Die herrscht auch vor beim „Roi Ubu“ von Alfred Jarry, Ahnherr der Dadaisten. „Zu dessen Groteske schuf Bernd Alois Zimmermann eine freche Collage, deren Text bei jeder Aufführung um aktuelle politische Kommentare ergänzt werden soll“, kündigt Mefsut an.

Friedrich Gulda liebte die provokativen Auftritte als ewig junges Enfant terrible. Er war ein begnadeter Klassik-Pianist, aber auch bekennender Jazzer – wie man in seinem Konzert für Violoncello und Blasorchester hört. Funk-Jazz, Wiener Klassik und Alpenidylle gehen da eine schräge Fusion mit höchstem Unterhaltungswert ein.

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Mal expressiv, mal zart, mal spielerisch

Die junge deutsche Cellistin Raphaela Gromes erhielt für ihre jüngste, bei Sony erschienene CD „Hommage à Rossini“ höchstes Kritikerlob: „Raphaela Gromes ist eine hervorragende Geschichtenerzählerin. Mal expressiv, mal zart, mal spielerisch, mal überschwänglich leichtfüßig“ (NDR Kultur). Dazu der erste Takt von Beethovens 1. Sinfonie: keine Bestätigung der Grundtonart, sondern ein wüster Dominantseptakkord, der alles aus den Angeln hebt. Muss man mehr sagen zum Erstling des jungen Wilden? Anarchie! All das ist zu erleben am Mittwoch – als Klangerlebnis in Kamen.

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