Anwohnerparken

An Kamens Körnerstraße könnte es bald keine Knöllchen mehr geben

An der Körnerstraße in Kamens Innenstadt parkten die Anwohner jahrelang gern zwischen den Bäumen: Doch in jüngster Zeit hagelte es dafür Knöllchen. Laut Stadt könnte sich das aber ändern.
An der Körnerstraße in Kamen parken die Autos am Straßenrand. Ein Abstellen auf dem breiten Gehweg zwischen den Bäumen ist nicht erlaubt.
Wer jüngst zwischend den Bäumen an der Körnerstraße parkte, bekam ein Knöllchen. Nun will die Stadtverwaltung prüfen, ob die Fläche als Parkraum offiziell freigegeben werden kann. Dann wären Bußgelder Geschichte. © Johannes Brüne

So mancher Anwohner der Körnerstraße traute in den vergangenen Wochen seinen Augen nicht: Dort, wo man jahrelang in den Nischen zwischen den Bäumen auf dem breiten Gehweg geparkt hatte, hatten die Fahrzeuge plötzlich Knöllchen.

Das Ordnungsamt der Stadt Kamen war durch die Straße gegangen und hatte die Autofahrer zur Kasse gebeten. Der Bereich ist nämlich kein ausgewiesener Parkraum. „Zum Aufgabenspektrum der Stadtverwaltung Kamen gehören unter anderem die Überwachung des ruhenden Verkehrs und damit auch die Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten wie hier das Parken auf Gehwegen“, erklärt Stadtsprecher Rüdiger Büscher auf Anfrage der Redaktion.

Parkverstöße gesetzeskonform geahndet

„Der Außendienst der Stadt Kamen hat gesetzeskonform die Parkverstöße an der Körnerstraße in Kamen erfasst und geahndet. Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung in einem Bereich veranlassen die Stadt Kamen stets dazu, eine Prüfung bezogen auf die Örtlichkeit und der Verkehrslage in Abwägung mit dem Gefährdungspotenzial für bestimmte Nutzergruppen durchzuführen.“

Heißt: Die zwischen den Bäumen parkenden Autos hätten unter Umständen Fußgänger oder Rettungswege behindern können. Deshalb die Knöllchen. Allerdings will sich die Stadt die spezielle Sachlage an der Körnerstraße auch noch einmal ansehen, denn: Der Gehweg jenseits der Bäume ist sehr breit und die Freiflächen zwischen den Bäumen bieten genügend Platz für eine Parkbucht. „Es sieht doch eigentlich auch so aus, als wenn diese Lücken für genau diesen Zweck gemacht worden wären“, sagt ein Anwohner. Denn die Alternative ist, dass die Fahrzeuge auf der Fahrbahn parken.

Bedarfsgerechtes Miteinander wird geprüft

„Es ist die tägliche Arbeit und Herausforderung der Stadtverwaltung Kamen, alle Bedürfnisse der Menschen dieser Stadt in den Blick zu nehmen. Auf der einen Seite gilt es hier die Einhaltung der Regelungen der Straßenverkehrsordnung zu überwachen, um Nutzerinnen und Nutzer von Gehwegen zu schützen, auf der anderen Seite prüft die Stadtverwaltung Kamen nach pflichtgemäßen Ermessen, welche Maßnahmen in Abwägung der Gesamtsituation erforderlich sind, um ein bedarfsgerechtes Miteinander zu gewährleisten“, teilt Büscher mit.

Für die Körnerstraße werde daher derzeit geprüft, ob die vorhandene Gehwegsituation Möglichkeiten biete, so dass künftig gesetzeskonform auf den Gehwegen geparkt werden könnte. Dazu muss sichergestellt sein, dass es wirklich ausreichend Kapazitäten sowohl für Fußgängerinnen und Fußgänger als auch Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen gibt. Dann könnte der sonst ungenutzte Bereich zwischen den Bäumen als Parkraum zur Verfügung stehen, um sowohl parkraumsuchenden Anwohnern als auch Fußgängern ausreichend Platz für ihre Belange zur Verfügung zu stellen.

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