An der Sperrung vorbei über Busumleitung oder Fräskanten: Erste Baustellen-Rowdys ertappt

dzBergkamener und Töddinghauser Straße

Die Bergkamener Straße ist gesperrt – aber nur für die, die sich an die Regeln halten. Dass das nicht alle tun, zeigt sich auch an der Töddinghauser Straße in Bergkamen. Dort wurden schon Rowdys erwischt.

Kamen

, 22.10.2019, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Gegen solche kriminelle Energien ist kein Kraut gewachsen“, sagt Kamens Stadtsprecher Rüdiger Büscher. Und auch die Polizei ist machtlos, wenn sie nicht gerade einen Autofahrer auf frischer Tat ertappt. Derzeit gibt es in Kamen Bergkamen eine Baustelle, durch die Autos trotz Durchfahrverbot fahren un die auch in Bergkamen Problma macht.

Im Falle der Bergkamener Straße, die derzeit vollgesperrt ist, nehmen die Fahrer sogar in Kauf, über zwei scharfe Fräskanten zu rollen. Hindernisse, die ihnen die Durchfahrt erschweren, schieben manche Fahrer sogar zur Seite, andere fahren einfach über den Radweg.

Selbst beobachtet hat die Polizei diese Verkehrssünder noch nicht, aber es wurde ihnen laut Sprecherin Vera Howanietz von Anwohnern mitgeteilt. „Wir haben gehört, dass da immer wieder Autos durchfahren.“ Seitdem sie um das Problem weiß, kontrolliert die Polizei die Baustelle häufiger.

Und auch die Stadt hat ein Auge auf die Stelle. Mit den Arbeitern sei besprochen worden, die Durchfahrt durch Hindernisse zu erschweren. Ganz abdichten kann man die Stelle aber laut Howanietz nicht, denn die Arbeiter müssen immerhin auch noch eine Zufahrt zu ihrer Baustelle haben. Die Bauarbeiter sind es auch, die durch solche Rowdys gefährdet sind.

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An der Töddinghauser Straße nehmen manche einfach die Busspur

Nicht nur an der Bergkamener Straße ignorieren Autofahrer die Straßensperrung.

Auch in Bergkamen kam es jüngst zu ähnlichen Vorkomnissen. Aufgrund der gesperrten Bergkamener Straße in Kamen dürfen Busse über die Lüner Höhe durch die Töddinghauser Straße, die sonst in einer Sackgasse endet, fahren. Für Autos gilt dort weiterhin ein Durchfahrverbot. Sie müssen den offiziellen Umweg über die Lünener Straße nehmen.

Das wollen sich aber offenbar nicht alle Autofahrer sagen lassen. „Manche denken sich: Wenn ein Bus da durchpasst, passe ich auch durch“, sagt Howanietz. Während in Kamen an der Bergkamener Straße noch kein Verkehrssünder auf frischer Tat ertappt wurde, habe die Polizei im Bereich der Töddinghauser Straße schon das eine oder andere Verwarngeld verhängt, weil Autos verbotenerweise den für die Busse geöffneten Weg genommen haben.

An der Sperrung vorbei über Busumleitung oder Fräskanten: Erste Baustellen-Rowdys ertappt

Weil die Bergkamener Straße derzeit gesperrt ist, müssen die Autos eine Umleitung über die Lünener Straße (gelb) nehmen. Für Busse wurde die Töddinghauser Straße, die sonst gesperrt ist, geöffnet (pink). © Stadt Kamen

Kamen sperrte Straße wegen Fehlverhalten komplett

Normalerweise komme so etwas in Kamen nur vereinzelt vor, sagt Sprecher Rüdiger Büscher. Doch in diesem Jahr habe es schon einmal eine kritische Stelle wie die Bergkamener Straße gegeben, an der die Autofahrer die Straßensperrung einfach ignorierten.

Ort des Geschehens war im April der Kreisel Werver Mark. Wegen des Kreiselausbaus wurde die Straße zur Einbahnstraße. Dem widersetzten sich manche Fahrer jedoch. „Ich weiß noch, wie einer um einen Streifenwagen vor Ort herumgefahren ist und falsch herum in die Einbahnstraße fahren wollte“, sagt Büscher.

Das wiederholte Fehlverhalten hatte Folgen: „In Abstimmung mit der Polizei wird der Kreisel Werver Mark kurzfristig in Fahrtrichtung Unna komplett gesperrt. Auch ein Anliegerverkehr ist dann nicht mehr möglich. Hintergrund der Maßnahme ist wiederholtes Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern, die Sperrungen umfahren haben und teilweise in den Gegenverkehr geraten sind.“, schrieb Büscher in einer Pressemitteilung, die am 16. April veröffentlicht wurde.

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