Bis Dienstag für alle Betreuung, die nicht ohne auskommen, ab Mittwoch schließt das Rathaus

dzSchutz gegen Coronavirus

Verschärfte Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Die Stadt schließt ab Mittwoch das Rathaus für den Publikumsverkehr. Eine Betreuung in den Kitas soll heute aber noch möglich sein.

Kamen

, 15.03.2020, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Kamen verschärft die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus: Ab Mittwoch wird das Rathaus für den Publikumsverkehr schließen. Die Arbeit im Rathaus und im unverzichtbaren Außendienst laufen weiter. Eine Allgemeinverfügung, wie sie die Stadt Bergkamen auf Erlass des Landes NRW bereits umgesetzt hat, ist indes in Kamen noch nicht in Kraft.

Die Verfügung, alle privaten und öffentlichen Veranstaltungen zu untersagen, soll erst nach kreisweiter Abstimmung im Laufe der Woche angeordnet werden.

Das teilte Bürgermeisterin Elke Kappen am Sonntagmittag mit, unmittelbar nachdem die Verwaltungsspitze im Rathaus getagt hatte. Die neuen Regelungen gelten zunächst bis zum 19. April.

Wichtige Nachricht für Eltern: Betreuung auch am Montag noch

Coronavirus

Betreuung ab Mittwoch

  • Ab Mittwoch werden nur noch Kinder betreut, deren Eltern (beide Elternteile bzw. Alleinerziehende) schriftlich durch den Arbeitgeber ihre Unentbehrlichkeit nachweisen können. Ein Formular hierzu kann auf der Internetseite der Stadt Kamen unter www.stadt-kamen.de unter dem Stichwort „Coronavirus“ heruntergeladen werden.
  • Bei den Schlüsselpersonen handelt es sich um Angehörige von Berufsgruppen, deren Tätigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Bevölkerung und der Aufrechterhaltung zentraler Funktionen des öffentlichen Lebens dient.
  • Dazu zählen insbesondere: Alle Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder-und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung), der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen.

Wichtige Nachricht für Eltern, die für Montag und Dienstag noch keine Kinderbetreuung organisieren konnten, nachdem am Freitagnachmittag die plötzliche Entscheidung kam, die Kitas nur noch für Eltern mit systemrelevanten Berufen wie Ärzte, Polizisten und Pflegepersonal zu öffnen: „Wir haben darum gebeten, das mit Augenmaß zu entscheiden. Viele Eltern werden noch keine Gelegenheit gehabt haben, das mit ihren Arbeitgebern zu klären“, so die Bürgermeisterin.

Es gelte die Bitte an die Kita-Leitungen, „das nicht so restriktiv zu handhaben, sondern vernünftig zu regeln“. Für alle, die das anders lösen können, gilt aber: Die Betreuung nicht zu nutzen, um weiteren Infektionen vorzubeugen.

Zahl der Notfallbetreuungsplätze wird jetzt ermittelt

Betreuung ist ab Mittwoch lediglich für Angehörige bestimmter Berufsgruppen vorgesehen: Für Eltern, die in Bereichen arbeiten, die für die Auftrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie der Pandemiebekämpfung notwendig sind. Zu diesen Berufsgruppen gehören zum Beispiel medizinisches und pflegerisches Personal sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Justizbehörden.

Wie viele Notfallbetreuungsplätze es in Kamen sind, wird zurzeit ermittelt. „Sind es 50, sind es 100 oder noch viel mehr? Von der Zahl hängt es ab, wie wir das organisieren“, so Kappen. Eine Information erfolge unmittelbar, wenn die Abstimmung erfolgt sei.

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Mehr Telefon-Arbeitsplätze im Rathaus

Zu den verschärften Maßnahmen zählt ab Mittwoch, dass das Rathaus für den Publikumsverkehr geschlossen bleibt. Unaufschiebbare Aufgaben wie die fristgerechte Einreichung eines Rentenantrags können nach telefonischer Anmeldung (Tel. 1480) trotzdem gestellt werden.

„Wir werden unsere Telefonplätze ausweiten“, so Kappen. Es sollte aber davon abgesehen werden, den Personalausweis zu verlängern, wenn der noch ein halbes Jahr gültig sei. Auch von Nachfragen, ob man das Geld für ausgefallene Kulturveranstaltungen zurück erhalte. „Das werden wir in die Wege leiten. Dafür muss niemand anrufen oder ins Haus kommen“, so Kappen.

Zudem werden all jene Außendienste eingestellt, die zurzeit nicht notwendig erscheinen. Außendienstliche Hilfen im Jugendbereich werden allerdings aufrechterhalten.

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Allgemeinverfügung ist in Kamen noch nicht in Kraft

Die Allgemeinverfügung, alle privaten und öffentlichen Veranstaltungen zu untersagen, soll im Laufe der kommenden Woche in Kraft treten. Bergkamen hat dieses bereits umgesetzt. Die Stadt Kamen will dort die kreisweite Lösung abwarten, die möglicherweise nach der Bürgermeisterkonferenz am Mittwoch auf den Weg gebracht wird. Kappen: „Es macht keinen Sinn, die Kommune A zu schließen, wenn dann die Bürger alle in die Kommune B oder woandershin gehen.“

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