Ärger an der Bogenstraße: Umleitung wird zur Rennpiste

dzBürgerbeschwerde

Der Verkehr, der über die Stormstraße zum Nordring läuft und umgekehrt, geht jetzt durch die Nebenstraßen. Das sorgt für Verdruss bei Anwohnern, die vor allem Tempoverstöße beobachtet haben.

Kamen

, 07.08.2019, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ärger an der Bogenstraße. Durch die Bauarbeiten auf dem Nordring und die Sperrung der Stormstraße sucht sich der Verkehr nun andere Wege. Unter anderem über die Straße „Im Dahl“ und die Bogenstraße in Fahrtrichtung östliche Innenstadt. Und über die Bergkamener Straße und „Auf dem Spiek“ ins Zentrum bzw. in die westlichen Citybereiche. „Jetzt reicht es langsam“, sagt Anwohner Marcus Witt. Er wohnt an der Bogenstraße und beklagt nicht nur die Verkehrsdichte, die dort jetzt täglich vorherrscht. Sondern auch die Geschwindigkeit. „Tempo-30-Zone bleibt Tempo-30-Zone“, mahnt er. „Doch hier wird manchmal durchgebrettert, das sieht aus wie 130 Sachen!“

Ärger an der Bogenstraße: Umleitung wird zur Rennpiste

Damit der Verkehr auf dem Nordring laufen kann, ist ein Bürgersteig entfernt worden (im Bild links), damit der Bereich zur Fahrspur asphaltiert werden konnte. © Stefan Milk

Baustelle trifft Kamen an empfindlicher Stelle

Die Baustelle am Nordring trifft Kamen an einer empfindlichen Stelle. Über die Einmündung Stormstraße fließt nicht nur der Verkehr aus und nach Bergkamen, auch das Quartier der Lüner Höhe wird über die Stormstraße bedient, zusammen mit der Lünener Straße.

Es ist also ordentlich Druck auf dem Kessel. Allerdings nur temporär, wie Stadtsprecher Rüdiger Büscher betont. Die Stadt nehme solche Hinweise von Anwohnern dennoch ernst und leite derlei Beschwerden, sofern sie sich mehren, an die örtliche Polizei weiter, die dann die Möglichkeit habe, über Tempokontrollen einzugreifen. Die Mehrbelastung in den Nebenstraßen ließe sich aber nicht vermeiden, weil die Nordring-Sanierung unerlässlich gewesen sei. „Dort helfen wir den Menschen, die sich schon lange über die Schlaglöcher und den Lärm der Fahrzeuge, die darüber gefahren sind, beschwert haben.“

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Das Schachtbauwerk am Nordring

„Was das für eine Rennfahrerei ist, das ist krass“

Marcus Witt regt sich vor allem darüber auf, in welcher Art und Weise über die Bogenstraße gefahren wird. „Selbst Bauwagen, die offenbar zur Baustelle gehören, knallen hier durch wie bekloppt.“ Und auch Linienbusse, die dort auf den Strecken zwischen Werne und Kamen und Unna und Bergkamen verkehren, seien oftmals zu schnell unterwegs. „Ich sag‘ es offen und ehrlich: Was das für eine Rennfahrerei ist, das ist krass.“

Auf dem Nordring selbst ist zu hohes Tempo im Angesicht der Baustelle nicht möglich: Um ausreichend Platz für den Verkehr zu schaffen, wurde ein Bürgersteig beseitigt, um dort eine Fahrspur zu asphaltieren.

Bauarbeiten laufen voraussichtlich bis Ende 2020

Die Sanierung des Nordrings war in den vergangenen Jahren vor allem deswegen immer ein Thema, weil die Bauarbeiten mehrfach verschoben wurden, während sich der Zustand des Straßenbelags immer weiter verschlechtert hat. Mit dem Baustart in diesem Jahr muss sich die Nachbarschaft voraussichtlich bis Ende 2020 auf diverse Umfahrungen einstellen.

Bis dahin bekommt der Nordring zwischen den Einmündungen Stormstraße und Bogenstraße erst einen neuen Kanal, dann eine neue Fahrbahn plus Geh- und Radwege, Fußgängerüberwege, Bushaltestellen, Bäume und Grünstreifen. Vorige Woche wurde ein großes Schachtbauwerk eingesetzt, das über einen Schwertransport vor 6 Uhr angeliefert und dann mit einem Kran eingeschwenkt wurde.

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