Abstandhalten ist in Corona-Zeiten wichtig. Das 3M-Werk in Kamen erhöht deswegen den Mindestabstand, der zwischen zwei Mitarbeitern eingehalten werden soll, von 1,5 auf zwei Meter. © Symbolbild/Archiv
Corona und Wirtschaft

Abstandsregel auf zwei Meter erhöht: Betrieb legt neuen Corona-Standard fest

Statt 1,5 Meter Abstand jetzt zwei Meter: Im 3M-Werk in Kamen sind neue Standards bei der Vorbeugung von Corona-Infektionen festgelegt worden. Der Arbeitsschutz hat laut Werksleitung oberste Priorität.

Auf Abstand kann sich das Coronavirus nicht verbreiten. Deswegen hat das Kamener 3M-Werk jetzt den in der AHA-Regel festgelegten Mindestabstand von anderthalb Metern auf zwei Meter erhöht. Dadurch, dass das Werk Produkte für den Gesundheitsmarkt herstellt, entsprechen die Hygienemaßnahmen dort eh schon höchsten Anforderungen. „Unsere Mitarbeiter machen das super mit und auch alles freiwillig“, berichtet Werksleiter Jens Milde.

Eine neue 3M-Halle befindet sich derzeit in Bau. Sie steht auf dem Betriebsgelände in Höhe der Autobahn 1.
Eine neue 3M-Halle befindet sich derzeit im Bau. Sie steht auf dem Betriebsgelände in Höhe der Autobahn 1. © 3M © 3M

Knick im Juni und Juli bei der Nachfrage erlebt

460 Mitarbeiter sind in dem Kamener Werk beschäftigt. Durch Corona, so berichtet Milde, habe man vieles umorganisieren müssen. Dass das alles realisiert werden konnte, dafür zollt er seinen Mitarbeitern nun großen Dank.

Bisher, so Milde, sei das Werk gut durch die Corona-Pandemie gekommen, so die vorläufige Bilanz. „Es gab einen Knick nach unten im Juni und Juli, als die Krankenhäuser ihre planbaren Operationen verschoben haben“, berichtet er. Das hatten die Kliniken bekanntlich getan, um Kapazitäten im Intensivbettbereich freizuhalten, um auf steigende Corona-Erkrankungen mit schwerem Verlauf vorbereitet zu sein.

Danach stieg die Nachfrage nach 3M-Produkten aus Kamen, die weltweit vertrieben werden, wieder an. Dazu zählen das Wundpflaster „Tegaderm“ und die Wärmedecke „Bair Hugger“, die weltweit an Krankenhäuser geliefert werden.

Hoffnung auf Ende der weltweiten Krise

Aktuell sei das Werk gut ausgelastet, wie Milde berichtet. Es sei zwar kein steiler Anstieg gewesen. „Aber man kann sich in diesen Zeiten glücklich schätzen, wenn man das erreicht, was man sich vorgenommen hat.“ Die Hoffnung sei, dass mit Bewältigung der Krise im Laufe dieses Jahres die Konjunktur insgesamt wieder anziehe.

Es gebe viele Prognosen, wie das Wirtschaftswachstum sich jetzt entwickele. „Daran können wir uns aber nicht orientieren. Wir gucken von einer Woche zu nächsten. Denn wenn hier alles in Ordnung ist, heißt das nicht, dass das überall auf der Welt auch so ist“, sagt er mit Blick auf das Exportgeschäft.

Weiteres Wachstum in Kamen vorgesehen

Ein weiteres Wachstum am Standort Kamen ist vorgesehen. Nicht nur durch den Bau einer neuen Halle samt Produktionsanlage. Drei weitere Anlagen werden in diesem Jahr in schon bestehenden Hallen installiert. Dabei soll die Mitarbeiterzahl von aktuell 460 auf 500 gesteigert werden. Auch wenn die Abstandsregeln jetzt geändert wurden – Abstandhalten von dem erfolgreichen Kurs gehört nicht dazu.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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