Abriss der Volksbankvilla in Kamen ist im Gange – geplant sind auch Wohnungen

dzMit Video

Von vorne sieht man noch nicht allzu viel, aber von hinten knabbert ein Bagger schon ordentlich an der alten Villa neben der Volksbankfiliale in Kamen herum. Staub, Steine und Bauteile rieseln herab.

25.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein exklusiver Blick aus einem der Volksbank-Büros an der Bahnhofstraße in Kamen zeigt, wie viel von der Villa nebenan schon fehlt. Ein Bagger hat sich schon ordentlich durch das Gemäuer gefressen und nagt weiter am Dach herum. Steine rieseln herab, Balken, Staub wird aufgewirbelt. Durch die Staubwolke ist kaum etwas zu sehen, der Staub vermischt sich mit dem Wasser, der wie Regen auf die Abrissbaustelle tropft und offensichtlich noch mehr Staubentwicklung verhindern soll.

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Volksbankvilla in Kamen wird abgerissen

In dem Büro sitzt Mike Pieper-Kreimer, Leiter der Produktionsbank. Er erzählt, dass die alte Villa durch einen dreistöckigen Neubau ersetzt werden soll. Unten ensteht demnach eine Gewerbefläche, oben vier Wohnungen verteilt auf zwei Etagen. Die Pläne der Volksbank Kamen-Werne, neben ihrer Hauptstelle einen Neubau zu errichten, sind nicht neu. Im Jahr 2015 wurde der Bauantrag im Rathaus eingereicht, damals war aber noch die Rede davon, die Hauptstelle durch den Neubau zu erweitern. Darin sollten Büroräume untergebracht werden.

Diese Pläne sind offensichtlich nicht mehr aktuell. Nun ensteht dort unter anderem Wohnraum, der zur Vermietung vorgesehen ist, wie Pieper-Kreimer erklärt. Geplant hat den Neubau der Kamener Architekt Peter Tillmann.

Die Villa ist marode und wird seit Jahren nicht genutzt

Der Abriss, der Ende vergangener Woche gestartet ist, wird das Stadtbild von Kamen verändern und der Bahnhofstraße ein markantes Gebäude nehmen. Die gründerzeitliche Stadtvilla an der Bahnhofstraße 12 muss für den Neubau weichen.

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Als die Volksbank den Bauantrag einreichte, erklärte sie, dass der Altbau marode ist, nicht mehr genutzt werde und nicht den heutigen Anforderungen an Raumkonzepte und Energieeffizienz entspreche. Es sind Gründe, die nach fünf Jahren offensichtlich noch immer greifen, denn der Zustand der Villa wird sich in den Jahren zumindest nicht zum Guten verändert haben, seitdem der Antrag im Rathaus eingegangen war.

Bei der beigen Villa handelt es sich um die Villa Langstadt. Bekannt ist sie durch das Schicksal der jüdischen Bewohner in der NS-Zeit. Dort wohnten Johanna, Karl und Fritz Langstadt. Sie flohen 1938 vor den Nazis nach Holland. Nur Fritz überlebte.

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