Abgelaufene TÜV-Plakette führt Polizisten zu Straftäterin

dzFahrzeugkontrolle

Eine angehende Altenpflegerin fährt mit einem Auto ohne gültige TÜV-Plakette über die Autobahn bei Kamen. Was die Polizisten dann feststellen, bringt die Fahrerin aus Bönen auf die Anklagebank.

von Jana Peuckert

Kamen

, 17.01.2020, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine abgelaufene TÜV-Plakette brachte eine Frau ins Visier einer Polizeistreife. Die Beamten zogen die 33-Jährige auf der A1 auf Kamener Stadtgebiet aus dem Verkehr. Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass die Bönenerin gar keine Fahrerlaubnis hat. Die hatte sie 2016 wegen Drogenkonsums verloren.

Dennoch setzte sie sich am 18. Mai vergangenen Jahres ans Steuer. Die verbotene Fahrt brachte der Frau einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen ein. Dort wollte sie zunächst schweigen, entschied sich aber aufgrund der Aussicht auf einen neuen Termin mit den Polizisten als Zeugen doch dazu, etwas zu sagen. „Ja das stimmt“, gab die 33-Jährige die Tat zu.

Ihr Vater leide unter anderem an Depressionen. Am Tattag habe sie ihn nicht erreichen können. Sie habe sich große Sorgen gemacht und sei deshalb einfach ins Auto gestiegen. „Es stand halt vor der Tür. Ich wusste schon, was ich tue“, sagte die Verkehrssünderin.

Seit 2017 war die Angeklagte bereits zweimal ohne Fahrerlaubnis erwischt und immer zu Geldstrafen verurteilt worden. Zudem war die Frau mit insgesamt sechs Vorstrafen wegen Drogendelikten, Diebstahlstaten und Beleidigung aufgefallen. Wenn sie immer wieder neue Straftaten begehe, mahnte der Vertreter der Staatsanwaltschaft, würden alte Eintragungen nicht gelöscht. Damit gefährde die Angeklagte als Auszubildende zur Altenpflegerin ihre Zukunft. Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer eine Geldstrafe in Höhe von 1250 Euro. Der Richter verurteilte die Frau am Ende zu drei Monaten Haft auf Bewährung. „Wer schon sechs Mal Geldstrafe bekommen hat und immer weiter Straftaten begeht, dem muss man sagen, so geht es nicht weiter“, begründete der Vorsitzende seine Entscheidung.

Wenn die Frau die drei Monate nicht absitzen will, muss sie sich zwei Jahre lang straffrei führen und 500 Euro an die Gerichtszahlstelle überweisen. Sowohl die Angeklagte als auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft verzichteten auf Rechtsmittel. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

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