Abenteuer mit Charity-Charakter: Mit dem Moped von Kamen zum Nordkap

dz„Way to Nordkap“

Lothar Baltrusch ist mit seinem Moped schon nach Vietnam gefahren, hat die USA von New York City bis New Orleans durchquert. Im Juli startet er eine neue Charity-Tour. Das Ziel: der Nordkap.

Kamen

, 20.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird eine Tour, die Lothar Baltrusch, Joachim Baltrusch und Norbert Edinger alles abverlangen wird. Im Juli 2020 starten sie von Heeren-Werve aus in Richtung Nordkap – nur mit ihren 49ccm-Zündapp-Mopeds.

Hinter dem Projekt „Way to Nordkap“ steht der Charity-Gedanke: Kinder in Vietnam sollen mit den Spenden, die die Drei sammeln, unterstützt werden. In Vietnam hat Lothar Baltrusch seit 2009 ein Patenkind, im Jahr 2013 fuhr er rund 15.000 Kilometer mit dem Moped nach Vietnam, um Thi Thao Huyen Pham zu sehen. 2016 folgte noch eine weitere Tour für den guten Zweck. Damals ging es von New York City nach New Orleans.

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"Way to Nordkap"

Lothar und Joachim Baltrusch fahren 2020 gemeinsam mit Norbert Edinger mit Zündapp-Mopeds von Kamen zum Nordkap. Das Charity-Projekt soll Kindern in Vietnam zugutekommen.
19.09.2019
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Starten im Juli 2020 mit ihren Zündapp-Mopeds zum Nordkap (v.l.): Lothar und Joachim Baltrusch sowie Norbert Edinger.© Stefan Milk
Der Initiator: Lothar Baltrusch war mit seinem Moped schon in Vietnam. Dort traf er 2013 Thi Thao Huyen Pham. Das Mädchen ist seit 2009 sein Patenkind. Bis heute kommen die Spenden, die Lothar Baltrusch mit seinen Touren einsammelt, KIndern in Vietnam zugute.© Stefan Milk
Der Navigator: Joachim Baltrusch weiß, wo es lang geht. Er tüftelt die Route aus und dabei auch im Blick, wo die drei Moped-Fahrer übernachten und nachtanken können.© Stefan Milk
Der Techniker: Norbert Edinger hat eine Motorrad-Werkstatt am Hockenheimring und verkauft von dort auch Ersatzteile für historische Mopeds.© Stefan Milk
Rund 3000 Kilometer sind es von Kamen bis zum Nordkap. Eine Tankfüllung reicht für etwa 140 Kilometer. Eine gute logistische Vorbereitung der Tour ist also wichtig.© Stefan Milk
„Way to Nordkap“: Wenn (v.l.) Norbert Edinger, Lothar Baltrusch und Joachim Baltrusch zum Nordkap starten, setzen sie ihre Helme natürlich auf. Für das Fotoshooting im Vorfeld verzichteten sie darauf noch.© Stefan Milk
Unweit des Heerener Schlosses beginnt im Juli 2020 die abenteuerliche Tour zum Nordkap.© Stefan Milk
Der Musiker Peter Maffay war schon bei "Way to Huyen" und "Way of Ella" Schirmherr. Lothar Baltrusch ist zuversichtlich, ihn auch für das neue Projekt gewinnen zu können.© Stefan Milk

Peter Maffay erneut Schirmherr

Bei den beiden vergangenen Touren war der Musiker Peter Maffay Schirmherr. Lothar Baltrusch, der in der Zwischenzeit auch schon mit Maffay unter Tage war und ihm damit einen Lebenstraum erfüllte, war zuversichtlich, dass der Musiker diese Aufgabe auch beim neuen Projekt übernimmt. Jetzt ist die Bestätigung da: Peter Maffay unterstützt die Aktion.

„Irgendwie war es schon immer mein Traum, mit dem Moped zum Nordkap zu fahren.“
Norbert Edinger

Dass es ausgerechnet zum Nordkap geht, liegt wesentlich an Lothar Baltruschs Freund Norbert Edinger. „Irgendwie war es schon immer mein Traum, mit dem Moped zum Nordkap zu fahren“, erzählt der Mann, der am Hockenheimring eine Motorradwerkstatt betreibt. Er suchte nach möglichen Tourpartnern und fand sie mit Lothar und Joachim Baltrusch in Kamen. „Vorher habe ich mir allerhand Absagen eingefangen“, sagt Edinger. Wohl auch ein Zeichen dafür, dass die Tour zum Nordkap nichts ist, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Abenteuer mit Charity-Charakter: Mit dem Moped von Kamen zum Nordkap

In der Nähe des Heerener Schlosses starte die Tour im Rahmen des Charity-Projektes. Es soll wieder Geld für Kinder in Vietnam gesammelt werden. © Stefan Milk

Deswegen wird die Tour mit den Fünfziger-Mopeds auch gut geplant. Joachim Baltrusch ist der Navigator im Dreier-Team: Er muss auch im Blick haben, wo Übernachtungsmöglichkeiten bestehen und wo die Mopeds nachgetankt werden können. „Vielleicht nehmen wir auch ein Notzelt mit, aber soweit sind wir in unseren Planungen noch nicht“, verrät Lothar Baltrusch.

Überhaupt – das mit dem Gepäck ist so eine Sache: Es kann nur mit, was auf den Mopeds und auf den Rücken der drei Männer Platz findet. „Wegen der schwierigen Straßenverhältnisse wollen wir diesmal keinen Anhänger mitnehmen“, sagt Lothar Baltrusch. In den Vereinigten Staaten hatte der noch wertvolle Dienste geleistet. Jetzt müssen zwei Kleidungssätze genügen: „Wir nehmen nur das mit, was wir anhaben und alles einmal als Ersatz“, verrät Baltrusch.

Das Nordkap

Mehr als 500 Kilometer nördlich des Polarkreises

  • Das Nordkap ist eine im Norden der nowegischen Insel Magerøya gelegene Landspitze. Es liegt auf 71° 10′ 21″ nördlicher Breite.
  • Das Nordkap befindet sich 514 Kilometer nördlich des Polarkreises und rund 2100 Kilometer südlich des Nordpols.
  • Das Nordkap ist touristisch gut geschlossen. Auf dem Hochplateau gibt es ein Informationszentrum.
  • Das Nordkap ist durch die Europastraße 69 der nördlichste Punkt Europas, der auf Straßen vom europäischen Festland aus zu erreichen ist.
  • Im Sommer scheint es für etwa zweieinhalb Monate die Mitternachtssonne. Die Temperaturen liegen dann tagsüber bei durchschnittlich 10 Grad Celsius.

Klar ist aber auch, dass sich die Moped-Fans auf die Kälte einstellen müssen. „Wir fahren im Sommer. Wenn wir Glück haben, bekommen wir da sogar mal 15 Grad“, weiß Lothar Baltrusch um die klimatischen Bedingungen. „Ab Stockholm, aber spätestens am Polarkreis werden wir uns wärmer anziehen müssen“, sagt Norbert Edinger. Lothar Baltrusch erinnert sich an seine Tour nach Vietnam – da wurde es immer wärmer: „Jetzt ist das umgekehrt.“

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Mopeds macht Kälte nichts aus

Den Mopeds aus den Baujahren 1967, 1970 und 1971 machen die kalten Temperaturen übrigens nichts aus. „Das ist kein Problem. Die Motoren sind zwangsluftgekühlt“, weiß der Fachmann vom Hockenheimring. Über einen Ventilator wird Luft angesaugt und durch das Getriebe entlang geführt.

Mit einer Tankfüllung liegt die Reichweite bei etwa 140 Kilometern. Angesichts 3000 Kilometern Gesamtstrecke und nur kleinen Reservekanistern ist eine genaue Planung erforderlich. „Das meiste wird sich aber spontan ergeben“, weiß Lothar Baltrusch aus der Vergangenheit.

Bei der „Langen Nacht der Volkshochschulen“ werden Lothar und Joachim Baltrusch am heutigen Freitag, 20. September, ab 21.15 Uhr im neuen „Haus der Bildung“ in Heeren nicht nur über ihre Tour durch die USA berichten, sondern auch über ihr neues Projekt informieren.
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