Ab jetzt läuft der Countdown zur „Euro 2024“ in der Sportschule Kaiserau

dzFreude über Uefa-Entscheidung

Jubel in der Sportschule Kaiserau: Denn die Vergabe der Fußball-EM 2024 nach Deutschland bedeutet, dass wahrscheinlich ein ausländisches Team in Kaiserau einquartiert wird.

Kamen

, 27.09.2018, 15:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Und nicht nur das sorgt für Freude im Fußballherz Westfalens, sondern auch die Zuständigkeit für zwei Spielstätten: Gleich zwei vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorgeschlagene Spielorte – Dortmund und Gelsenkirchen – befinden sich im Gebiet seines Landesverbands, des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW), der im Sportcentrum Kaiserau seinen Sitz hat. Mit Köln und Düsseldorf befinden sich insgesamt vier von zehn Spielorten in NRW.

Mit dem Smartphone im Konferenzraum

Verbandspräsident Gundolf Walaschewski erfuhr am Donnerstag während eines Termins mit der Staatskanzlei NRW von der Uefa-Entscheidung für Deutschland als Austragungsland. „Die Menschen im Ruhrgebiet und ganz Westfalen dürfen sich in sechs Jahren auf einen bunten Fußballsommer im Herzen Europas freuen“, erklärte Walaschewski. „Der FLVW wird alles dafür tun, um gemeinsam mit dem DFB, den Städten und den Amateurvereinen ein unvergessliches Fußballfest mit Fans aus ganz Europa zu feiern.“

Staatssekretärin Milz zu Gast

Walaschewski hatte Staatssekretärin Andrea Milz ins Sportcentrum eingeladen, um sich mit ihr über sportpolitische Themen auszutauschen. Die CDU-Politikerin ist in der Staatskanzlei von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für Sport und Ehrenamt zuständig. Verbandsgeschäftsführer Wilfried Busch war bei dem Treffen dabei und zückte kurz vor dem Bekanntgabe-Termin sein Smartphone, um den Livestream aus dem schweizerischen Nyon aufzurufen. So bekam die Gesprächsrunde von der Uefa-Entscheidung für Deutschland und gegen die Türkei mit.

Glückliche Gesichter in Kaiserau

Busch ging nach dem ersten Jubel eine Runde durchs Haus. „Wir freuen uns extrem, damit meine ich nicht nur alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FLVW, auch hier in der Nachbarschaft des Sportcentrums Kaiserau sieht man glückliche Gesichter“, erklärte er. „Wir sind der einzige Landesverband, der mit Dortmund und Gelsenkirchen gleich zwei Austragungsorte unterstützen darf und haben dies sehr leidenschaftlich getan. Europa und Kaiserau sind United by Football.“

Ein Gespräch, bei dem es nicht um Fußball ging

Der FLVW dürfte ein Interesse daran haben, von höchster Stelle in Düsseldorf zu erfahren, ob durch die „Euro 2024“ wieder eine Millionenförderung für Projekte im Verbandsgebiet winken könnte. In dem Gespräch mit der Staatssekretärin ging es jedoch laut Busch nicht um Fußball oder die Euro 2024, sondern um Turnen und Leichtathletik. Der FLVW hat mit anderen Verbänden ein Konzept mit dem Namen „NRW Youngstars“ entwickelt, bei dem es darum geht, Turnen und Leichtathletik in der Grundschule zu fördern. Es sei über die Zusammenarbeit mit den Bezirksregierungen und über Fördergelder gesprochen worden, so Busch.

Schub durch Fördergeld

Zur Fußball-WM 2006 wurde die alte Sportschule auch mit öffentlichem Fördergeld ausgebaut und modernisiert, sodass die spanische Nationalmannschaft dort einquartiert werden konnte. Das Land NRW und der FLVW gaben dafür 13,5 Millionen Euro aus. Davon waren rund 8,4 Millionen Landesförderung. Einen kleinen Teil von 280.000 Euro forderte das Land später nach einer Rüge von Landesrechnungsprüfern zurück, was zu einem Rechtsstreit mit dem Fördergeber führte.

Dem Sportcentrum bleiben jetzt sechs Jahre Zeit, um sich auf die EM vorzubereiten und um mögliche Förderwünsche zu platzieren. Das sei auch Zeit, um „infrastrukturelle Maßnahmen“ anzugehen. Mehr als zehn Jahre nach der Modernisierung zur WM 2006 gebe es auf einem historisch gewachsenen Gelände immer noch „Dinge, an denen man feilen kann“, sagte Busch. Konkrete Projekte sind noch nicht zu benennen.

Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass Kaiserau zur EM 2024 tatsächlich Gastgeber für eine der 24 EM-Mannschaften wird, aber hundertprozentig sicher kann man sich jetzt natürlich noch nicht sein. „Aber das müsste schon mit dem Teufel zugehen“, glaubt Busch. Und der Leiter des Sportcentrums, Benjamin Schwarz, erklärte: „Das Sportcentrum Kaiserau hat sich beim DFB als Team Base Camp beworben. Wir hoffen sehr, dass wir auch 2024 wieder eine Nationalmannschaft für die Dauer eines großen Turniers – wie 2006 die Spanier – in unserem Haus begrüßen dürfen.“

Das Sportcentrum Kaiserau kann bei Gästen aus dem Profi- oder Amateurbereich mit seinen Trainingsanlagen sowie dem Hotel punkten, das insgesamt 48 Zimmer auf gehobenem Niveau bietet. Die deutsche Nationalmannschaft von Joachim Löw ist regelmäßiger Gast, das nächste Mal aus Anlass des Spiels gegen die Niederlande am 19. November in Gelsenkirchen.

Unter den FLVW-Mitarbeitern, die über die Uefa-Entscheidung jubelten, ist auch die Dortmunder EM-Botschafterin und ehemalige Fußball-Nationalspielerin Annika Krahn. „Turniere im eigenen Land sind das Größte für jede Spielerin und jeden Spieler – und vor allem für die Fans“, sagte sie. „Auch wenn die Weltmeisterschaft der Frauen 2011 sportlich nicht so erfolgreich war wie erhofft, bleibt die WM im eigenen Land ein absolutes Karriere-Highlight. Umso mehr freue ich mich, dass wir 2024 wieder ein großes Turnier ausrichten können.“

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