A2 in Kamen: Neue Autobahnbrücken sind fertig, aber die Bauarbeiten noch nicht

dzVerkehr in Kamen

Die neuen A2-Brücken über dem Langen Kamp und der Seseke sind fertig. Mit der einen oder anderen Einschränkung müssen Auto- und Radfahrer aber bis in den Herbst hinein noch leben.

Kamen

, 22.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der A2 fließt der Verkehr nahe der Ausfahrt Kamen/Bergkamen mittlerweile wieder recht flüssig. In Richtung Oberhausen fahren die Autos bereits auf normalen Spuren, in Richtung Hannover gibt es noch eine engere Verkehrsführung, weil dort noch gearbeitet wird. Was dort passiert, können Autofahrer mit einem schnellen Blick aus dem Fenster erkennen.

Denn derzeit ragt ein riesiger Kran in den Himmel und bringt die einzelnen Bauteile der Behelfsbrücke auf den Boden. Oben klöppeln Arbeiter an der Brücke herum und zerlegen sie nach und nach.

Wobei von Brücke eigentlich nicht mehr die Rede sein kann, denn es ist nur noch ein kurzes Stück übrig. Noch vor wenigen Monaten fuhren Autos und Lkw über diese und eine weitere Behelfsbrücke in Richtung Hannover.

Die beiden Brücken ermöglichten, dass auf der A2 weiterhin sechsspurig gefahren werden konnte, während über dem Langen Kamp und der Seseke die Brückenbauwerke abgerissen und erneuert wurden.

Die A2-Brücken bei Kamen sind fertig, gearbeitet wird noch eine Weile

Da die Brücken nun fertig sind, mag sich manch einer fragen, was nun noch passiert. Denn wenn die etwa 1000 Meter lange Behelfsumfahrung abgebaut ist, muss an den Brücken ja eigentlich nichts mehr getan werden. Eigentlich. Denn die Restarbeiten werden sich noch eine Weile ziehen.

Unter anderem muss nun dort, wo die Behelfsbrücken an der Autobahndammböschung gebaut worden waren, jetzt die eigentliche Böschung wieder hergestellt werden, wie Manuela Poschau vom Landesbetrieb Straßen NRW erläutert. Die Böschung werde mit Oberboden versehen und abschließend bepflanzt.

Der Verkehr unter der neuen Brücke „Am Langen Kamp“ wird noch durch zwei Baustellen-Ampeln geregelt, da die Fahrspur unter der Brücke noch verengt ist. Die Geh- und Radwege unter der Brücke sollen erneuert werden.

Der Verkehr unter der neuen Brücke „Am Langen Kamp“ wird noch durch zwei Baustellen-Ampeln geregelt, da die Fahrspur unter der Brücke noch verengt ist. Die Geh- und Radwege unter der Brücke sollen bald erneuert werden. © Claudia Pott

Und es gibt noch weitere Arbeiten, die anstehen. Auf der Autobahn muss laut Poschau das Schutzplankenband wieder hergestellt und geschlossen sowie kleinere Maßnahmen an der Entwässerung durchgeführt werden. So einiges wird zudem unter den Brücken passieren.

Autofahrer und auch Radfahrer müssen an dieser Stelle also noch eine Weile mit den Baustellenampeln und dem einspurigen Verkehr leben. Dort seien Restarbeiten erforderlich, die aufgrund der Behelfsumfahrung nicht möglich waren, erklärt Poschau.

Das sind die Anlage von Dienstwegen, sowie die abschließende Herstellung der Geh- und Radwege, die sonst bei den Arbeiten wieder beschädigt worden wären. Also kommt auf die Radfahrer möglicherweise auch noch die eine oder andere Unbequemlichkeit zu.

Die Arbeiten am Langen Kamp sollen noch bis etwa Mitte September dauern.

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Arbeiten unter der A2-Brücke am Sesekeradweg in Kamen dauern noch bis Oktober

An der Seseke nebenan, sieht das anders aus. Dort ist der Radweg wieder befahrbar, aber wer dort entlang fährt, sieht gleich, dass da noch einiges passieren wird. Auch hier will die Böschung nach dem Abbau der Behelfsbrücke wieder hergestellt werden, außerdem werden ebenfalls Dienstwege angelegt. Des weiteren bekommt die Brücke unterhalb der Autobahn noch eine Verblendung aus Spritzbeton.

Die Brücke über der Seseke bekommt unter anderem noch eine neue Beton-Verblendung. Die Arbeiten am Fluss werden sich noch bis Ende Oktober ziehen.

Die Autobahnbrücke über der Seseke bekommt unter anderem noch eine neue Beton-Verblendung. Die Arbeiten am Fluss werden sich noch bis Ende Oktober ziehen. © Claudia Pott

Die Arbeiten an der Seseke werden sich sich laut Poschau noch bis Ende Oktober hin ziehen. „Alle noch offenen Rest- und Aufräumarbeiten sind voneinander abhängig und können nur in einer bestimmten Reihenfolge abgewickelt werden, paralleles Arbeiten ist nur bedingt möglich“, erklärt sie, warum es nicht schneller geht.

Aber Baufahrzeuge gehören für Radfahrer hier im Grunde schon längst zur Landschaft dazu. Immerhin begann die Arbeiten an den beiden Brücken, die den aktuellen Verkehrsbelastungen nicht mehr Stand halten konnten, bereits im Juni 2017.

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Gelohnt hat sich das Warten aber allemal. Die Brücken sind jetzt nicht nur robuster, sondern auch sicherer, wie Poschau ausführt. Denn im Gegensatz zu ihren Vorgängern haben die neuen, breiten Bauwerke Standstreifen und die Autobahn ist an der Stelle nicht mehr eingeengt – „eine Gefahrenstelle, die jetzt beseitigt ist.“

Auf diesem Bild von Juni 2018 ist die Behelfsumfahrung an der A2 deutlich zu erkennen. Die zwei Behelfsbrücken haben eine Spur in Richtung Hannover aufgenommen. Jetzt wird sie abgebaut.

Auf diesem Bild von Juni 2018 ist die Behelfsumfahrung deutlich zu erkennen. Die zwei Behelfsbrücken haben eine Spur in Richtung Hannover aufgenommen. Jetzt wird sie abgebaut. © www.blossey.eu (Archiv)

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