651 Kilometer Gasnetz bleiben in der Hand der Gemeinschaftsstadtwerke

dzVertrag verlängert

Das Gasnetz in Kamen, Bönen und Bergkamen bleibt auch in den nächsten 20 Jahren in der Hand der Gemeinschaftsstadtwerke. Die Bürgermeister haben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Kamen, Bergkamen, Bönen

, 05.11.2018, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Roland Schäfer (Bergkamen), Elke Kappen (Kamen) und Stefan Rotering (Bönen) setzten am Montag ihre Unterschrift unter den Konzessionsvertrag, dessen 20-jährige Laufzeit zum 1. Januar 2019 beginnt. Den drei Kommunen ist es in den Vertragsverhandlungen gelungen, bessere Bedingungen als bisher auszuhandeln. Das lag auch daran, dass außer den Gemeinschaftsstadtwerken (GSW) zunächst ein zweiter Bewerber, die Firma Innogy Netze Deutschland, ein Interesse an der Übernahme des über 600 Kilometer langen Gasnetzes bekundet hatte.

Die ursprüngliche Wettbewerbssituation führte dazu, dass die GSW beispielsweise detailliertere Regelungen zur Störungsbeseitigung und zu Reaktionszeiten angeboten haben. Zudem gibt es Zusagen zur technischen Weiterentwicklung des Netzes und die Verpflichtung zur Steigerung der Kosteneffizienz. Auch sind Umfang und Qualität des Kundenservice jetzt konkreter geregelt.

Die zahlreichen Vertragskriterien sind unter anderem vier Zielen gewidmet: Die Energieversorgung soll erstens sicher sein und zunehmend auf erneuerbaren Energien beruhen, zweitens preisgünstig und effizient, drittens verbraucherfreundlich und viertens umweltverträglich sein.

Die drei Kommunen besitzen zwar die Gemeinschaftsstadtwerke hundertprozentig selbst, sind aber gesetzlich verpflichtet, die Konzession für das Gasnetz in einem diskriminierungsfreien und transparenten Vergabeverfahren auf dem Markt auszuschreiben. „Wir mussten dabei sorgfältig vorgehen, um nicht eine Konkurrentenklage an den Hals zu bekommen“, sagte GSW-Aufsichtsratsvorsitzender Roland Schäfer.

Gemeinschaftsstadtwerke

651 Kilometer Kilometer Netz

Das Gasleitungsnetz in Kamen, Bönen und Bergkamen ist insgesamt 651 Kilometer lang, davon 444 Kilometer Hausanschlussleitungen. Das Teilnetz in Kamen ist 250 Kilometer lang, in Bönen 130 Kilometer und in Bergkamen 271 Kilometer. Insgesamt gibt es in dem Versorgungsgebiet 18 650 Hausanschlüsse, davon 6950 in Kamen. Die GSW zählen zudem 21690 Gaskunden. 2017 speisten die Gemeinschaftsstadtwerke rund 752 Millionen Kilowattstunden Gas durch ihr Marktgebiet. Das Unternehmen mit einer Bilanzsumme von über 150 Millionen Euro und 190 Mitarbeitern befindet sich im Eigentum drei Kommunen im Versorgungsgebiet.

GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl nannte den Ausgang des Vergabeverfahrens eine „Landmarke“ für das Unternehmen, da der Gasnetz-Bereich mit 38 Mitarbeiter gesichert sei. Auch wenn letztlich kein Mitbewerber übrig geblieben sei, sei man sicher, dass man dem Wettbewerb standgehalten hätte. Innogy hatte nach anfänglicher Interessenbekundung letztlich keine Bewerbung abgegeben.

Das Bürgermeister-Trio der GSW-Eignerkommunen freut sich über die Fortsetzung der Zusammenarbeit. „Wir sind zufrieden mit den GSW“, sagte Schäfer. Der Vertrag mit dem Wunschpartner läuft nicht einfach weiter, sondern die GSW haben sich „dem Markt und der Konkurrenz gestellt“, hob Elke Kappen hervor. Und Stefan Rotering verwies auf Synergieeffekte, die dadurch entstehen, dass Gas, Strom und Wasser aus einer Hand erfolgen – „das ist toll“. So wie jetzt die Gaskonzession verlängert wurde, kam bereits 2013 ein erneuter Vertrag über das Stromnetz zustande. Bereits seit 2010 verfügen die GSW außerdem über einen Vertrag mit Gelsenwasser zur Wasserversorgung.

Für die Gaskonzession – also das Recht, die Gasleitungen in städtischen Straßen zu verlegen und zu betreiben – kassiert die Kommune im Gegenzug Abgaben, allein für Kamen sind das 260.000 Euro jährlich.

Eine Bestätigung dafür, dass die Kommunen gut verhandelt haben, kommt von einer Expertin der auf Konzessionsverträge spezialisierten Beratungsfirma Becker Büttner Held. „Der Konzessionsvertrag ist insgesamt als kommunalfreundlich und positiv zu bewerten“, sagte Grit Hömke. Das Vertragsangebot der GSW bezeichnete sie kürzlich im Kamener Stadtrat als „qualitativ gut und umfassend“. Die Stadt- und Gemeinderäte in Kamen, Bönen und Bergkamen haben der Konzessionsverlängerung bereits zugestimmt.

Am Rande der Vertragsunterzeichnung äußerte sich GSW-Chef Baudrexl auch zu einem Thema, das Verbraucher besonders interessieren dürfte. Bundesweit müssen Gaskunden mit erhöhten Tarifen rechnen. Die GSW schließen eine Preiserhöhung zum Jahreswechsel jedoch aus, man wolle den Gaspreis stabil halten.

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