500 Meter lange Halteverbotszone löst Anwohner-Beschwerden aus

dzFeuerbachstraße

Keine Autos mehr auf der Straße parken und auch nicht in Parkbuchten: Ein massives Halteverbot auf 500 Metern Länge löst Kritik bei Südkamener Anwohnern aus. Die Stadt will teilweise einlenken.

Kamen

, 16.09.2019, 14:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dutzende Anwohner müssen sich in Südkamen neue Parkplätze suchen. Denn am Mittwoch (18.9.) soll auf der rund 500 Meter langen Feuerbachstraße ein Halteverbot in Kraft treten. „Da darf ich noch nicht mal stoppen, um die Oma oder eine Getränkekiste auszuladen“, kritisiert ein Anwohner den drohenden Wegfall der Parkmöglichkeiten.

Halteverbotsschilder kündigen die Einschränkung bereits an. Die Stadt Kamen will das Parken am Straßenrand so lange unterbinden, wie Linienbusse aufgrund einer Baustelle über die Feuerbachstraße fahren müssen. Die Wohnstraße dient als Umleitung, weil an der Kreuzung Siegeroth/Lütge Heide gebaut wird. Die Busse sollen nicht durch parkende Autos behindert werden.

Mit Kanonen auf Spatzen geschossen?

Der 53 Jahre alte Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will, kritisiert das massive Halteverbot und erkundigte sich am Montag im Rathaus nach dem Grund. Die Begründung, dass die Durchfahrt der Busse gewährleistet sein müsse, veranlasste ihn, bei der VKU anzurufen. Danach kommt er zu dem Schluss, dass ein punktuelles Halteverbot wohl ausreichen würde. „Ich verstehe nicht, wieso man die komplette Straße mit Halteverbotsschildern zupflastert. Meiner Meinung nach schießt man so mit Kanonen auf Spatzen.“ Zumal nicht nur die Fahrbahn, sondern auch Parkstreifen ein Halteverbot bekommen haben.

500 Meter lange Halteverbotszone löst Anwohner-Beschwerden aus

Der Bereich Lütge Heide/Siegeroth ist derzeit befahrbar, soll aber ab Mittwoch gesperrt werden. Die Fahrbahn wird erneuert. © Stefan Milk

Der Hintergrund der Baumaßnahme ist die Erneuerung von Leitungen im Bereich Lütge Heide/Siegeroth. Dort war im April ein Wasserrohr gebrochen, sodass die Straße unterspült wurde. Später begann Gelsenwasser, die Hauptwasserleitung sowie Hausanschlüsse zu erneuern. Bereits Anfang August kündigte die Stadt Kamen eine Vollsperrung des Gehwegs an, die bis 30. August dauern sollte. Deswegen sollte die Haltestelle „Lütge Heide“ bis auf Weiteres nicht mehr durch die VKU-Buslinie C22 bedient werden. Eine Ersatzhaltestelle wurde an der Straße Siegeroth eingerichtet.

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Inzwischen ist die Wasserleitung repariert, und im Nachgang wird die Fahrbahn wiederhergestellt. Dies bedeutet eine erneute Sperrung. „Diese Vollsperrung hat die Umleitung des VKU-Busverkehrs über die Feuerbachstraße zur Folge. Aus den Erfahrungen der letzten Baustelle in diesem Bereich muss die Feuerbachstraße als Parkraum komplett gesperrt werden, um einerseits den VKU-Busverkehr zu ermöglichen und die Straße gleichzeitig als Rettungsweg für mögliche Einsätze in diesem Wohngebiet freizuhalten“, erklärt Stadtsprecher Rüdiger Büscher.

Stadtverwaltung reagiert auf Kritik von Anwohnern

Allerdings will die Stadt Kamen den Anwohnern entgegen kommen. „Anwohneranregungen“ seien „teilweise dadurch aufgegriffen“, dass die ausgeschilderte Sperrung „der Haltebuchten und Parkstreifen wieder aufgehoben wird“, erklärt Büscher. Alternative Parkmöglichkeiten soll es an der Hegelstraße geben, wo zwischenzeitlich eine zweite Baustelle beendet ist. Die Stadt Kamen hat der Baufirma eine Sperrung der Kreuzung Lütge Heide/Siegeroth bis 11. Oktober genehmigt. „Das Unternehmen geht bei gutem Arbeitsverlauf aber von einer geringeren Sperrdauer aus und wird die Sperrung baldmöglichst aufheben“, so Büscher.

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