33-jähriger Autofahrer sammelt bei Verfolgung in der Nordstadt fast ein Dutzend Verstöße

Polizei

Ein 33-jähriger Autofahrer leistete sich am Dienstag eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei und beging dabei fast ein Dutzend Verstöße und Gesetzesbrüche. Er stand unter Drogeneinfluss.

Dortmund

, 04.12.2018 / Lesedauer: 3 min

"Ach komm, einer geht noch", ein Satz, der gerne mal in der Kneipe fällt. Gleichzeitig auch ein Satz, den sich ein Autofahrer in Dortmund zumindest am Dienstag als Motto des Tages auf die Fahne geschrieben zu haben scheint – in zweierlei Hinsicht.

Was der 33-jährige Kamener sich ab kurz vor 10 Uhr morgens schon alles geleistet hat, könnte so auch im Lernplan eines Jurastudenten in der Klausurenphase stehen:

Diebstahl von Kraftwagen: hat er; Urkundenfälschung: neh'm ich auch; Fahren ohne Fahrerlaubnis: check; Gefährdung des Straßenverkehrs durch Fahren unter Einfluss berauschender Mittel: kommt auch 'nen Haken dran; Straftat nach dem Pflichtversicherungsgesetz: läuft; Straftat gegen das Kraftfahrtsteuergesetz: da geht noch mehr; Kennzeichenmissbrauch: ja gut, dann halt auch noch das;

Trunkenheit im Verkehr: ach komm, einer geht noch – und zwar Diebstahl. Liste abgearbeitet.

Autofahrer missachtete alle Anhaltezeichen der Polizei

Laut Polizei hatte der Kamener mit dieser ausschweifenden Liste so ziemlich alle Regeln missachtet, die missachtet werden können. Zunächst einmal ignorierte er sämtliche Anhaltezeichen der Polizeibeamten, die ihn kontrollieren wollten: Anhaltestab, Lichtzeichen, Durchsagen über den Außenlautsprecher, Blaulicht und das Martinshorn. Kann man ja alles mal übersehen.

Seine Flucht vor der Polizei führte ihn dann von der Bergmannstraße über die Clausthaler Straße, Burgholzstraße, Schubertstraße, Münsterstraße, Haydenstraße, Eberstraße, Eisenstraße, Bornstraße, wieder in die Bergmannstraße, Clausthaler Straße, Stollenstraße und endete schließlich in der Braunschweiger Straße.

Dabei missachtete er mehrere rote Ampeln, fuhr in den Gegenverkehr und gefährdete andere Verkehrsteilnehmer, überschritt die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten deutlich und eröffnete, um einen Rückstau an einer roten Ampel zu umgehen, spontan eine weitere Spur auf dem Gehweg.

Unter vorgehaltener Waffe gestoppt

Mit Hilfe mehrerer Unterstützungskräfte gelang es der Polizei schließlich, den Autofahrer anzuhalten. Die Beamten überzeugten ihn mittels vorgehaltener Schusswaffe, aus dem Fahrzeug auszusteigen und sich auf den Boden zu legen – und nahmen ihn fest.

Als wäre das alles nicht genug, gestand der 33-jährige Kamener darauf auch noch, unter Einfluss von Marihuana und Amphetaminen zu stehen. Außerdem hatte er noch Betäubungsmittel und einen Schlagstock bei sich. Beides stellten die Polizisten sicher. Einen Führerschein hatte der Mann allerdings nicht dabei. Er verfüge schlichtweg über keinen, gestand er.

Kennzeichen gehörte eigentlich zu einem Anhänger

Nach und nach kamen laut Polizei immer mehr Verstöße ans Tageslicht: Die Eigentumsverhältnisse des Fahrzeugs konnten nicht geklärt werden. Die angebrachten Kennzeichen waren entstempelt – und gehörten zuvor sowieso zu einem Anhänger und keinem Auto. Auch der Pkw selbst war nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Der Fiat war bereits im August außer Betrieb gesetzt worden. In der Konsequenz stellte die Polizei also auch das Fahrzeug und die Kennzeichen sicher.

Nach seinem ziemlich „produktiven“ Morgen endete der Polizeieinsatz für den 33-Jährigen mit einem positiven Drogenvortest und der Entnahme einer Blutprobe. Die Ermittlungen dauern an.

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