So standen die beiden Autos am Sonntagnachmittag voreinander – etwa eine halbe Stunde lang. Dann kam die Polizei und löste die Situation auf. Wer wen blockiert hat, darüber gehen die Meinungen auseinander. © privat
Polizeieinsatz in Methler

30 Minuten lang in der Klemme: Verärgerter Autofahrer blockiert Frau beim Wenden

Eine Autofahrerin konnte in Methler weder vor- noch zurückfahren, weil ein anderes Auto ihren Wagen blockierte. Wie genau es zu dem Einsatz kam, schildert Manfred Chytralla.

Ein skurriles Bild bot sich den Methleranern am Samstagmittag. In einer Einfahrt neben der Pizzeria „Bei Tino“ stand ein Auto, dessen Fahrerin wenden wollte. Sie kam allerdings weder vor noch zurück, weil ein anderes Auto sich davorgestellt hatte.

Der Fahrer des Autos „machte keinerlei Anstalten, seinen PKW auch nur einen Zentimeter zurückzusetzen und pochte gestikulierend auf sein vermeintliches Recht, weiterfahren zu können“, beschreibt Manfred Chytralla.

Der Vorsitzende des Radsportvereins Wanderlust Methler, der genau dort sein Vereinsheim hat, hat die Szene beobachtet und weiß auch, wie es dazu gekommen ist: Beim Abholen eines Briefes parkte eine Frau ihren Wagen laut Chytralla nur wenige Sekunden vor dem Vereinsheim des RV Wanderlust.

In dieser Zeit fuhr der andere PKW vor. Der Fahrer „wollte offensichtlich die Fahrzeugführerin veranlassen, ihr Auto wegzufahren. Sie war ohnehin bereits auf dem Rückweg zu ihrem Fahrzeug. Obwohl er durchaus hätte vorbeifahren können hupte er unentwegt“, schildert Chytralla. Er vermutet, dass der Fahrer, der den Beteiligten bekannt ist, verärgert darüber war, dass die Frau in einer Halteverbotszone geparkt hatte.

Verärgerter Fahrer verhindert Wendemanöver

Der Fahrer soll laut Chytralla gehupt und geschimpft haben, obwohl er an dem Auto der Frau hätte vorbeifahren können. Wenig später habe die Frau dann bei der Pizzeria wenden wollen, wozu es aber nicht kam, weil der andere Wagen dicht hinter ihr blieb. „Er stoppte seinen PKW direkt hinter dem Fahrzeug der Autofahrerin, so dass diese weder vor- noch zurückkam“, so Chytralla.

Der Fahrer des Wagens hinter der Frau setzte nicht zurück, sondern „pochte gestikulierend auf sein vermeintliches Recht, weiterfahren zu können.“ Chytralla habe dann auf die Bitte der Frau hin die Polizei kontaktiert, welche anmerkte, erst in 15 Minuten eine Streife schicken zu können.

Weil sich bis dahin an der Situation nichts tat – bis auf die Tatsache, dass die Szene laut Chytralla Passanten anlockte, sei die Polizei dann schließlich gekommen. „Einer der Beamten traute seinen Augen nicht, denn ein einfaches Zurücksetzen des PKW hätte alles entspannt und die verfahrene Situation aufgelöst“, so Chytralla.

Fahrer muss Ordnungsgeld zahlen

„Die beiden PKW standen also eine geschlagene halbe Stunde regungslos auf der Straße. Der eine wollte nicht, die andere konnte nicht.“

Manfred Chytralla, Zeuge

Der Beamte hätte gegenüber der Polizei vermerkt, dass man doch schon im Kindergarten gegenseitige Rücksichtnahme lerne und hätte man nur ein bisschen nachgedacht, wäre ein Polizeieinsatz überflüssig gewesen.

Die Polizei verhängte ein Ordnungsgeld. Das bestätigt auf Nachfrage der Redaktion auch Polizeisprecherin Vera Howanietz. Die Polizei sei demnach gegen halb eins zur Otto-Prein-Straße ausgerückt, wegen einer „Verkehrsbehinderung zweier Fahrzeuge.“

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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