30 Jahre Mauerfall: So viele Trabis rollen noch durch den Kreis Unna

DDR-Kultauto

Die Ostalgie hat einen Namen: Trabant. Die Kamenerin Petra Zapatero ist nicht die einzige, die mit dem DDR-Kultauto herumfährt. Die Zulassungsstelle hat anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls die Trabis gezählt.

Kamen, Unna

, 07.11.2019, 15:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
30 Jahre Mauerfall: So viele Trabis rollen noch durch den Kreis Unna

Einer von 29 zugelassenen Trabis im Kreis Unna. Dieses Exemplar gehört der Künstlerin Petra Zapatero aus Kamen. © privat

30 Jahre nach dem Mauerfall ist der Trabi weitgehend aus dem Straßenbild verschwunden. Mit etwas Glück kann man auf den Straßen im Kreis Unna aber das eine oder andere rollende Symbol der Wiedervereinigung entdecken.

Zum Beispiel den künstlerisch bemalten Trabi der Künstlerin Petra Zapatero aus Kamen. Sie hatte ihr Exemplar des berühmten Zweitakters in einer Lagerhalle entdeckt und nicht nur technisch, sondern auch optisch aufbereitet. Unlängst war ihr Trabi in einer Ausstellung in Fröndenberg zu sehen.

Größte Fangemeinde in Lünen

Der Trabant wurde von 1958 bis 1991 in Zwickau gebaut. Mit dem sogenannten Plastebomber hat die Kamenerin Zapatero einen Anteil daran, dass Kamen im Kreisvergleich weit oben in der Zulassungsstatistik auftaucht. Insgesamt 29 Trabis sind laut Straßenverkehrsamt im Kreis Unna angemeldet. Nach Lünen, wo acht Exemplare des Kultautos gepflegt werden, kommt Kamen mit sechs Trabi-Zulassungen an zweiter Stelle unter den zehn kreisangehörigen Städten und Gemeinden. Bergkamen, Werne und Selm kommen zusammen auf sechs Trabis, wie aus einer Mitteilung des Kreises Unna hervorgeht. In Schwerte und Fröndenberg sind je zwei Trabis im Verkehr. Sogar Holzwickede kann einen Trabant vorweisen.

Der Trabant war neben dem Wartburg eines der wenigen Autos, die in der DDR bestellt werden konnten. Der Wagen war berühmt für seine jahrelangen Lieferzeiten und inspirierte DDR-Bürger durch sein außergewöhnliches Fahrverhalten zu vielen Witzen. Kenner wissen, dass der Trabi eine Heckscheibenheizung hat, damit man beim Anschieben nicht daran festfrieren kann. Im Windkanaltest erreichte der Trabi nur den zweiten Platz hinter einer Schrankwand. Ab dem 9. November 1989 konnten viele DDR-Bürger mit ihrem Trabi die erste Ausfahrt in den Westen unternehmen.

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