250 Motorradreifen illegal entsorgt: Auf der Suche nach dem Umweltsünder

dzUmwelfrevel in Kamen

Ein hoher Berg von Motorradreifen. Etwa 250 an der Zahl. Die Landwirtin traut am Donnerstagmorgen ihren Augen nicht, als sie den Umweltfrevel entdeckt. Die Polizei sucht nun die Täter.

Kamen

, 05.09.2019, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Umweltfrevel in einem kleinen Waldgebiet an der Derner Straße: 250 Motorradreifen liegen dort hoch aufeinander gestapelt und bilden einen großen Berg an Müll. Als Anne Kammer-Herbert am Donnerstagmorgen auf ihrem Grundstück an der Derner Straße mit dem Hund unterwegs ist, traut sie ihren Augen nicht. „Hunderte von Reifen, hinter dem Maisfeld heimlich entsorgt.“ Sie ruft die Polizei, die nach der Strafanzeige gegen Unbekannt sofort eine Meldung herausgibt. Der Zeitraum, in dem die Reifen dort irgendwann entsorgt worden sind, umfasst eine große Spanne: Die Land- und Forstwirtin des Hauses Böing hatte dort zuletzt am 26. August ihre Runde gemacht. „Seitdem bin ich immer eine andere Strecke gegangen.“

250 Motorradreifen illegal entsorgt: Auf der Suche nach dem Umweltsünder

Zahlreiche Reifen wurden bereits Anfang August von Unbekannten illegal auf einem Wirtschaftsweg am Hüchtweg entsorgt. © Stadt Kamen

Polizei sucht Zeugen

Zwischen dem 26. August, 8 Uhr, und diesem Donnerstagmorgen, ebenso 8 Uhr, muss die Tat passiert sein. Die Polizei spricht von ca. 250 Motorradreifen, die in dem Waldstück abgelegt worden sind. „Hinter dem Mais ist der Bereich schlecht einzusehen“, berichtet Kammer-Herbert. Sie hofft aber trotzdem, dass jemandem etwas aufgefallen ist. Auch die Polizei setzt bei der Menge der Reifen darauf, dass es vielleicht Zeugen gibt. Diese können sich unter Tel. (02307) 9213220 oder (02307) 921-0 mit den Polizeibeamten in Verbindung zu setzen. Aus den Reifen selbst werden sich vermutlich keine beweissicheren Rückschlüsse ableiten lassen, wie Polizeisprecher Bernd Pentrop sagt. „Selbst wenn Fingerabdrücke darauf sind, können die von Leuten stammen, die die Reifen berechtigt montiert oder demontiert haben“, sagt er. Überführen kann man die Täter wohl nur, falls es entsprechende Zeugenbeobachtungen gibt oder wenn der Ausweis am Tatort verloren wurde. „Solche Reifen gibt es zuhauf. Da gibt es leider wenig Anhaltspunkte.“

Pächter bietet Hilfe bei der Entsorgung an

Anne Kammer-Herbert hat jetzt nicht nur den Schreck zu verdauen, dass ihr Grundstück als Müllabladeplatz genutzt wurde. Sie muss nun auch selbst dafür sorgen, dass die Reifen zur Müllhalde kommen. Glücklicherweise gibt es da schon Hilfe. „Der Pächter hat seine Hilfe angeboten“, sagt sie dankbar. Wenn dort in Kürze der Mais geerntet wird, rückt der Landwirt mit großen Maschinen und entsprechenden Hängern an, sodass die Reifen aufgeladen werden können.

Etwa 250 Reifen waren erst Anfang August in der Nähe des Hüchtwegs entsorgt worden. Die Stadt vermutete ein schwarzes Schaf der Reifenbranche hinter der illegalen Entsorgung und erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt. Dort waren die Reifen platzsparend ineinander gesteckt worden, dass von einer gewissen Professionalität ausgegangen wurde. Ein Täter wurde nicht ermittelt.

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