22-Jähriger droht Türsteher damit, ihn abzustechen

Gerichtsprozess

Ein 22-jähriger Kamener musste sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten, weil er einen Türsteher bedroht und eine Musikbox gestohlen haben soll. Das Gericht fällte ein deutliches Urteil.

von Jana Peuckert

Kamen

, 27.08.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein 22-Jähriger soll ein Messer gezogen und einen Türsteher des Unikum in Kamen damit bedroht haben.

Ein 22-Jähriger soll ein Messer gezogen und einen Türsteher des Unikum in Kamen damit bedroht haben. © dpa (Symbolbild)

Immer wieder hatte ein Mann, der jetzt beim Amtsgericht Kamen angeklagt war laut Aussage eines Türstehers Ärger gemacht. Schließlich erging ein Hausverbot für das Unikum gegen den 22-Jährigen. Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, am Neujahrsmorgen 2020 um kurz nach Mitternacht dort aufzutauchen.

Zunächst geriet der Mann mit dem Besitzer aneinander, warf einen Mülleimer nach ihm. Als der Türsteher hinzugerufen wurde, ging der Angeklagte sofort verbal auf diesen los. „Er hat ein Messer gezogen, damit rumgefuchtelt“, gab der Türsteher im Zeugenstand an. Dann sei der 22-Jährige mit den Worten „Ich stech´ dich ab“, auf ihn zugelaufen.

Türsteher zückt einen Schlagstock

Daraufhin habe der Zeuge einen Schlagstock gezückt, was den Angeklagten abgeschreckt habe. Beim Eintreffen der Polizei sei der Kamener durch eine kleine Gasse geflohen. Die Beamten hätten ihn aber erwischt. Der Angeklagte hatte zu Beginn der Verhandlung angegeben, das Messer zwar dabei gehabt, es aber nicht herausgeholt zu haben. Nach der Zeugenaussage des Türstehers sprach er von alkoholbedingten Gedächtnislücken: „Ich kann nicht sagen, ob er lügt.“

Angeklagter gibt Diebstahl nicht zu

Dann ging es um einen zweiten Vorwurf: Am späten Abend des 28. Februar hielten sich zwei Gruppen Jugendlicher am Alten Markt in Kamen auf. Zu einer gehörte der Angeklagte, zur anderen ein 16-Jähriger mit Musikbox. Laut Vorwurf entwendete der Angeklagte diese Box, um sie für sich zu behalten.

Dazu erklärte der 22-Jährige, nicht er, sondern ein Kumpel sei zu den anderen hinüber gegangen, weil er einen davon kannte, und habe gefragt, ob er die Box kurz haben könnte. Er sei dann mit dem Gerät zurückgekehrt. Irgendwann seien der Angeklagte und seine Freunde nach Hamm in eine Disco gefahren. Dort sei die Box verloren gegangen, so der Kamener.

22-Jähriger schüchtert Jugendliche ein

Ein Zeuge aus der Gruppe des Boxenbesitzers gab im Zeugenstand an, dass der Angeklagte die Box geholt habe. Er habe sie gar nicht abgeben wollen, so der 17-Jährige, hatte aber Angst vor dem Angeklagten, weil der den Ruf habe, gefährlich zu sein. Also habe er das Gerät widerwillig herausgegeben und nie zurück bekommen.

Nun betrat der Kumpel den Zeugenstand, der nach Angabe des Angeklagten die Box geholt hatte. Der 18-Jährige bestätigte die Aussage des Angeklagten. Als der Richter ihm jedoch vor Augen führte, dass dem Mann im Falle einer Falschaussage ein eigenes Verfahren drohte, knickte der Lagerist ein. Er gab zu, die Box gar nicht in der Hand gehabt zu haben. Und auch in Hamm seien sie nie gewesen.

Zeuge entgeht einer Strafanzeige nur knapp

„Das haben Sie grad noch in letzter Sekunde geschafft“, stellte der Richter fest. Der Zeuge sei nur knapp einer Strafanzeige entgangen. Für den wegen Raubes, Körperverletzung und Diebstahls vorbestraften Angeklagten endete der Prozess mit einem Jahr Haft. Zudem wird die Staatsanwaltschaft versuchen, 200 Euro Wertersatz für die verschwundene Box einzufordern.

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