1660 Kilometer ohne Pause auf dem Tacho: Krasse Verstöße bei zweiter Lkw-Kontrolle an der A2

dzPolizeikontrolle A2

Fortsetzung der großen Lkw-Kontrolle an der A2: Bei dem Einsatz gibt es Verstöße in jedem zweiten Fall. Besonders krass: Ein Fahrer aus Spanien mit 1660 Kilometern auf dem Tacho ohne Pause.

Kamen

, 16.07.2020, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleiche Autobahn, gleicher Parkplatz und wieder viele ähnliche Verstöße. Am zweiten Tag der Lkw-Kontrollen an der A2 erlebten die Beamten der Kreispolizei Unna aber einen besonders krassen Fall, als sie bei dem sogenannten Schwerpunkteinsatz zur Überprüfung der Einhaltung der Sozialvorschriften die Brummifahrer stoppen: Der Fahrer, der sich der Überprüfung unterzog, hatte 1660 Kilometer abgerissen, ohne Pause von Spanien bis zum Autobahnparkplatz Kolberg. „Er ist ohne Einhaltung der erforderlichen Ruhezeiten gefahren“, berichtete am Donnerstag Polizeisprecher Christian Stein.

Der Fahrer musste eine Sicherheitsleistung in Höhe von 500 Euro entrichten und dann mindestens elf Stunden Ruhezeit einhalten. Die Weiterfahrt wurde ihm untersagt.

Die Kreispolizeibehörde Unna führte auch am Donnerstag gemeinsam mit dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) sowie dem Zoll umfangreiche LKW-Kontrollen auf dem Parkplatz Kolberg an der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Hannover durch.

Die Kreispolizeibehörde Unna führte auch am Donnerstag gemeinsam mit dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) sowie dem Zoll umfangreiche LKW-Kontrollen auf dem Parkplatz Kolberg an der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Hannover durch. © Claudia Pott

Bilanz der Kontrolle fällt ernüchternd aus

Insgesamt fällt die Bilanz der Kontrolle auch am zweiten Tag ernüchternd aus. „Wie bereits am Vortag an selber Stelle wurden bei fast jeder zweiten Überprüfung Verstöße gegen Sozialvorschriften, technische Mängel an den Fahrzeugen oder sonstige Auffälligkeiten festgestellt“, so Stein.

Insgesamt wurden 55 Fahrzeuge kontrolliert und 27 unterschiedliche Strafen verhängt. Im Einzelnen sind das neun Verwarnungsgelder, acht Ordnungswidrigkeitenanzeigen, drei Untersagungen der Weiterfahrt, drei Mängelkarten und zwei Sicherheitsleistungen.

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Strafanzeige wegen Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen

Die Kreispolizeibehörde Unna führte den Einsatz mit Unterstützung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten des Landesamts für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen (LAFP) in Selm und Kollegen des Hauptzollamtes in Dortmund durch. Das Hauptzollamt verfasste dabei eine Strafanzeige wegen Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen und eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Mindestlohngesetz.

Porsche Cayenne ohne entwertete Originalpapiere

Bereits am Mittwoch hatte die Polizei eine ähnliche Quote der Verstöße festgestellt. An dem Tag waren 49 Laster kontrolliert worden, ebenso fast bei jedem zweiten Fahrzeug stellten die Beamten Beanstandungen fest.

Die Bilanz: Zwölf Ordnungswidrigkeiten, eine Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, vier Sicherheitsleistungen, fünf Untersagungen der Weiterfahrt, eine Blutprobe (Fahrer stand unter dem Einfluss von Amphetaminen), vier Verwarnungsgelder.

Zu den Besonderheiten zählte, dass ein transportierter, ausgebrannter Porsche Cayenne ohne entwertete Originalpapiere auf dem Weg ins Ausland war. Es besteht laut Polizei der Anfangsverdacht der missbräuchlichen Weiterverwendung der Originalfahrgestellnummer.

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