16 Schüler und Lehrer müssen sich einen Computer teilen

Kamen vor dem Digitalpakt

Kamen will mehr digitale Klassenzimmer einrichten. Dazu soll die Stadt für einheitliche Standards sorgen. Bislang müssen sich statistisch gesehen 16 Schüler und Lehrer einen Computer teilen.

Kamen

, 20.06.2019, 13:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
16 Schüler und Lehrer müssen sich einen Computer teilen

Ein sogenanntes „Multitouch Whiteboard“ aus dem Jahr 2010 – inzwischen sind interaktive Displays und Smartboards der aktuelle Stand des digitalen Klassenzimmers (Symbolbild). © dpa

Eine interaktive Tafel („Smartboard“) in jeder Klasse, dazu regelmäßiger Unterricht in Computerräumen bzw. Laptops oder Tablets für jeden Schüler: Von solchen Idealstandards für digitale Bildung sind Kamener Schulen teilweise noch weit entfernt.

Derzeit besitzen die zehn städtischen Grundschulen und weiterführenden Schulen 630 PC und 140 Laptops. Dazu kommen 65 Beamer, 22 interaktive Whiteboards und 16 interaktive Displays. Zur Einordnung: Rund 4700 Schüler und 360 Lehrer gehen täglich an den elf Schulstandorten ein und aus. Umgerechnet kommen 16 Schüler und Lehrer auf einen Computer. Die Whiteboards und interaktiven Displays decken rechnerisch alle 36 Schulklassen in den Jahrgängen 1 bis 10 ab. Allerdings gelten einige Geräte schon als veraltet, und nicht mitgerechnet sind Lerngruppen in den Oberstufen.

Stichwort

Digitalpakt

Der „Digitalpakt“ von Bund und Ländern für die Jahre 2019 bis 2024 bringt Schulen verschiedene Finanzhilfen für die Digitalisierung. NRW erhalt eine Milliarde Euro. So soll es beispielsweise maximal 25.000 Euro pro Schule für die Anschaffung „schulgebundener Endgeräte“ geben, zum Beispiel Laptops und Tablets, aber keine Smartphones. Voraussetzung ist, dass die Schule die Infrastruktur dafür besitzt und ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept vorlegt. Die Städte konnten das Geld noch nicht beantragen, weil Ausführungsbestimmungen fehlen.

Ein Rückstand bei der digitalen Ausstattung und Bildung ist kein Kamener Phänomen, sondern trifft deutsche Schulen allgemein und ist international auffällig. Deshalb haben Bund und Länder den „Digitalpakt“ geschlossen, aus dem auch Kamen Fördergeld beantragen will. Vorher nehmen die Ratsfraktionen nun die Stadtverwaltung durch einen einstimmigen Beschluss in die Pflicht.

Die Stadt soll dafür Sorge tragen, dass bei den Internetzugängen, bei der Ausstattung mit elektronischen Geräten und Systemen sowie bei Lernprogrammen „möglichst einheitliche Standards und kompatible Geräte und Systeme“ zum Einsatz kommen. Zudem soll die Bürgermeisterin in Gesprächen auf höheren Ebenen für „einheitliche Standards bei der Ausstattung von Schulen“ werben, nicht nur im Sinne der „technischen Handhabbarkeit, sondern auch im Sinne einer landesweiten Chancengleichheit“. Das geht aus einem einstimmigen Beschluss des Schulausschusses hervor, der am Dienstag auf Antrag von SPD und Freien Wählern/FDP zustande kam. Bürgermeisterin und Schuldezernentin Kappen (SPD) sagte, dass die Verwaltung bereits mit den Schulen im Gespräch sei.

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Noch nicht bekannt ist, welche und wie viele Geräte für die Schulen bestellt werden. Schulleiter warnen vor zusätzlichem Aufwand bei der Administration. „Bei der Menge, die auf uns zukommt, halten wir es für unabdingbar, dass Verstärkung kommt“, sagte Frank Stewen von der Gesamtschule Kamen. Auch die Stadt mit zwei IT-Kräften für Schulen sei am Ende der Kapazitäten.

Den Digitalpakt im Wortlaut gibt es zum Nachlesen auf der Internetseite des Bundesbildungsministeriums.
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