Die Kamener Denkmalliste ist so lang wie die Stadtgeschichte. Sie umfasst immerhin 114 Baudenkmäler und zwei Bodendenkmale. Wer sie erkundet, lernt oft neue Seiten der Stadt kennen.

Kamen

, 24.10.2018, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich vornimmt, alle Kamener Denkmäler zu besuchen, der sollte sich am besten einige Tage frei nehmen – auch wenn er sich jedes Denkmal nur von außen anschauen möchte. Er muss sich dabei auf eine Tour durch das ganze Stadtgebiet einstellen. Kamen ist eine alte Stadt und auch die später hinzugekommen Ortsteile haben zumindest einen alten Kern und waren zumindest für die Region bedeutend. Entsprechend lang ist die Liste der Kamener Denkmäler.

114 Gebäude und zwei Flächen auf der Kamener Denkmalliste

Die Margaretenkirche in Methler ist nicht nur eine der ältesten Kirchen der Region, sondern auch eines der ersten Objekte, die auf der Denkmalliste standen. © Stefan Milk

Kirchen unter Denkmalschutz

Sie umfasst immerhin 114 Baudenkmäler plus zwei Bodendenkmäler – den Seseke-Körne-Winkel, wie sich eine germanische Siedlung befand und den Bereich Turmacker in Heeren-Werve, wo ebenfalls frühgeschichtliche Siedlungsspuren gefunden wurden.

Bei den 114 Baudenkmälern dürften selbst alteingesessene Kamener eine Überraschung erleben, wenn sie einen Blick in die Denkmalliste werfen, die über die städtische Homepage abzurufen ist.

114 Gebäude und zwei Flächen auf der Kamener Denkmalliste

Das Schloss Heeren ist als komplette Anlage geschützt. © Stefan Milk

Schloss Heeren

Mit dabei sind Gebäude, die wahrscheinlich jeder Laie auch für denkmalwürdig hält, wie die Margaretenkirche in Kamen-Methler, die eine der ältesten Kirchen in der Region ist oder die Pauluskirche – die übrigens zu den ersten Kamener Gebäuden gehören, die auf der Denkmalliste eingetragen wurden. Mit dabei ist auch der gesamte Bereich des Schlosses in Heeren.

114 Gebäude und zwei Flächen auf der Kamener Denkmalliste

Das alte Rathaus und die Bücherei sind zwei prägende Gebäude am Alten Markt © Stefan Milk

Denkmäler im Stadtzentrum

Fast erwartungsgemäß gibt es auch unter den historischen Bauten in der Innenstadt eine ganze Reihe von Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen – zum Beispiel am Markt, an der Bahnhofstraße oder Am Geist. An dieser eher kurzen Straße in der Nähe des Marktplatzes gibt es allein vier Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen – unter anderem das VHS-Gebäude, das die Stadt verkaufen will. Falls es dazu kommt, muss die Stadt den Verkauf theoretisch bei sich selbst als Unterer Denkmalbehörde anzeigen. Das Denkmalschutzgesetz verpflichtet Verkäufer und Käufer, den Verkauf eines Denkmals innerhalb eines Monats bei der zuständigen Denkmalbehörde zu melden. Auch der Käufer übernimmt übrigens die Pflichten des Denkmalschutzes. Das Gesetz verpflichtet ihn, „das Gebäude so zu nutzen, dass die Erhaltung der Substanz auf Dauer gewährleistet ist“, wie es im Denkmalschutzgesetz heißt.

114 Gebäude und zwei Flächen auf der Kamener Denkmalliste

Das Haus der Stadtgeschichte an der Bahnhofstraße ist ebenfalls ein architektonisch bedeutendes Gebäude. © Stefan Milk

Nur geschützte Teile

Wer die Kamener Denkmalliste durchgeht, erlebt aber auch die eine oder andere Überraschung. Es gibt Gebäude, von denen nur Teile denkmalwürdig sind und unter Schutz stehen: Beim Haus Bögge an der Heerener Straße ist das zum Beispiel nur der Torbogen, bei der Hilsingmühle nur der Teil, in dem sich die Kornmühle befand und am Langen Kamp ein Bauhausspeicher.

114 Gebäude und zwei Flächen auf der Kamener Denkmalliste

Die Fünf-Bogen-Brücke über die Seseke ist eines der ältesten Zeugnisse der Kamener Industriegeschichte und steht auch unter Denkmalschutz. © Stefan Milk

Zeugnis der Industriegeschichte

Einige Jahre nach dem Ende des Bergbaus haben die Denkmalschützer auch die Hinterlassenschaften der Kamener Industriegeschichte für sich entdeckt und nach und nach einige historische Relikte unter Schutz gestellt – zum Beispiel das Königsborn II/V in Heeren, acht Zechenhäuser an der Germaniastraße und seit Anfang 2002 auch das Fördergerüst mit Maschinenhaus der ehemaligen Zeche Monopol.

114 Gebäude und zwei Flächen auf der Kamener Denkmalliste

Ehemalige Autobahnpolizeikaserne an der Dortmunder Allee ist zwar in keinem guten Zustand, steht aber unter Denkmalschutz. © Stefan Milk

Drei Arten von Denkmälern

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Denkmälern: Baudenkmäler, Bodendenkmäler und bewegliche Denkmäler. Baudenkmäler Können nicht nur Gebäude sein, sondern auch andere Anlagen – wie in Kamen der jüdische Friedhof. Bodendenkmäler sollen vor allem schützen, was sich im Boden befindet. Deshalb darf der Bereich nicht verändert werden, um die Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren – außer Archäologen untersuchen ihn. Bewegliche Denkmäler gibt es nicht in Kamen. Das können zum Beispiel Maschinen, Schiffe, aber auch eine historische Möblierung sein. Was ein Denkmal ist und auf die Denkmalliste kommt entscheidet die Stadt als Untere Denkmalbehörde im Benehmen mit dem Landschaftsverband in Münster. Die Denkmalschützer aus Münster können aber auch von sich aus eine Aufnahme in die Denkmalliste beantragen. Die Liste und Informationen zum Denkmalschutz finden sich auf der Homepage der Stadt Kamen. Es gibt einen Beauftragten für Denkmalschutz, der unter Tel. 1 48 26 34 zu erreichen ist.

Kaserne geschützt

Unter Denkmalschutz stehen auch Gebäude, die noch gar nicht so alt aussehen und zum Teil relativ normale Wohnhäuser zu sein scheinen – weitab von Fachwerk-Romantik. Unter Denkmalschutz steht beispielsweise auch die ehemalige Polizeikaserne an der Dortmunder Allee – und zwar schon seit 1997 – sowie vier Villen am Sesekedamm. Sie sind die bisher letzten Kamener Gebäude, die 2008 unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Wer sich tatsächlich einmal aufmacht, zumindest einen Teil der über 100 Kamener Denkmäler zu besuchen, der unternimmt gleichzeitig einen Gang durch die Stadtgeschichte – von der mittelalterlichen Ackerbürgerstadt bis zur Industriestadt in der Moderne.

Die Kamener Denkmalliste und Informationen zum Denkmalschutz finden sich unter Denkmalliste der Stadt Kamen

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