Sperrige Pappverpackungen lassen sich jetzt praktischer entsorgen. Alle 100 öffentlichen Altpapier-Container in Kamen werden ausgetauscht – gegen Behälter mit größerem Einwurfschlitz.

Kamen

, 20.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Slapstickreife Szenen spielen sich vor dem Altpapiercontainer ab: Wenn der Anlieferer versucht, einen sperrigen Riesenkarton zusammenzupressen, und das widerspenstige Teil dann trotzdem nicht in den viel zu kleinen Einwurfschlitz passt, muss gefaltet und gequetscht werden. Jetzt bloß nicht die Finger an der Einwurfklappe klemmen...

Wer schon einmal beim Altpapier-Entsorgen an einem öffentlichen Container Flüche ausgestoßen hat, dürfte sich über die neuen Container freuen, die jetzt im Stadtgebiet aufgestellt werden. Diese Behälter unterscheiden sich von den bisherigen durch einen etwas offen stehenden, arretierten Klappdeckel. Der Spalt bildet einen fast rundherum laufenden Einwurfschlitz, der das Entsorgen sperriger Pappen etwas erleichtert.

100 Altpapier-Container kommen an den Haken und werden durch neue ersetzt

Die bisherigen Container haben ausgedient und werden abtransportiert. Sie hatten ein Fassungsvermögen von 3,3 Kubikmeter, die neuen sind 2,5 oder 5,5 Kubikmeter groß. © Marcel Drawe

Überblick

48 Container-Standorte

Kamen-Mitte Am Schwimmbad / Turnhalle, Ängelhomer Str. / Jahnstadion, Auf dem Spiek / Karl-Arnold-Str. Bergkamener Str., Berliner Straße / Dresdener Str., Bogenstraße, Dürer Straße / Minigolfplatz, Fritz-Erler-Str. / Eilater Weg, Gertrud-Bäumer-Str., Kämertorstraße, Koepeplatz, Mersch, Nordenmauer / Parkhaus, Nordenmauer / Turnhalle, Querstraße, Schlägelstraße, Poststraße, Weddinghofer Str. / Am Hang, Weddinghofer Str. / Kamener Knapp, Werkstraße / Wertstoffhof Kamen-Süd/Südkamen: Gutenbergstraße Bauhof, Gutenbergstraße Gesamtschule, Südkamener Straße / Südfriedhof, Unnaer Straße / Schöner Fleck Methler Einsteinstraße, Händelstraße, Heimstraße / Am Langen Kamp, In der Kaiserau / Harkortstraße, Jahnstraße / Heidkamp, Lindenallee / Wanderparkplatz, Otto-Hahn-Straße, Otto-Prein-Straße, Wasserkurler Str. /Ackerstraße, Wasserkurler Straße Heeren-Werve Bergstraße/Spielplatz, Ewaldstraße, Heerener Straße, Lenningser Straße, Märkische Straße / Pröbstingstraße, Mittelstraße / Heinrichstraße, Mühlhauser Straße / Deponie, Rosenstraße / Glückaufstraße, Rosenstraße / Heinrichstraße, Südfeld, Westfälische Straße / Parkplatz, Westfälische Straße / Astrid-Lindgren-Schule, Wideystraße

Ein LKW fuhr am Donnerstag im Auftrag der Firma „GWA Kommunal“ an der Ängelholmer Straße in Kamen-Mitte vor. Zwei Altpapier-Container neuer Bauart standen auf der Pritsche. Sie wurden per Hubbühne heruntergerollt, dann wurden drei Alt-Altpapiercontainer per Kran aufgeladen. Bei insgesamt rund 100 Containern an 48 Standorten im Stadtgebiet, die nach und nach ausgetauscht werden, bedeutet das etliche Fahrten zwischen dem zentralen Sammelplatz und den einzelnen Standorten, bis der Job erledigt ist.

Ganz Südkamen ist seit Donnerstag bereits mit neuen Behältern abgedeckt, auch in Heeren-Werve konnten die Fahrer schon hinter sich lassen. Methler und Kamen-Mitte sind in den nächsten Tagen an der Reihe. Bis 31. Dezember will Logistikchef Thomas Baader alle Touren abgehakt haben. Vom VKU-Betriebshof an der Lünener Straße in Kamen steuert er den 100-fachen Behältertausch.

Der letzte Tag des alten Jahres ist zugleich der letzte Tag der alten Kamener Müllabfuhr. Die Firma „GWA kommunal“ löst im Zuge eines Anbieter-Wechsels der Stadt Kamen zum 1. Januar die Firma „Welge“ ab. Vor diesem Wechseltermin müssen die zu Welge gehörenden Altpapier-Container abgebaut sein. Nicht ausgewechselt werden dagegen die bisher von Welge bedienten Restmüll-, Bio- und Altpapiertonnen in den einzelnen Kamener Haushalten. Den Aufwand eines tausendfachen Tonnenwechsels in allen Kamener Straßenzügen konnte man sich bei dem Anbieterwechsel sparen.

In den neuen Altpapier-Containern werden nach Weihnachten auch etliche Geschenke-Verpackungen landen. Nach dem Festtagen quellen viele Container erfahrungsgemäß über, weil die Kapazitäten in dieser extremen Spitze nicht ausreichen. „Wir sorgen dafür, dass es keine Papierschlachten gibt“, heißt es dazu auf dem Betriebshof. In Spitzenzeiten wird häufiger geleert als wie üblich wöchentlich.

100 Altpapier-Container kommen an den Haken und werden durch neue ersetzt

Eine Einwurfklappe, an der man sich die Finger klemmen kann, gehört der Vergangenheit an. © Stefan Milk

Kapazität wird reduziert

Für die neue Müllabfuhr stellt sich im Zuge des Anbieterwechsels zunächst einmal eine grundsätzliche Kapazitätsfrage: Wie viele sogenannte Depotcontainer welcher Größe müssen in Kamen aufgestellt werden, damit bei einer angestrebten wöchentlichen Leerung alles angelieferte Material an jedem Standort hineinpasst?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht allein mit Erfahrungswerten des bisherigen Entsorgers Welge zu beantworten. Denn die Firma „GWA Kommunal“ ersetzt die jeweils 3,3 Kubikmeter fassenden Welge-Container nicht 1:1 durch genauso große Behälter, sondern stellt für jeden Welge-Behälter entweder einen 2,5 Kubikmeter großen oder einen 5 Kubikmeter großen GWA-Container hin. Das bedeutet: Auch künftig soll es zwar insgesamt ca. 100 Container an den 48 Standorten geben, aber die Gesamtkapazität wird geringer sein. Ob dies dazu führt, dass einzelne Behälter häufiger überquellen oder nicht, das gehört zu den Erfahrungswerten, die die GWA jetzt selbst sammeln muss. Der Vorteil der neuen Container ist, dass sie rollbar sind und für die Leerung kein Kran erforderlich ist , sondern ein Hecklader-Müllfahrzeug ausreicht.

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Die neuen Container haben einen breiteren Einwurfschlitz. © Marcel Drawe

Wer einen überquellenden Container oder verunreinigten Container-Standort melden will, kann die GWA unter der kostenfreien Nummer 0800 400 1 400 erreichen.
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