Kornelia Müller ist die Powerfrau, die hinter Connie´s Diner steht. Das Restaurant behauptet sich seit 17 Jahren auf der Fastfoodmeile. Die Konkurrenz mit L’Osteria und Co bereitet Sorgen.

Kamen

, 29.10.2019, 15:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Kornelia Müller ist die Powerfrau, die hinter Connie´s Diner, dem amerikanischen Restaurant am Rande des Kamen-Karrees, steht.

Seit 17 Jahren behauptet sich das rustikale Holzhaus, das nach ihrem Vornamen benannt und von innen mit farbenfrohen Metallschildern ausstaffiert ist, auf Kamens sogenannter Fastfoodmeile im Schatten des Möbelhauses Ikea.

Connie´s Diner, damals noch Bonnie‘s Diner, gehörte im Jahr 2002 zu den Gourmet-Pionieren des Gewerbegebietes und zählte mit Burger King (direkt daneben) und dem Karree-Grill von Sylvester Pasek, der 2004 aufgelöst wurde, zu den ersten Anlaufstellen für Hungrige.

Das Konzept am Schattweg 4 basiert aber nicht auf Fastfood. „Wir haben hier keine Billigwaren“, sagt die 59-jährige Gastronomin, die aus Hagen stammt und drei erwachsene Kinder hat. Sohn Sebastian führt den Laden mit als Prokurist.

Der Überlebenskampf auf der sogenannten Fastfoodmeile ist dennoch ein harter. Der wachsende Wettbewerb mit Anbietern wie Burger King, McDonald´s, KFC, Pizza Hut und bald L’Osteria bereitet ihr Sorgen. „Das ist ein großes Angebot für den kleinen Bereich. Wir sind ja hier nicht in München.“

Die Powerfrau aus Connie´s Diner: Sorgen im Kampf gegen McDonald´s, Burger King, KFC und Co

Koordinator Jan Hensel (l.) und Küchenchef Peter Rath zeigen in der Küche die Burger-Patties aus irischem Rindfleisch, die schockgefrostet importiert werden. In der Küche setzen die Connie‘s-Köche auf Zutaten, aus denen alles frisch zubereitet wird. © Stefan Milk

Einst im Musiktheater Hagen den Laden geschmissen

Schon vor sieben Uhr morgens geht der Betrieb bei „Connie´s“ los, an sieben Tagen die Woche. Die täglichen Vorbereitungen in dem atmosphärischen Lokal mit 250 Sitzplätzen, rustikalen Holzsäulen und Simsen, auf denen mediterrane Pflanzen, alle weiß blühend, Akzente setzen.

32 Leute von der Aushilfe bis zur Geschäftsführung arbeiten in dem Team, das sich voll und ganz der amerikanischen Küche verschrieben hat und beispielsweise Cuban-Burger, Pulled-Pork-Burger und Veggie-Burger serviert.

Das Wort „Team“ ist Müller dabei wichtig. Auch wenn sie wirkt, dass sie als Leaderin durchaus mal klare Ansagen machen kann, weiß sie den Einsatz ihrer Leute zu schätzen. Denn sie lang genug selbst mit angepackt, serviert und gekellnert.

Bevor sie sich mit „Connie’s“ selbstständig machte, führte sie die Kantine im Musiktheater Hagen und tischte zu Oper, Operette und Musicals auf. „Was ich da gelernt habe, ist improvisieren“, sagt sie. Egal ob Millenium-Party oder Empfang mit einhundert Politikern. „Ich habe gelernt, schnell Entscheidungen zu treffen.“ Das tat sie auch, als der Elektrofahrzeughersteller „Tesla“ bei ihr anschellte. Seitdem gibt es hinter dem Restaurant acht Ladesäulen, die Tesla „Supercharger“ nennt.

Die Powerfrau aus Connie´s Diner: Sorgen im Kampf gegen McDonald´s, Burger King, KFC und Co

Kornelia Müller vor ihrem Diner am Schattweg, der von der Unnaer Straße aus gut zu sehen ist. © Stefan Milk

Kontrast zu den Nachbarn ist gewollt

Den Burger für einen Euro gibt´s bei „Connie´s“ nicht. Die Preise haben Restaurant-Niveau, was bei manchen Gästen, die auf der Fastfoodmeile unterwegs sind, durchaus für Verwirrung und vereinzelt Verärgerung sorgt.

Für Müller ist dieser Kontrast zu den Nachbarn wichtig. Null Convenience, lautet das Motto. Keine Überwalzung. Bei der Qualität keine Kompromisse. „Bei uns wird richtig gekocht“, sagt sie.

Küchenmeister ist Peter Rath, 69 Jahre alt und 50 Jahre im Beruf, zuvor tätig in der Stadthalle Unna und im Landhaus Massener Heide. „Das ist mehr als Tüten aufmachen und aufwärmen“, sagt er und verweist auf die Kochkünste seiner Kollegen.

Die Burger-Patties, so erläutert er, kommen aus Muskelrindfleisch von irischen Weiderindern, in Irland vor Ort schockgefrostet, bevor sie in den Versand gehen. Das Pulled Pork sei selbst gemacht aus Nackenbraten, Soßen selbst hergestellt wie die Käsesauce aus geschmolzenem Cheddar. „Nirgendwo industrielle Ware. Wir sind uns einig, dass wir auch künftig nicht von den Standards herunter wollen“, so Müller und sagt markig. „Da mache ich lieber zu.“

Die Powerfrau aus Connie´s Diner: Sorgen im Kampf gegen McDonald´s, Burger King, KFC und Co

Srirangaraj Sundharalingam reist jeden Tag für seinen Job bei Connie´s aus Plettenberg an. Kräfte wie er sind gesucht. Jetzt bereitet er gerade einen Pfannkuchenteig zu. In dem Diner wird alles frisch gekocht. © Stefan Milk

Gastronomischer Alltag im Laufe der Jahre nicht einfacher

Das Zumachen aber ist nicht geplant. Auch wenn der Alltag im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden ist. „Die Leute haben nicht mehr so viel Geld in der Tasche“, hat Müller gespürt. Zeiten wie 2014, das ein Spitzenjahr mit Warteschlangen vor dem Haus war, wirken weit entfernt. Durch die gastronomische Konkurrenz in der Nachbarschaft, so Müller, gehe die Preisstruktur insgesamt nach unten.

Auch personell ist die Lage am Schattweg nicht einfach, was vor allem am Generationswechsel im Team liegt. Müller: „Da waren Leute bis zu 15 Jahre lang da, mit denen ich den Laden nach oben gebracht habe. Doch auch die haben jetzt Familie und die Gastronomie verlassen. Jetzt gilt es, ein neues Team aufzubauen.“

Das benötige Zeit. Ein gelernter Koch beispielsweise brauche etwa drei Monate, bis er die Karte beherrsche.

Und ist der Laden voll, dann sei das zuweilen Stress pur. Das sei, so Müller, nicht für jeden was. Und doch sucht sie weiter solche Leute, die das können und sich sofort bewerben dürfen. „Dafür zahlen wir auch mehr als andere.“

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Burger, Twister und Salate auf die Teller zaubern

Kornelia Müller ist jemand, der die Probleme offen benennt. Doch man merkt ihr an, wie sie dafür brennt, an dem Standort ihre Burger, Twister und Salate auf die Teller der Gäste zu zaubern. Mit Arbeitszeiten teilweise 16 Stunden am Tag. „Ja“, sagt sie entschlossen. „Gastronomie - dafür muss man sein.“

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