Zwist um Gärten: Bauverein zieht Pläne für neue Wohnhäuser vorerst zurück

dzAn der Montanhydraulikstraße

Das Vorhaben des Holzwickeder Bauvereins an der Montanhydraulikstraße neuen Wohnraum zu schaffen, hat bei Anwohnern in den vergangenen Wochen für Unruhe gesorgt. Nun zieht der Bauverein sein Bebauungskonzept vorerst zurück.

Holzwickede

, 24.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursprünglich wollte der Bauverein zwischen Montanhydraulik-, Bahnhof- und Jahnstraße am Dienstagabend im Planungs- und Bauausschuss den ersten Schritt zur Umsetzung eines Bebauungskonzept machen, das ursprünglich bis zu 64 Wohnungen vorsah, die in drei Bauabschnitten in sieben Mehrfamilienhäusern entstehen sollten.

Erstmalig öffentlich vorgestellt wurde das Projekt bereits im Mai im Fachausschuss, dereinst wurde eine Entscheidung über die Aufstellung eines Bebauungsplanes als ersten Planungsschritt auf die Sitzung am Dienstag vertagt.

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Aber auch jetzt kam es nicht zu einer Abstimmung: Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch verkündete, dass der Bauverein den Tagesordnungspunkt zurückziehen will. Darüber mussten die Fraktionen abstimmen. Bis auf die zwei Vertreter der Grünen stimmten alle Ausschussmitglieder für die Absetzung.

Bauverein

Zwei politische Vertreter im AufsichtsraT

  • Weil befangen, gab Wilfried Brinkmann (BBL) am Dienstagabend zwischenzeitlich seinen Posten als Ausschussvorsitzender an Lars Berger (FDP) ab.
  • Brinkmann sitzt im Aufsichtsrat des Bauvereins. Mitglied ist hier auch Bürgerblock-Ratsfrau Barbara Schriek. Sie ist Vorsitzende des Kontrollgremiums.
  • In Frank Markowski ist zudem ein CDU-Ratsherr Mitglied der Genossenschaftsversammlung.

Vom Tisch war das Thema damit noch nicht: Auf den Besucherplätzen hatten sich neben einigen Anwohnern – der Bauverein ist entlang der Bahnhofstraße bereits Vermieter – auch der Vereinsvorsitzende Wolfgang Böcker eingefunden. Er meldete sich in der vorgezogenen Fragerunde für Bürger zu Wort.

Bauverein sieht keinen Bedarf, Mieter in Planungen einzubeziehen

Böcker verwies auf ein angepasstes Baukonzept. Die Ursprungsfassung sah eine Gesamtgrundstücksgröße von rund 11.600 Quadratmetern vor. Darin hätten sich sowohl Flächen des Bauvereins als auch der Gemeinde sowie Privateigentum befunden. Letztere Flächen wollte der Bauverein erwerben. Bebaut hätte man letztlich eine Brutto-Grundfläche von knapp 6300 Quadratmetern.

Weil sich auf der Gemeindefläche mehrere Gärten befinden, stellte die Verwaltung klar, dass man die Grünfläche nicht veräußern werde und sie erhalten möchte. Nach Bekanntwerden der Pläne des Bauvereins hatten Mieter und Kleingärtner gegen das Vorhaben protestiert. Das aktuelle Konzept hätte demnach nur noch drei Gebäude vorgesehen.

Bei der angedachten Fläche handelt es sich um eine der letzten Möglichkeiten, in Holzwickede neue, zentral gelegene Wohnungen zu schaffen. Dem steht das Interesse der wütenden Anwohner entgegen, die ihre Wohnungen in manchen Fällen gerade wegen der Gartennutzung gewählt haben. Bei einer Protestaktion in der vergangenen Woche (Bild) haben sie sich in ihren Gärten versammelt und über die Pläne diskutiert.

Bei der angedachten Fläche handelt es sich um eine der letzten Möglichkeiten, in Holzwickede neue, zentral gelegene Wohnungen zu schaffen. Dem steht das Interesse der wütenden Anwohner entgegen, die ihre Wohnungen in manchen Fällen gerade wegen der Gartennutzung gewählt haben. Bei einer Protestaktion in der vergangenen Woche (Bild) haben sie sich in ihren Gärten versammelt und über die Pläne diskutiert. © Carlo Czichowski

Wolfgang Böcker musste sich von den anwesenden Mietern den Vorwurf gefallen lassen, dass man als Mieter nicht über die Pläne des eigenen Vermieters informiert wurde, davon aus der Presse erfuhr. Böcker konterte: „Es gibt unsererseits keinen Bedarf, die Mieter vorab zu informieren. Das ist momentan viel zu früh. Da rollt doch in 14 Tagen kein Bagger an.“ Letztlich verkündete der Bauvereinsvorsitzende, dass man das Projekt am Freitag in einer Sitzung des Aufsichtsrates besprechen und neu denken werde.

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