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Dramatische Rettungsaktion bei Wohnungsbrand im Frankfurter Weg in der Nacht zu Sonntag: Alle Bewohner werden gerettet. Feuerwehrleute kämpfen mit Kreislaufproblemen und werden seelsorgerisch betreut.

von Michael Neumann, Dagmar Hornung

Holzwickede

, 19.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Zum Brand einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Holzwickede kam es gegen 23.45 Uhr am Samstagabend. Dabei wurden zwei Kinder (zwei und fünf Jahre alt) sowie ein Nachbar schwer verletzt. Durch erste Ermittlungen ergab sich der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes gegen die 26-jährige Mutter der beiden Kinder, da der Brand offensichtlich vorsätzlich gelegt wurde.

Das teilten am Sonntag Staatsanwaltschaft Dortmund und Dortmunder Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die 26-jährige Frau wurde unter dringendem Tatverdacht vorläufig festgenommen. Eine Mordkommission wurde eingesetzt. Am Montag soll die 26-Jährige dem Haftrichter vorgeführt werden, sagt Staatsanwalt Felix Giesenregen. Bereits während der Löscharbeiten gaben Beteiligte an, dass die Mutter in einem Sozialen Netzwerk gepostet habe, dass sie die Wohnung in Brand gesetzt hat. Derartige Informationen liegen der Staatsanwaltschaft aktuell nicht vor.

Die gesamte Feuerwehr Holzwickede war im Einsatz

Kurz vor Mitternacht ging der Alarmruf bei der Feuerwehr ein. Sofort eilten Löschzug I und II aus Holzwickede zum Brandort am Frankfurter Weg und sahen beim Eintreffen Flammen aus dem linken Fenster eines Mehrfamilienhauses schlagen. Sofort brachten die Einsatzkräfte die Drehleiter in Stellung und erste Löscharbeiten begannen. Ein zweiter Trupp begab sich über das Treppenhaus in das dritte Obergeschoss, um den Brand von einer zweiten Seite zu bekämpfen. Dabei kam ihnen die Mutter der beiden Kinder entgegen.

In der Wohnung, in deren erstem Zimmer es brannte, fanden die Einsatzkräfte dann die beiden Kinder in einem hinteren Zimmer und brachten sie in Sicherheit. Erste Sauerstoffbehandlungen wurden bei den Kindern vor Ort durchgeführt, ehe alle drei Wohnungsinsassen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurden. Laut Aussage der Polizei vor Ort war der Kindsvater nicht in der Wohnung.

Ein Nachbar eilte den Kindern zur Hilfe und verletzte sich dabei

Ein Nachbar habe, noch bevor Hilfe von der Feuerwehr kam, mehrmals verucht, zu den schreienden Kindern durchzukommen, um sie zu retten, sagt Staatssnwalt Felix Giesenregen. Dabei sei er an starker Hitze und Rauchentwicklung gescheitert, sodass sich der Mann schwere Verletzungen zuzog und genauso wie die Kinder im Krankenhaus behandelt werden musste. Inzwischen seien alle drei Schwerverletzten, die sich vor allem Rauchgasvergiftungen zuzogen, über den Berg, so der Staatsanwalt.

Im weiteren Verlauf der nächtlichen Löscharbeiten kontrollierte die Feuerwehr unter anderem mit einer Wärmebildkamera, ob noch Glutnester in der Wohnung vorhanden sind. Auch das Treppenhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen und musste mit Ventilatoren entraucht werden.

Zwei Kinder aus Flammen gerettet: Staatsanwalt ermittelt gegen Mutter wegen Tötungsdelikts

Einige der Feuerwehrleute hatten mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. © Michael Neumann

Großeinsatz für die Rettungskräfte

Neben der gesamten Holzwickeder Feuerwehr waren sechs Rettungswagen, zwei Notärzte, der Leitende Notarzt und mindestens drei Streifenwagen im Einsatz. Unter den Notärzten befand sich auch ein speziell alarmierter Kindernotarzt aus Dortmund. Für die Feuerwehr war es eine sogenannte MANV-Lage (Massenanfall von Verletzten), bei der auch vereinzelte Rettungskräfte der Hitze in der ausgebrannten Wohnung Tribut zollten und sich ärztlich wegen Kreislaufproblemen versorgen lassen mussten.

Der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Holzwickede, Enrico Birkenfeld, war am Sonntagvormittag noch einmal vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er berichtet, dass die Kinderrettung einige Feuerwehrkameraden stark mitgenommen habe. Ein feuerwehrinternes Team für psychosoziale Unterstützung hat die Einsatzkräfte betreut. Kinderrettungen seien immer besonders belastend, erklärt der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr.

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