Im Holzwickeder Bürgerwald, am Standort nahe des Wertstoffhofs, geht es manchen Bäumen gar nicht gut. © Marcel Drawe
Umwelt

Zu wenig gegossen: Mehrere Bäume im Bürgerwald völlig ausgetrocknet

Im Bürgerwald, in dem dutzende Holzwickeder einen eigenen Baum gepflanzt haben, sieht es nicht allzu rosig aus. Nicht alle Bäume werden den Sommer überstehen. Das hat mehrere Gründe.

An der Kleingartenanlage am Oelpfad, am Baubetriebshof und im Süden der Gemeinde: Dort überall befinden sich Standorte des Holzwickeder Bürgerwaldes, an dem in den vergangenen Jahren mehrere dutzend Bäume gepflanzt wurden. Holzwickeder haben eine Patenschaft für all diese Bäume übernommen, haben sich dadurch gleichzeitig bereit erklärt, den jeweiligen Baum zu pflegen.

Offenbar nimmt nicht jeder dieser Baumpaten seine Aufgabe gleich ernst. Ein Teil des Bürgerwaldes, der insgesamt mehr als 160 Bäume umfasst, ist nämlich ausgetrocknet. Beim Standort unweit des Baubetriebshofs sind insgesamt drei Bäume regelrecht eingegangen. Laut Armin Nedomansky, Gärtnermeister der Gemeinde und stellvertretender Leiter des Baubetriebshofs, gibt es mehrere Gründe dafür.

An jedem Standort des Bürgerwaldes steht ein Fass, das regelmäßig mit rund 1000 Litern Wasser befüllt wird. Nicht jeder Bürger steuert es an, um seinen Baum zu gießen. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Gärtner der Gemeinde versuchen mangelnde Niederschläge zu kompensieren

„Die Trockenheit ist das Problem Nummer eins“, sagt Nedomansky, aber nicht nur: „Es sieht so aus, als hätten Eichen derzeit grundsätzlich ein Problem zu wachsen“, glaubt er. Unter anderem Schädlinge könnten dabei eine Rolle spielen. Ausschlaggebend seien aber ausbleibende Niederschläge. Das Team vom Baubetriebshof ist zuletzt verstärkt vor Ort und versucht das zu kompensieren, in dem es die Bäume mit Wasser versorgt.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Nicht jeder der Baumpaten engagiert sich in dem erhofften Rahmen. Laut Nedomansky ist eher das Gegenteil der Fall. Es gibt nur wenige „übliche Verdächtige“, die immer kommen, „den Rest hat man da noch gar nicht gesehen“, so der Gärtnermeister der Gemeinde.

„Wenn jeder gießen würde, dann müsste so ein Fass jede Woche leer sein“

Seine Wahrnehmung wird jedenfalls auch durch einen weiteren Hinweis untermauert: An jedem der drei Standorte steht jeweils ein 1000-Liter-Fass, das vollständig mit Wasser befüllt ist. Bürger können sich dort fürs Gießen ihrer Bäume bedienen. „Wenn jeder seinen Baum gießen würde, dann müsste so ein Fass jede Woche leer sein und neu befüllt werden“, sagt Nedomansky. Stattdessen werde das Wasser alle sechs bis acht Wochen nachgefüllt, weil es nicht früher leer werde.

Er sieht dadurch seine These bestätigt: „Ich würde es aber ungerne als Vorwurf stehen lassen. Vielleicht denken ja auch viele, dass man den Baum pflanzt und er dann von alleine wächst. Das war vor zwei bis drei Jahren auch noch so. Inzwischen ist es aber anders“, sagt Nedomansky.

Durch die heißen und trockenen Sommer bräuchten Bäume inzwischen viel mehr Pflege. Manche könne man eben gar nicht retten.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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