Zu schlecht besucht: Grünen-Fraktionschef fordert „Update“ für Gedenkveranstaltungen

dzErinnerungskultur

Gut eine Woche ist die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag her. Für Grünen-Fraktionschef Friedhelm Klemp ist das Format solcher Veranstaltungen verbesserungswürdig.

Holzwickede

, 25.11.2019, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag vor einer Woche übte Grünen-Fraktionschef Friedhelm Klemp Kritik am Format der Veranstaltung. Die Beteiligung von Bürgern lasse zu wünschen übrig, findet Klemp. Außerdem spreche es vor allem junge Menschen kaum an.

Zu der Veranstaltung waren neben dem evangelischen Posaunenchor, dem katholischen Chor, Vertretern der Feuerwehr und vom Schützenverein auch Mitglieder aus Verwaltung und Politik erschienen. Darüber hinaus nach Einschätzung vom Grünen-Fraktionschef aber so wenig Bürgerinnen und Bürger wie nie.

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„Format spricht Menschen nicht an“

Klemp bedauerte das. Gerade, weil die Erinnerung an Opfer von Krieg und NS-Zeit für die meisten Menschen ziemlich wichtig seien. „Es ist sehr schade“, sagte Klemp. „Schade ist auch, dass das Format der Veranstaltung junge Menschen in unserer Gemeinde nicht anspricht“, so Klemp weiter.

Obwohl es ganz viele junge Menschen in der Gemeinde gebe, die sich gegen Rassismus und für Courage einsetzten, darunter die Aydaco AG am Clara-Schumann-Gymnasiums, sei die Resonanz bei offiziellen Veranstaltung eher rückläufig.

Zu schlecht besucht: Grünen-Fraktionschef fordert „Update“ für Gedenkveranstaltungen

Seit 2010 ist Holzwickede Gemeinde ohne Rassismus. Seitdem hat sich vor allem eine Schülergruppe des CSG an der Gestaltung von Gedenkveranstaltungen für NS-Opfer beteiligt. An jungen Menschen, die sich gegen Rassismus einsetzen, mangelt es laut Grünen-Fraktionschef Friedhelm Klemp nicht. Vielmehr müsse die Gemeinde diese Menschen besser erreichen. © Udo Hennes

Dabei lobte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion eben die Aydaco AG des CSG, die sich in den vergangenen Jahren ausführlich mit der NS-Zeit beschäftigt hatte und mit ihrer „ergreifenden“ Beteiligung im vergangenen Jahr an der Verlegung von Stolpersteinen Akzente setzte.

Laut Klemp ist es genau das, woran es der Gemeinde eben nicht mangelt: Junge Menschen, die sich sozial engagieren, für Nächstenliebe, Frieden und den Klimaschutz eintreten. Nur schaffe es die Gemeinde nicht, solche Menschen zu erreichen.

Die Brücke zur Gegenwart schlagen

Um junge Menschen künftig besser zu Gedenkveranstaltungen zu bewegen, so rät Klemp, sollte die Verwaltungsspitze in Zusammenarbeit mit Kirchen, Vereinen, Schulen, Ortsjugendring und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein neues Format entwickeln, „das aus der Erinnerung ein Zeichen für die Gegenwart und Zukunft setzen würde und so eine Veranstaltung wieder ins stärkere Bewusstsein in unserer Gemeinde gerückt werden könnte“.

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Durch einen stärkeren Bezug zu aktuellen Kriegen und Krisen könne das Thema greifbarer werden, Gedenkveranstaltungen würden dadurch in Zukunft besser besucht: „Die Veranstaltung ist für mich nicht nur Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt, [...] sondern auch gleichzeitig an Menschen, die durch Krieg, politische Regime oder durch Klimaveränderung bedroht sind“, so Klemp.

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