Spielplatz, Skatepark, Spielfläche mit Basketballkorb: Die Freizeitflächen am Treffpunkt Villa bieten einiges, haben sich seit zehn Jahren aber kaum verändert. © Greis
Angebote für Kinder und Jugendliche

Wunsch nach Basketballkorb mit Verweis auf offizielle Spielfeldmaße abgelehnt

Man kann es zu genau nehmen: Ein Antrag der PARTEI zur Aufwertung einer Freizeitfläche stand im Fachausschuss vor der Ablehnung – erfährt nun aber nach weniger strikten Maßgaben eine Prüfung.

Die meisten Mitglieder der PARTEI sind knapp über 20 Jahre alt und damit stellt die Satirepartei in Ausschüssen und Rat mit Abstand die jüngste Fraktion. Nah am Kinder- und Jugendalter ist logisch, dass die Kommunalpolitiker den Kontakt zum Holzwickeder Nachwuchs suchen. Wie der Fraktionsvize Jan Brückhändler nun im Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales darlegte, kann das auch mal nach einem Parteitreff bei Hoppy‘s erfolgen. „Da gehen wir also rüber zum Treffpunkt Villa und fragen die Kids, was sie sich auf der Skateranlage für Verbesserungen wünschen.“

Die Antworten darauf scheinen den PARTEI-Vertretern machbar: ein zweiter Basketballkorb sowie eine Halfpipe zum Skaten. Per Antrag formuliert, landeten die Wünsche der Kinder und Jugendlichen nun im Ausschuss. Die Verwaltung stellte den Fraktionen auch gleich eine Handlungsempfehlung dazu: Ablehnen.

Zwei Basketballkörbe anscheinend einer zu viel

Schließlich sei ein zweiter Basketballkorb nicht machbar, denn ein Spielfeld nach Werten des Weltbasketballverbandes FIBA ist schließlich 28 Meter lang und 15 Meter breit und das ließe sich mit der Multifunktionsfläche vor Ort nicht vereinbaren. Bunte Linien grenzen schließlich Streetsoccer, Hockeyfeld, Inliner- und Einrad-Linien voneinander ab und ein zweiter Korb würde bedeuten: Das ginge alles nicht mehr gleichzeitig.

Brückhändlers Einwand, dass das auch nicht funktioniere, wenn mehrere Kinder Fußball auf der Fläche spielen, fand verwaltungsseitig dann auch kein Gegenargument. Und dass man kein FIBA-konformes Spielfeld brauche, sondern nur einen zweiten Korb, damit mehr als ein Zwei-gegen-Zwei drin ist – das sah letztlich auch die Verwaltungsspitze um Bernd Kasischke ein. Lösung: Man prüfe nun, ob sich zwei Körbe so anordnen lassen, dass dennoch ein Teil der Spielfläche für andere Zwecke frei bleibt.

Ordentlich was los auf der Freizeitfläche war kürzlich bei der Nacht der Jugendkultur. Hier standen dann neben Skateboard-Tricks auch die Sprühfertigkeiten junger Graffiti-Künstler im Fokus. © Yvonne Blaschke © Yvonne Blaschke

Scheinbar aussichtslos auch der Wunsch nach einer Halfpipe, um mit Skateboard, Inlinern oder Rollern mehr Abwechslung ins Trick-Repertoire zu bringen als auf den bestehen Elementen des Skateparks. Die, und das hätten laut Brückhändler auch die Kinder und Jugendlichen vor Ort bestätigt, seien per se nach zehn Jahren in Gebrauch zwar in einem guten Zustand. Sie böten aber seitdem eben auch keinerlei Abwechslung.

Eine halbmondförmige Rampe würde entsprechend Pfiff in die Anlage bringen. Problem: In regulärer Größe würde das Element alle anderen verdrängen und wäre mit knapp 30.000 Euro zudem kein günstiger Spaß. Selbst ein kleineres Element, das quasi nur eine halbe Halfpipe darstellt, müsste aus Platzgründen ein vorhandenes Element ersetzen und würde auch noch 15.000 Euro kosten.

Es muss nicht gleich die größte Rampe sein

Auch hier hatte Brückhändler ein Gegenargument und verwies zum einen auf sogenannte Mini-Rampen im Halbmond-Format, die günstiger seien. „Und ich habe nachgemessen. Das müsste nach meinem Empfinden passen.“ Er richtete das Wort an die übrigen Fraktionen, dass man im Rahmen der letztjährigen Kommunalwahlen schließlich versprochen habe, etwas für die Jugend zu tun. „Dann sollten wir das auch tun.“

Die im Beschlussvorschlag zunächst ablehnende Haltung der Verwaltung fand denn auch bei den übrigen Ratsfraktionen keine Zustimmung und auch auf Verwaltungsebene sah man ein, dass es hier nicht zur Abstimmung kommen sollte. Stattdessen sagten alle Fraktionen zu, die Wünsche in ihren anstehenden Haushaltsgesprächen zu berücksichtigen. Im Rathaus wiederum wolle man einen zusätzlichen Basketballkorb, eine Mini-Rampe und auch einen höheren Ballauffangzaun nochmals prüfen.

Unabhängig von der Diskussion um Basketballkorb und Skate-Elemente kündigte die Gemeindeverwaltung am Montag an, dass man an der Skateranlage mittelfristig einen Unterstand aufbauen werde.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
Zur Autorenseite
Christian Greis

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.