Unterkünfte für Flüchtlinge: Appell für mehr Menschlichkeit

dzAsyl

Die Parteien haben in den vergangenen Wochen über die Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße diskutiert. Jetzt äußert sich auch die Initiative „Willkommen in Holzwickede“ zur Debatte.

Holzwickede

, 12.02.2020, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus den Fraktionen der Holzwickeder Parteien gibt es verschiedene Vorschläge, wie es mit den Flüchtlingsunterkünften an der Bahnhofstraße weitergehen soll. Abseits des politischen Diskurses, in dem unter anderem wirtschaftliche und bauliche Belange im Vordergrund stehen, wünscht sich Friedhelm Nusch von der Initiative „Willkommen für Holzwickede“, dass in der gesamten Debatte auch die Perspektive der Menschen nicht außer Acht gelassen wird.

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Aus diesem Grund war er zu Beginn der Woche im Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Gleichstellung zu Gast. „Ich hatte den Eindruck, dass in der bisher geführten Diskussion kaum über die Menschen gesprochen wurde“, erklärte Nusch.

Flüchtlingsheime an der Bahnhofstraße langfristig erhalten

Aus diesem Grund sah er sich veranlasst, in dieser Sache auf die Politik zuzugehen und die Sichtweise der Flüchtlingshelfer zu schildern. Zur Zukunft der Unterkünfte hat er eine klare Meinung: Die sanierungsbedürftigen Gebäude sollten langfristig erhalten bleiben, weil auch mittelfristig nicht zu erwarten sei, dass es weniger Asylsuchende in Holzwickede geben wird.

Die Plätze derjenigen, die aus den Unterkünften in Wohnungen oder woanders hinziehen, würden sofort wieder durch aus Arnsberg zugewiesene Flüchtlinge neu besetzt werden. Die Holzbauten an der Bahnhofstraße werden seiner Auffassung nach auch weiter benötigt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Mängel in den Häusern so schnell wie möglich behoben werden.

Nusch verwies aber darauf, dass eben aus jener menschlichen Sichtweise weiter über den Standort an der Mühlenstraße diskutiert werden müsse. Wegen der dezentralen Lage werde es Flüchtlingen schwer gemacht, etwa zu Sprachkursen oder zur Arbeit zu fahren.

Standort an der Mühlenstraße schließen

Sein Vorschlag lautet: Den Standort an der Mühlenstraße, sobald die derzeit unbewohnten Appartements an der Bahnhofstraße wieder hergerichtet und bewohnbar sind, aufgeben – und anschließend die Bewohner aus dem dritten Standort an der Massener Straße an die Bahnhofstraße ziehen lassen, jene aus der Mühlenstraße dann an die Massener Straße.

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Wie Nusch betont, liegen solche Entscheidungen bei Verwaltung und Politik, die immerhin auch finanzielle und andere Aspekte mit in die Entscheidung einfließen lassen müssten. Dafür habe er durchaus Verständnis. Für „Willkommen für Holzwickede“ stünden eben vor allem die individuellen Schicksale der Menschen im Vordergrund – und die hat Nusch in der zuletzt aufgekeimten Debatte ein ums andere Mal vermisst.

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