Wie Holzwickede die Jugend künftig besser erreichen und unterstützen möchte

dzFamilien in Holzwickede

Holzwickede möchte mehr für die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde tun. Dafür wurde ein Präventionskonzept entwickelt, das Schwachpunkte eliminieren soll.

Holzwickede

, 21.10.2020, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Holzwickede möchte eine kinderfreundliche Kommune werden. Deshalb hat sich die Gemeinde ein kommunales Präventionskonzept überlegt, das Jugendliche und Kinder von der Geburt bis ins Berufsleben unterstützen soll. „Die Gemeinde Holzwickede hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder, Jugendliche und Familien in den verschiedensten Lebensphasen darin zu unterstützen, bestmögliche Bildungs- und Entwicklungschancen zu erhalten“, erklärt Bürgermeisterin Ulrike Drossel die Idee hinter dem Konzept.

Ziel soll es sein, der Jugend die Übergänge zwischen den verschiedenen Lebensphasen zu erleichtern und Familien durch Netzwerke zu stärken. „Es soll ein Schlüssel zur Verbesserung der Lebensbedingungen von jungen Menschen und ihren Familien sein“, so Drossel. Die Prävention soll „mit konkreten Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen ankommen“. Damit das passieren kann, wurde bei der Entwicklung des Konzeptes auf drei Schwerpunkte geachtet.

Hürden abbauen und Angebote ausbauen

So möchte die Gemeinde bürokratische Hindernisse abbauen, klare Zuständigkeiten schaffen und langfristige Ansprechpartner benennen. Der Wunsch eines längeren Einsatzes von Integrationskräften in Grundschulen wurde unter anderem laut. Die Schulsozialarbeit soll weiter ausgebaut werden, Bearbeitungszeiten kürzer. Außerdem wird ein genauerer Blick auf Familien, deren Kinder noch nicht in Kindertagesbetreuungen gehen, geworfen - und wie die überhaupt erreicht werden.

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Daraus ergab sich, dass die Präventionsangebote künftig fünf wichtige Meilensteine im Leben der Kinder und Jugendliche abdecken sollen: Geburt, Kindertagesbetreuung, Grundschule, weiterführende Schule, Berufsleben. „Die Arbeit benötigt einen langen Atem und Knowhow“, heißt es in der Sitzungsvorlage zum nächsten Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Gleichstellung, in der das Konzept beschlossen werden soll.

Angebote breiter streuen und kostengünstig anbieten

Was aber heißt das konkret? „Angebote und Strukturen sollen möglichst früh greifen, damit Probleme sich erst gar nicht verfestigen“, sagt Drossel. Man möchte „vom Kind aus denken“. Wichtig neben der Prävention ist dabei auch die Vernetzung der einzelnen Aktionäre.

Bei der Erstellung des Konzepts kristallisierte sich heraus: Die bestehenden Angebote für Eltern werden noch zu wenig genutzt. Deshalb möchte die Gemeinde unter anderem die Angebote im Familienbüro bedarfsgerechter gestalten und mehr Sprechstunden einrichten. Angebote sollen kostengünstig und in räumlicher Nähe angeboten werden.

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Außerdem soll die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitswesen intensiviert werden. Befragungen sollen durchgeführt und die Ergebnisse zeitnah aufgegriffen und umgesetzt werden. So wünschten sich beispielsweise in ersten Umfragen einige Eltern kostengünstige oder -freie U3-Spielgruppen. Schritt für Schritt soll so die Präventionskette weiter ausgebaut werden und weitere Bausteine dem Konzept hinzugefügt werden.

Konzept als erster Schritt

Die Kinder sollen gleiche Voraussetzungen bekommen, mitunter auch beim Schulwechsel. Dafür soll unter anderem der Austausch der Schulen gefördert werden. Auch beim Schritt ins Erwachsenenleben sollen die Jugendlichen durch eine bessere Vernetzung der Akteure und Handlungsempfehlungen begleitet werden.

Die Gemeinde weiß dabei vor allem eines: Das Konzept ist nur der erste Schritt einer „langfristig angelegten Zukunftsaufgabe“, wie Drossel es nennt.

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