Wie ein Koala-Tattoo in Holzwickede den Tieren in Australien helfen kann

dzTattoos für Australien

Ein Känguru auf der Schulter, eine Palme am Knöchel oder lieber einen Koala hinterm Ohr? Wer sich bis Samstag ein solches Tattoo in der Tattoo-Tanke stechen ließ, hat damit etwas Gutes getan.

Holzwickede

, 16.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine verrückte Idee aus dem Wunsch heraus zu helfen: An der Tattoo-Tanke in Holzwickede hängen Plakate, die auf die Aktion aufmerksam machen. Wer sich bis Samstag eines von sechs Motiven stechen ließ, hat dabei den Tieren in Australien geholfen.

Rund 20 bis 30 Minuten dauert es, dann hat der Holzwickeder ein neues Tattoo unter der Haut und „Pro Wildlife“ ein paar Euro mehr. Denn die Einnahmen aus den Tattoos spendet die Tattoo-Tanke an die australische Hilfsorganisation. „Wenn es darum geht, Tieren zu helfen, bin ich immer dabei“, sagt Niccy Schöttler, Inhaberin der Tattoo-Tanke.

Tattoo für den guten Zweck

Ein Koalabär, ein Känguru, ein Elefant, eine Palme, ein Blatt oder eine Welle vor der untergehenden Sonne - aus diesen sechs Motiven können Tattoo-Begeisterte ein neues Tattoo auswählen, oder aber ein ähnliches mitbringen. Schwarz-weiß oder in Farbe, das ist den Kunden selbst überlassen. Der Preis - zwischen 70 und 100 Euro - geht dabei zu 100 Prozent an Pro Wildlife.

Diese sechs Motive konnten sich Holzwickeder für den guten Zweck unter die Haut stechen lassen. Aber auch eigene Variationen waren möglich.

Diese sechs Motive konnten sich Holzwickeder für den guten Zweck unter die Haut stechen lassen. Aber auch eigene Variationen waren möglich. © Lisa Dröttboom

Wer aber geht diesen Schritt und lässt sich nur für den guten Zweck ein neues Tattoo stechen? Offenbar einige, denn bis Samstag kamen rund 2000 Euro zusammen.

„Einer hat sich einen Pandabären gewünscht. Der passte zwar nicht zu Australien, aber solange es für den guten Zweck ist, kann es von mir aus auch gerne ein Flamingo werden.“
Mitch-Terence Paterson, Tätowierer in der Tattoo-Tanke
Nicht das erste Tattoo

„Es war nie das erste Tattoo“, sagt Schöttler. Beim ersten Tattoo würden die Leute sich doch intensiver Gedanken um das Motiv machen und eine tiefere Bedeutung haben wollen.

Wohl aber ist der Koala oder die Palme das zweite, dritte oder ein Lückenfüller auf einem großen Bild geworden. „Wenn man schon mehrere hat, dann spielt ein weiteres kleines keine so große Rolle mehr“, erklärt sie. „Der Koala ist dabei das beliebteste Motiv.“ Manche seien auch mit eigenen Ideen für Koalabären zu ihr gekommen. Das Blatt und das Känguru hingegen wären weniger beliebt.

Motiv nicht so engsehen

Viele würden sich auch für die Palme entscheiden. „Weil sie Urlaubsfans sind“, sagt Schöttler. Ganz so eng gestrickt waren die Kunden bei ihrer Auswahl allerdings auch nicht. „Einer hat sich einen Pandabären gewünscht. Der passte zwar nicht zu Australien, aber solange es für den guten Zweck ist, kann es von mir aus auch gerne ein Flamingo werden“, sagt Mitch-Terence Paterson, Tätowierer in der Tattoo-Tanke.

Niccy Schöttler und Mitch-Terence Paterson von der Tattoo-Tanke wollen den Tieren in Australien helfen.

Niccy Schöttler und Mitch-Terence Paterson von der Tattoo-Tanke wollen den Tieren in Australien helfen. © Lisa Dröttboom

Manche Kunden hätten auch ein paar Euro gespendet, ohne sich eines der sechs Motive stechen zu lassen. „Am Ende zählt jeder Euro“, sagt Schöttler.

Mehr zur Tattoo-Tanke

  • Eine ähnliche Aktion wie diese hatte die Tattoo-Tanke bereits 2016 gemacht. Damals wurden die Einnahmen an das Tierheim Dortmund gespendet.
  • Inhaberin Niccy Schöttler hat ein Herz für Tiere und will nicht nur tatenlos zusehen, wenn Tiere leiden. „Viele sagen, dass man etwas machen muss. Ich mache.“
  • Der Name Tattoo-Tanke entstand aus dem Wunsch heraus, sich von den üblichen Tattoo-Studio-Namen hervorzuheben. „Bei uns kann man seine Tattoos auftanken und weiterziehen“, sagt Schöttler mit einem Augenzwinkern.
Spenden ist Vertrauenssache

Rund zwanzig bis dreißig Minuten dauert so ein kleines, handliches Tattoo. Die Tattoo-Tanke hat sich für kleine Tattoos entschieden, die neben dem normalen Betrieb gemacht werden können. Dass die Aktion nur bis Samstag lief, hatte ebenfalls Gründe. „Wir wollten das zeitnah machen und nicht monatelang sammeln. Die brauchen jetzt Geld.“

Als Organisation haben sie sich „Pro Wildlife“ herausgesucht. „Wir haben uns schlau gemacht, wer viel in Australien macht und auch schon lange Wildtieren hilft.“ Das Studio wollte keine allzu junge Organisation unterstützen. „Wir wollten sichergehen, dass das Geld am Ende auch da ankommt, wo es wirklich gebraucht wird.“

Deswegen werden Schöttler und Paterson auch ein Bild der Überweisung in die sozialen Medien stellen. Damit ihre Kunden sehen können, dass das Geld am Ende auch überwiesen wurde. Spenden habe schließlich auch immer etwas mit Vertrauen zu tun, so Schöttler.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Musik
Corona-Krise: Saxophonist aus Holzwickede lockt mit schönen Klängen Nachbarn auf den Balkon
Hellweger Anzeiger Städtepartnerschaft
Freundschaft im Warte-Modus: Wie die Corona-Krise das Verhältnis zu Portland beeinflusst
Hellweger Anzeiger Expertengespräch
Lagerkoller verhindern: Wie Paare und Familien Auswirkungen des Coronavirus meistern können
Meistgelesen